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Pandemie

Bericht: Stiko will Corona-Impfempfehlung ändern

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Verlegung geplant

Das soll der neue Wasserburger Wertstoffhof bieten – So sind die Reaktionen der Bürger

So ähnlich könnte er aufgebaut werden, der neue Wertstoffhof in Wasserburg. Als Beispiel eine Ansicht der geplanten neuen Vorzeigeanlage in Schechen, die der Landkreis Rosenheim erstellt.
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So ähnlich könnte er aufgebaut werden, der neue Wertstoffhof in Wasserburg. Als Beispiel eine Ansicht der geplanten neuen Vorzeigeanlage in Schechen, die der Landkreis Rosenheim erstellt.

Der Grundsatzbeschluss fiel Ende vergangenen Jahres: Der Wasserburger Wertstoffhof wird verlegt – raus aus der Altstadt vor die Tore der Stadt an die Priener Straße. Die Einrichtung wird größer, komfortabler, moderner. Was sagen die Bürger zu den Plänen, die Thema im Umweltausschuss waren?.

Wasserburg – Drei Millionen Euro wird die Stadt – grob geschätzt – nach eigenen Angaben investieren in den Bau. Da die Abfallwirtschaft kostendeckend betrieben werden muss, wird die Grundgebühr vermutlich um etwa zwei Euro pro Monat erhöht werden, teilte Zweiter Bürgermeister Werner Gartner (SPD) als Sitzungsleiter im Umweltausschuss mit. Bisher zahlen die Bürger 4,50 Euro pro Monat, wenn der Wertstoffhof fertig ist, vermutlich also 6,50 Euro. Denn Fördergelder gibt es für die gebührenfinanzierte Versorgungseinrichtung nicht, bedauerte Kämmerer Konrad Doser auf Nachfrage von Elisabeth Fischer (CSU).

Die alte Anlage in der Altstadt liegt zentral, kann jedoch den modernen Anforderungen nicht mehr genügen, stellte die Verwaltung in der Sitzung noch einmal deutlich heraus. Das größte Problem: die Enge. Es ist nicht möglich, die Anlieferungen der Bürger von den Abholfahrten der Entsorgungsdienste zu trennen. Es fehlt Platz zum Lagern und für Personalräumlichkeiten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen oft im Regen.

Planungsauftrag definiert

Das soll sich auf dem neuen Standort an der Priener Straße ändern. Kämmerer Konrad Doser und Bernhard Schachner, Leiter der Abfallwirtschaft im Rathaus, legten drei Versionen für einen neuen Wertstoffhof als Grundlage für eine zu vergebende Planung vor. Konzept eins, das die Struktur der alten Einrichtung mit Treppen aufnimmt, war auf Wunsch von Steffi König (Grüne) schnell vom Tisch im Ausschuss. Nicht barrierefrei und deshalb nicht mehr zeitgemäß, hieß es einhellig. Jetzt sollen die weiterführenden Versionen mit zukunftsfähigen Konzepten durchgeplant werden, beschloss der Ausschuss einstimmig bei der Definition des Planungsauftrags.

Sie haben eins gemeinsam: Die Bürgerinnen und Bürger fahren mit ihrem Pkw von oben über eine Rampe an und werfen ihre Wertstoffe von hier in die Container. Im weitestgehenden Entwurf liegt unter der Rampe noch ein Untergeschoss mit Lagermöglichkeiten. Dieses Zwei-Ebenen-System ist derzeit Standard bei Planungen, die der Landkreis für seine Wertstoffhöfe durchgeführt. Beispiel: Schechen.

Repaircafé wird integriert

Am neuen Standort könnte über die Schmerbeckstraße angeliefert werden. Über die Priener Straße würden die Entsorgungsfirmen die Container abholen. Beide treffen nicht mehr aufeinander, so Schachner.

Die neue Einrichtung in Wasserburg soll Platz für 13 Container bieten (neu ist ein Behälter für Reifen). Ebenerdig wird separat der Elektro-Schrott, der nicht eingeworfen werden darf und dessen Abgabe kontrolliert werden muss, gesammelt. Geplant sind ein Verwaltungsgebäude, eine Kundentoilette, ein Mehrzweckraum und Service-Areale – etwa für das Repaircafé. denn Wiederverwertung steht im Fokus der Anlage. Eine Überdachung soll es auch geben, wenn möglich, dann automatisch mit Photovoltaikanlage versehen.

Neuer Wertstoffhof wird CO2-neutral

Denn der neue Wertstoffhof wird CO2-neutral betrieben. Strom und Wärme sollen also selbst produziert werden. Nur in einem Punkt sind der Umweltfreundlichkeit Grenzen gesetzt: bei der Versiegelung der Flächen. Rasenschottersteine seien nicht angesagt, warnten Ausschussmitglieder wie Wolfgang Schmid (CSU) und Wolfgang Janeczka (SPD) angesichts der Gefahr von verschmutztem Sickerwassser.

Die Planung für den Wertstoffhof muss vermutlich aufgrund der Aufragssumme europaweit ausgeschrieben werden. Die Bürger werden über eine Befragung zum neuen Abfallwirtschaftsgesetz der Stadt einbezogen.

Eine ganze Latte von Vorschlägen hatte Christian Flemisch (ÖDP), angefangen vom energieautarken Betrieb bis zum am Eingang integrierten Repair-Café und Schaukästen mit Informationen zum Mülltrennen. Fast alles ist im Konzept bereits enthalten, betonte Gartner. Und warnte leise: „Wir müssen auch auf die Kosten schauen.“ Das sah auch Schmid so: Es gelte zu prüfen, welche Ausführung sich die Stadt wirklich leisten könne. Ob die Lagerflächen bei der Zwei-Ebenen-Lösung notwendig seien, fragte er an. Schachner und Gartner erinnerten daran, wie groß der Bedarf an solchen Plätzen sei. Auch der städtische Bauhof platze aus allen Nähten.

In der Altstadt bleibt Entsorgungsinsel

Norbert Buortesch, Fraktionsvorsitzender von Bürgerforum/Freie Wähler Reitmehring-Wasserburg und ÖDP, sah trotzdem mit der Festlegung des Planungsauftrags den idealen Zeitpunkt gekommen, auf einige weitere wichtige Punkte hinzuweisen. In der Altstadt müsse eine Wertstoffinsel bleiben, damit auch die Bewohner des Zentrums weiterhin ohne Auto ihre Wertstoffe vorbeibringen könnten. Ohne Pkw sollte auch die neue Anlage erreichbar sein – in der Planung sei eine Radanbindung zu berücksichtigen, ebenso wie ein Hol- und Bringservice für nicht so mobile Bürgerinnen und Bürger. Die Einrichtung liege zudem am Stadteingang, optisch müsse das Areal gut eingegrünt werden, forderte Buortesch. Er erinnerte außerdem daran, dass beim Wegzug des Wertstoffhofes zu berücksichtigen sei, welchen Platz die dann erweiterbare Grundschule Am Gries benötige.

Seine Forderungen seien bereits in den vorhergegangen Grundsatzbeschlüssen zur Wertstoffhofverlegung berücksichtigt worden oder würden in das neue Abfallwirtschaftsgesetz einfließen, betonteng Doser, Schachner und Gartner.

Umfrage: Das sagen die Bürger

Die Wasserburger Zeitung hat sich am Wertstoffhof umgehört, wie die Pläne für eine Verlegung aufgenommen werden.

Gitti Zabelt

„Es ist schon sinnvoll, dass wir aus der Stadt rauskommen“, meint Gitti Zabelt, Mitarbeiterin der städtischen Einrichtung und Beraterin für die richtige Entsorgung. Es gehe hier doch ziemlich beengt zu, gibt sie zu bedenken. Für die älteren Leute, die in der Altstadt wohnen, sei ein neuer Standort aber schon ein Problem. „Viele kommen ja auch zu Fuß.“

Thomas Gräf

Thomas Gräf, der heute Kartons entlädt, fände es auf jeden Fall „schlecht“, wenn der Wertstoffhof in der Priener Straße angesiedelt würde. „Das würde für mich viele Umwege bedeuten.“ Die Annahmestelle sollte an zentraler Stelle bleiben, sagt der Wasserburger.

Richard Weilnhammer

Richard Weilnhammer, ein weiterer Besucher des Wertstoffhofs an diesem Tag, sagt, dass der Standort „ein wertvoller Platz“ ist, für den es natürlich viele Interessenten gäbe. Man könnte aber den Wasserburger durchaus zumuten, mit ihrem Müll zur Priener Straße zu fahren.

Manfred Ehrler

Manfred Ehrler spricht von einer „Belastung für die Altstadt“ durch den Wertstoffhof, weil dieser viel Verkehr verursache. „Weiter draußen ist sicherlich mehr Platz, es geht geräumiger zu.“ Den Weg in die Priener Straße würde er auf jeden Fall in Kauf nehmen, um so wie heute Gartenabfälle, Plastik und Holz loszuwerden. „Es fällt ja immer wieder was an. In der Regel fahre ich einmal im Monat her“, sagt der 75-Jährige.

Christa Berndt

Christa Berndt hat in ihrem Kofferraum Papier gestapelt, das sie loswerden will. „Für mich wäre der Standort an der Priener Straße nicht unpraktisch, weil ich in dem Geschäftszentrum dort auch einkaufe. Ich hätte nichts gegen eine Verlegung des Wertstoffhofs.“

Robert Wagner

Robert Wagner weist ebenfalls auf den Platzmangel als Problem für den Standort des Wertstoffhof hin. „Mir ist es egal, wenn ich zur Entsorgung in die Priener Straße fahren muss.“ Er müsse ohnehin „nur alle 14 Tage mal“ seine Sachen wegbringen - heute ist es ausschließlich Pappe.

Kerstin Sander

„Für mich als Altstadtbewohnerin wäre ein Wertstoffhof in der Priener Staße natürlich nicht komfortabel“, sagt Kerstin Sander . Sie benützt die Anlage regelmäßig: „Meinen ganzen Müll gebe ich hier ab.“ Und auch die Gelegenheit für einen kurzen Ratsch sei hier gegeben.Winfried Weithofer

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