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Heimatbewusstein erwacht

Facebook-Gruppe „Historisches Wasserburger Land“ ist eine Schatzkiste gegen das Vergessen

Beliebt bei historisch Interessierten: die Facebook-Gruppe Wasserburger Land.
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Beliebt bei historisch Interessierten: die Facebook-Gruppe Wasserburger Land.

Via Facebook dem Altlandkreis Wasserburg auf der Spur: Die Gruppe „Historisches Wasserburger Land“ hat sich zur Schatzkammer von Fans der Geschichte entwickelt. Administrator Karlheinz Rieger erklärt warum.

Wasserburg – Weiß noch jemand, wo das Cafe Lebzelter in der Stadt zu finden war und wie es in dessen Innenräumen aussah? Oder wo der Sattlermeister Michael Weber sein Geschäft hatte? Um Fragen dieser Art zu beantworteten, braucht man derzeit nicht ausschließlich im Stadtarchiv zu recherchieren. Denn seit gut zwei Monaten gibt es mit der Facebook-Gruppe ‚Historisches Wasserburger Land“ eine leicht einsehbare Anlaufstelle für an historischen Themen Interessierte aus der Stadt und den Nachbargemeinden.

Heimatbewusstsein geweckt

Blick in ein Fotoalbum, Thema hier: die Brückenverschiebung. Manuela Schön kommentierte den Beitrag so: „Hat um 1982 mei Mama Ernestine schön fotografiert.“

Vor gut zehn Jahren wurde bereits einmal der Versuch gestartet, via Social Media auf Facebook die Erinnerung an den Altlandkreis Wasserburg aufrechtzuerhalten und Dokumente und Berichte aus der Zeit vor 1972 zu sammeln sowie der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die damaligen Administratoren der öffentlichen Gruppe mussten aber feststellen, dass das Interesse zu jener Zeit nicht besonders hoch war. Der allgemeine Austausch kam nicht recht in Gang.

Anders heute, da das Bewusstsein – wohl auch durch die Berichterstattung über die Landkreisreform vor 50 Jahren in der Wasserburger Zeitung – wieder erwacht zu sein scheint. Dass es sich lohnt, sich auch mal mit der Vergangenheit zu beschäftigen, scheint den Zeitgeist zu treffen. Robert Obermayr, einer der Administratoren, und sein Team haben auch durch die Umbenennung der Gruppe offensichtlich eine aktuelle Marktlücke bezüglich des Heimatbewusstseins geschlossen. Hunderte Dokumente, darunter zahlreiche Bilder aus privaten Alben, Postkarten, historische Querverweise und Werbeträger vor allem aus den vergangenen beiden Jahrhunderten sind in den vergangenen beiden Monaten schon gepostet worden. Sie laden dazu ein, sich ein Bild von der Geschichte der Stadt und deren Veränderung im Laufe der Jahrzehnte zu machen. Allein durch die Bildergalerie zu „blättern“, ‘ lohnt sich, sind hier doch auch bisher unveröffentlichte Dokumente oder Bilder zu finden. Dies freut auch den Leiter des Stadtarchivs Matthias Haupt, der in der Gruppe gelegentlich seinen Kommentar abgibt.

Vor allem die Diskussionen der derzeit etwa 550 Mitglieder um verschiedene Beiträge erweisen sich oft als interessant, vor allem was Details auch der jüngeren Stadtgeschichte betrifft. Derzeit schauen im Schnitt pro Tag mehr als 400 Mitglieder der privaten Gruppe jeden Tag vorbei, Tendenz steigend. Jede und jeder weitere Interessierte, ist weiterhin willkommen und eingeladen, mit eigenen Beiträgen zur Weiterentwicklung des virtuellen Archivs beizutragen, betonen die Administratoren. Denn das so entstehende Schwarmwissen mit Informationen, die ansonsten weder bei Wikipedia und noch bei Google abrufbar wären, scheint sich besonders auszuzahlen, wenn es darum geht, wichtige Erinnerungen wachzuhalten. Die Facebook-Gruppe unter Leitung von Karlheinz Rieger, Robert Obermayr und Christian Stadler entwickelt sich nach ihren Erfahrungen zum lokalen Forum für den Austausch wider das Vergessen.

Aktuelles Thema in der Facebook-Gruppe ist der Abriss des damaligen Grein-Gebäudes in der Ledererzeile im Januar 1997. Damals musste auch das in Wasserburg bekannte und beliebte Café und Bistro Populaire dran glauben.

Auch der Zugezogene lernt hier viel

Vorbild ist dabei die Facebook-Gruppe „Historischer Chiemgau“, der zwischenzeitlich gut 6500 Mitglieder angehören und mit der die Wasserburger in ständigem Austausch stehen.

Lob tut gut. Deshalb freuen sich die Verwalter, wenn sich jemand bedankt dafür, dass vermeintlich „oids Glump“, das in Gefahr ist, unbeachtet in einem Müllcontainer zu landen, in dieser Art zu Ehren kommet. Und auch als Zugezogener lernt man immer noch etwas dazu, stellte eines der Mitglieder schon fest und ergänzt: „Bitte macht weiter so, damit die Jungen oder Älteren sich weiter erfreuen können.“

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