Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Neues Geschäft auf der Innhöhe

Im Kampf gegen den Verpackungsmüll – Neuer Unverpackt-Laden eröffnet in Wasserburg

Möglichst unverpackt, regional und nachhaltig, das ist die Devise von Julia Jäger (vorne) und Daniela Calliari.
+
Möglichst unverpackt, regional und nachhaltig, das ist die Devise von Julia Jäger (vorne) und Daniela Calliari.

Der beste Müll ist der, der erst gar nicht entsteht, findet der Umweltausschuss des Wasserburger Stadtrates. Ins Konzept, den Abfall weiter zu reduzieren, passt ein neuer Laden. Seine Devise: „möglichst unverpackt“.

Wasserburg – Die Wasserburger sind fleißige Abfalltrenner. Die Quote des Restmülls, der in der Tonne landet, sinkt seit Jahren – mittlerweile sind es nur noch gut 80 Kilogramm pro Einwohner im Jahr. Doch die Stadt findet: Da geht noch mehr. Am besten werde erst gar nicht Müll produziert. Im Bemühen, beispielsweise den Verpackungsabfall zu reduzieren, gibt es jetzt Unterstützung von einem kleinen Geschäft.

Einen neuen Ansatz bringen Julia Jäger und Daniele Calliari mit ihrem „Laden ums Eck“ auf der Innhöhe ein. Denn in ihrem Geschäft soll beinahe alles unverpackt verkauft werden. „Wir haben ein paar Kunden, die ihre Brote noch in einer Papiertüte wünschen“, erklärt Julia Jäger, die das Geschäft gemeinsam mit Daniela Calliari und zwei weiteren Familienmitgliedern führt. „Bei Auslieferungen tun wir uns noch schwer. Aber langfristig ist das Ziel, alles möglichst unverpackt zu verkaufen.“

Grundnahrungsmittel als Hauptverkauf

Als Alternative zum herkömmlichen, im Stadtteil fehlenden Supermarkt würde Jäger den Laden in der Köbingerbergstraße dennoch nicht bezeichnen. „Ich glaube, das wäre etwas viel verlangt.“ Denn zum einen sei es nur ein kleines Geschäft, zum anderen gebe es keine weiterverarbeiteten Produkte. „Wir verkaufen vor allem Grundnahrungsmittel. Solche, bei denen man sich auch ärgert, dass es sie nicht unverpackt gibt“, erklärt Jäger. Insbesondere Reis, Mehl oder Linsen. Der Kunde könne mit seinen eigenen Gefäßen vorbeikommen und sie mit den Lebensmitteln füllen.

Auch Bernhard Schacher, der Abfallexperte der Stadt Wasserburg, glaubt nicht, dass das Geschäft etwas an der Müllmenge in Wasserburg ändern wird. „Das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein.“ Denn solche Läden schätzt er als Nischenprojekte ein. „Das wird kaum bemerkbar sein.“ Trotzdem, die Idee sei natürlich löblich, findet Schachner.

Lebensmittel werden von der „Solidarischen Landwirtschaft“ bezogen

Auch Lorenz Huber, Umweltreferent der Stadt Wasserburg, begrüßt das Konzept. „Das sollte auf jeden Fall unterstützt werden. Besonders jetzt, in Corona-Zeiten, ist die Problematik durch den Verpackungsabfall noch einmal größer geworden“, erklärt Huber. Deshalb sei jeder Schritt im Kampf gegen den Abfall ein guter. „Besonders freuen würde ich mich natürlich, wenn alles, was im neuen Laden verkauft wird, ökologisch angebaut ist.“

Laut Jäger ist dies der Fall, denn die Nahrungsmittel kommen von Betrieben des Netzwerks „Solidarische Landwirtschaft“. Das ist ein Projekt, bei dem die Verbraucher den Erzeugern einen monatlichen Beitrag zahlen. Damit sollen die Bauern von Marktzwängen befreit werden und nachhaltig wirtschaften können.

Stadtbewohner trennen viel Müll

Durch dieses Netzwerk kam auch die Idee für den Laden auf, erklärt Jäger. Denn das Haus des Vereins „Humanologische Akademie“, in dem das Geschäft nun eröffnet, agiert schon lange als Abholstation für die Produkte der solidarischen Landwirtschaft. „Zuerst hatten wir nur Gemüse da, dann wurde ich irgendwann gefragt, ob ich einen Sack Mehl zur Abholstation mitnehmen will. Dadurch ist das Angebot dann gewachsen.“

Huber hofft, dass der Laden Zuspruch findet. Schacher teilt seine Meinung, sagt aber auch: „Die Wasserburger verhalten sich schon löblich. Sie trennen viel. Hier sind wir besser als der bayerische Durchschnitt.“ Tatsache ist nach Meinung des Stadtrates auch: „Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht.“

Kommentare