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„Die Rede vom toten Punkt ist hart“

Dekanat Wasserburg: Abgelehnter Rücktritt von Kardinal Marx löst Diskussion um Zukunft der Kirche aus

Als Kirchenbeben wurde das Rücktrittsgesuch von Kardinal Reinhard Marx von vielen bezeichnet. Inzwischen wurde das Gesuch von Papst Franziskus abgelehnt, vorüber ist das „Beben“ deshalb noch nicht. Auch in der Region sind die Nachwirkungen zu spüren. Vertreter aus Wasserburg haben sich geäußert.

Wasserburg – Denn für Klaus Vogl, Dekan des Dekanats Wasserburg, und Dekanatsratsvorsitzende sowie Pfarrgemeinderätin Rosemarie Stübl in Amrang ist klar „So wie bisher kann es nicht weitergehen.“

Ist die Kirche noch lebendig?

Dekan Klaus Vogl

Doch, die Meinungen, wie schwerwiegend die Lage ist, gehen auseinander. Insbesondere die von Marx in seiner Mitteilung angestoßene Rede von einem „toten Punkt“ der Kirche kritisiert Vogl. Das sei zu hart. „Sie kann in Trauer und Depression führen.“ Auch grundsätzlich stelle er fest, dass in den Pfarrgemeinden und in geistlichen Bewegungen sehr wohl Leben vorhanden sei.

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Dekanatsratsvorsitzende Rosemarie Stübl

Stübl hingegen widerspricht. „Wir reden jetzt schon davon, Kirchen aufzugeben“, sagt sie, aufgrund des Priestermangels und fehlender Gläubiger. Doch die Auflösung von Kirchen sei eine Entscheidung, deren Wirkung oftmals unterschätzt werde. Denn Kirchen seien Orte, die sowohl für die Wertevermittlung zuständig seien als auch invielen Dörfern bisher den Mittelpunkt der Gesellschaft darstellen würden. Insbesondere dieser Aspekt treibt sie um. Denn in den Gemeinden, in denen Kirchen bereits geschlossen hätten, gebe es kaum Zusammenhalt, kaum Leben mehr. Es sei also durchaus berechtigt, von einem „toten Punkt“ zu sprechen. Besonders, weil die Lage in Zukunft wohl noch schlimmer werde.

Muss eine rein institutionelle Verantwortung mit einem Amtsverizicht einhergehen?

Auch die Frage, ob das Rücktrittsgesuch hätte angenommen werden sollen, beschäftigt beide. Während Stübl erklärt, dass es sich, um die Entscheidung von Marx handele, die auch respektiert werden sollte, hoffte Vogl von Anfang an, dass der Papst das Gesuch ablehne, denn dies sei nun die Chance, „um das, was er begonnen hat, auch zu Ende zu führen“.

Schließlich, habe Marx viele notwendige Prozesse angestoßen. „Jetzt, wo es darum geht, Entscheidung herbeizuführen und sie umzusetzen, drängt er auf einen Wechsel.“ Einen Schritt, den Vogl respektiert, doch er stellt auch in Frage, „ob eine rein institutionelle Verantwortung mit einem Amtsverzicht einhergehen muss oder nicht vielmehr mit einem erhöhten Engagement.“

Beide sind weiterhin hoffnungsvoll

In einem sind sich beide jedoch einig: Sie sind voller Hoffnung, dass ein „toter Punkt“ überwunden werden kann. „Wer mich kennt, der weiß, dass ich schon lange Reformen fordere“, sagt Stübl. Der Prozess laufe nur langsam ab, doch an eine Aufgabe ihrer Ämter denkt sie dennoch nicht. Auch Vogl möchte seinen Beitrag zum Erhalt der Kirche leisten. „Und ich weiß mich da Gott sei Dank verbunden mit gar nicht so wenigen.“

Rubriklistenbild: © dpa/red

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