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Die Zankstelle

Maskenstreit immer aggressiver: Wasserburger Tankstellen-Mitarbeiter sind nach Mord in Sorge

An die Maskenpflicht wollen sich einige Kunden der Tankstelle Zeislmaier in Wasserburg nicht mehr halten.
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An die Maskenpflicht wollen sich einige Kunden der Tankstelle Zeislmaier in Wasserburg nicht mehr halten.

Nach dem von einem Masken-Gegner verübten Mord in Idar-Oberstein sind auch die hiesigen Tankstellen-Mitarbeiter sehr besorgt - weil manche Kunden immer aggressiver werden.

Wasserburg – „ Ach leck mich doch am Arsch“, das muss sich eine Angestellte der Tankstelle Zeislmaier in Wasserburg immer öfter sagen lassen, wenn sie Kunden, die keinen Mundschutz im Verkaufsraum tragen wollen, auf die Maskenpflicht hinweist. Sie und auch Kollegen von anderen örtlichen Tankstellen, berichten, dass Kunden teilweise immer hitziger und aufbrausender werden.

Seit dem Mord in Idar-Oberstein, wo ein Maskenverweigerer am 18. September einen jungen Tankstellen-Mitarbeiter erschossen hat, geht die Sorge bei Tankstellen-Beschäftigten auch in Wasserburg um. Eine Tat, die ihnen Angst einjagt, besonders, wenn ein Konsument mal wieder laut wird und lospoltert, weil er auf die Mundschutzpflicht hingewiesen wird.

„Maskenpflicht“ für viele ein Reizwort

Am 7. Oktober ist für den getöteten 20-jährigen Mann – sein Name war Alex – eine öffentliche Gedenkfeier in Idar-Oberstein geplant. Die schreckliche Eskalation nach einem Maskenstreit beschäftigt viele Menschen, die täglich im Kundenkontakt stehen. Denn der Begriff „Maskenpflicht“ ist für viele Bürger inzwischen zu einem Reizwort geworden.

Die Lage hat sich zugespitzt

Die Lage habe sich zugespitzt, verrät eine Mitarbeiterin der Tankstelle Zeislmaier, die anonym bleiben möchte. Vor allem in den vergangenen Monaten würden die Leute immer aggressiver auftreten.

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Auf den Hinweis, dass im Laden Maskenpflicht gelte, höre sie immer öfter „Leck mich am Arsch.“ Darum sei sie auch nicht überrascht, dass es zu dem Mord kam – so entsetzliche dieses Verbrechen auch sei.

Aggressives Auftreten

„Mein Kollege meinte letztens zu mir: Schrei nicht so laut, sonst bist du die Nächste.“

Die meisten Menschen, die so aggressiv auftreten, hätten vor allem ein Argument: „Sie sagen, ich bin zweimal geimpft, ich brauche das nicht.“ Viele kämen auch gerade aus dem Urlaub zurück, aus Ländern, wo die Maskenpflicht nicht oder nicht mehr gelte.

Angriffslustige Kunden

Dass die Kunden zum Teil sehr angriffslustig sind, bestätigt auch Annemarie Fellner, Chefin der Aral Tankstelle in der Burgau. „Wir haben eine sehr anstrengende Zeit hinter uns“, sagt Fellner, vor allem die Mitarbeiter im Verkauf. Das liege auch an der besonderen Situation des Geschäftsmodells. Denn zum einen könnten Tankstellen im Gegensatz zu anderen Geschäften ihre Kunden nicht einfach wegschicken, schließlich hätten sie ja schon getankt. Zum anderen kommen insbesondere „an der Tanke“ Menschen aus allen Gesellschaftsschichten zusammen. Das gilt ganz besonders für die Burgau, sagt Fellner. Denn hier kommt zusätzlich die Tatsache hinzu, dass es keine weiteren Einkaufsmöglichkeiten im Viertel gibt. „Dadurch kommen wirklich alle zu uns“, sagt sie.

Es kommt vor, dass die Polizei gebraucht wird

Im Moment sei die Situation aber besser geworden. „Wir hatten aber auch schon Zwischenfälle, wo wir tatsächlich die Polizei rufen mussten.“ Das Problem sei, dass die Leute auch nach einem Hinweisen auf die Maskenpflicht einfach nicht mehr gehen. „Die stehen einfach an der Kasse ohne Mundschutz. Oder es heißt, ,ich wollte ja nur schnell was kaufen‘.“ Erschwerend komme noch hinzu, dass auch von anderen Kunden gepöbelt werde, wenn sie mitbekämen, dass jemand den Laden ohne Maske betritt – weil sie sich auch gestört oder gefährdet fühlen. „Dadurch kann die Situation leicht eskalieren.“

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Inzwischen behelfen sich die Mitarbeiter deshalb anderweitig. „Wir kassieren die Leute zum Teil vor der Türe ab.“

Einer hat schon aufgegeben

Ähnliches berichtet ein Mitarbeiter der Tankstelle Singer, der ebenfalls anonym bleiben möchte. Er habe sich inzwischen dazu entschieden, die Leute auch maskenlos zu bedienen. Denn ansonsten ende es meistens in Streit. Die angedrohte Strafe laut Infektionsschutzgesetz interessiere ihn dabei nicht. „Das kontrolliert eh keiner“.

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