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Nach Todesstoß durch Energiekrise: Das entsteht in Wasserburgs altem Schreibwarengeschäft

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Von: Petra Maier

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Neue Pläne gibt es für das Pöhmerer-Haus am Weberzipfel in Wasserburg.
Neue Pläne gibt es für das gelbe Pöhmerer-Haus am Weberzipfel in Wasserburg. © Leitner

Die Energiekrise versetzte dem Wasserburger Traditionsgeschäft Schreibwaren Pöhmerer im vergangenen Jahr den Todesstoß. Nun soll das Haus am Weberzipfel neu belebt werden.

Wasserburg – Zum Ende vergangenen Jahres schloss „Am Weberzipfel“ ein Kapitel Wasserburger Einzelhandelsgeschichte. Schreibwaren Pöhmerer hörte im 70. Jahr des Bestehens auf. „Es geht nicht mehr“, sagte Gismunde „Guggi“ Pöhmerer im Exklusiv-Gespräch mit dem OVB im November 2022. 2014 hatte sie das Geschäft von ihren Eltern übernommen. „Corona haben wir ganz gut überstanden, doch die Energiekrise schafft uns“, bedauerte sie damals.  Die Energiekrise gab dem Traditionsgeschäft den Todesstoß.

Nun soll das markante Haus am Weberzipfel neu belebt werden: Der Wasserburger Bauausschuss beriet in seiner jüngsten Sitzung über einen Antrag auf Umbau und Sanierung des bestehenden Wohn- und Geschäftshauses. Im Erdgeschoss ist ein Büro geplant. Die Sanierung des Gebäudes mit Einbau von vier zusätzlichen Wohneinheiten mit einem Dachgeschoss-Neuausbau war ebenfalls im Antrag enthalten, den Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann dem Gremium vorstellte.

Für die Nutzung des Dachgeschosses sei eine Erhöhung des inneren Daches und die Änderung der Dachneigung erforderlich, machte die Stadtbaumeisterin deutlich. Der anwesende Gemeinderat Markus Pöhmerer (Wasserburger Block) durfte an der Abstimmung im Bauausschuss wegen eigener Betroffenheit bei diesem Thema nicht teilnehmen. Die anderen Gremiumsmitglieder erklärten sich mit 6:0 Stimmen für das geplante Projekt. Damit entschieden sie auch, dass zwei Dachflächenfenster zur Belichtung der beiden Bäder im Dachgeschoss eingefügt werden dürfen. Außerdem genehmigten sie die Errichtung eines Balkons im Dachgeschoss an der Südfassade, der, laut Herrmann, bisher nicht vorhanden beziehungsweise auch nicht historisch nachweisbar sei. Auch für die geplante Dachterrasse stimmte das Gremium einer minimalen Abweichung zu, die das Betreten einfacher mache, wie im Bauausschuss zu hören war.

Fenster und Fenstertüren an der Südfassade sollen gemäß der Gestaltungssatzung mit Sprossen unterteilt werden und sind mit Holz auszuführen. Die Balkonbrüstungen und die Absturzsicherungen sind ebenfalls aus Holz oder als schmiedeeisernes Gitter auszuführen, so der Beschluss. Außerdem wurde in den Beschluss aufgenommen, dass die Fenster im dritten Obergeschoss in Format und Gestaltung mit den Denkmalschutzbehörden abzustimmen seien. Die Erhöhung des Daches im Bereich der Vorschussmauern sei auf das erforderliche Mindestmaß zu reduzieren, hieß es weiter in dem Beschluss. „Dabei geht nicht um die Aufstockung selbst, sondern vor allem um die äußere Ansicht für dieses sehr dominante Gebäude im unbeplanten Innenbereich der Innstadt am Weberzipfel“, so die Stadtbaumeisterin.

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