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„Wenn ich meine Mutter nicht hätte“

31 Jahre ihren Sohn Tobi gepflegt: Magdalena Hallers grenzenlose Mutterliebe wird mit Preis belohnt

Für die Pflege von Sohn Tobi wurde Magdalena Haller (links) von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft vertreten durch Katja Dreier (Mitte) und Meike Holderer mit dem Pflegepreis ausgezeichnet.
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Für die Pflege von Sohn Tobi wurde Magdalena Haller (links) von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft vertreten durch Katja Dreier (Mitte) und Meike Holderer mit dem Pflegepreis ausgezeichnet.

1990, kurz vor seinem Abitur erhielt Tobi Haller die Diagnose Multiple Skelrose, seitdem pflegt ihn Mutter Magdalena Haller. Für ihren Einsatz erhielt sie nun die Anerkennung in Form des Pflegepreises der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft.

Wasserburg – „Mutterliebe kennt keine Grenzen“, heißt es immer wieder. Auf Magdalena Haller trifft dieses Sprichwort auf jeden Fall zu. Seit 31 Jahren pflegt sie ihren Sohn Tobi, seit dieser 1990 die Diagnose Multiple Sklerose bekam. Nun wurde Haller mit dem Pflegepreis des Bayerischen Landesverbands der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) ausgezeichnet.

Regelmäßig rückte sie nachts aus

Regelmäßig, erzählt Haller, musste sie nachts nach Greinhof fahren, um zu helfen. Zwar gab es bei der Einrichtung des Betreuten Wohnens einen Pflegedienst, doch nur tagsüber und Sohn Tobi war und ist ein nachtaktiver Mensch, wie dieser selbst mit einem Grinsen bestätigt. Um dreiviertel drei Aufstehen sei für ihn normal. Und so musste Mutter Magdalena regelmäßig zu Notfällen ausrücken, wenn zum Beispiel der Rollstuhl wieder umgefallen war oder Tobi selbst gestürzt war.

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Vor dem Jahr 2015 kümmerte sich Haller sogar alleine um die Pflege und Betreuung ihres Sohnes. Dazu fuhr sie regelmäßig in die Wohnung von Tobi, denn trotz der Schwierigkeiten und obwohl dies einen größeren Aufwand für Haller bedeutete, wollte sie ihrem Sohn ein eigenständiges Leben in einer eigenen Wohnung ermöglichen.

Für Behördengänge ist Haller weiterhin im Einsatz

Inzwischen wohnt Tobi im Caritas-Altenheim St. Konrad. Eine Lösung, die Haller nur bedingt gelungen findet. „Die Pflege vor Ort ist sehr gut“, stellt sie klar. Selbst unter Corona konnte Tobi seine regelmäßigen Ausflüge in die Stadt unternehmen. „Aber ich hätte mir eine Einrichtung für jüngere Pflegebedürftige gewünscht“, sagt Haller. Doch so etwas gebe es in Wasserburg nicht.

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Doch obwohl die pflegerischen Tätigkeiten inzwischen von dem Altenheim übernommen werden, Haller ist immer noch im Einsatz. „Ich bin weiterhin die gesetzliche Betreuerin“, sagt sie. Behördengänge, finanzielle Angelegenheiten, Anträge bei der Krankenkasse. All das wird von Haller übernommen.

Für den Pflegepreis wurde Haller bereits 2018 von der „Jungen MS-Gruppe Wasserburg“ vorgeschlagen. Die Gruppe wurde von ihrem Sohn mitbegründet, bei deren Selbsthilfegruppe ist Haller selbst seit 1998 selbst Mitglied. „Wir haben sie vorgeschlagen, denn so wie sie für den Tobi da ist und seine Pflege übernimmt, damit ist sie für uns alle ein großes Vorbild“, erklärt Mitglied Manfred Förtsch.

Verleihung wegen Corona verschoben

Dreimal musste die Verleihung verschoben werden, auch aufgrund der Corona-Pandemie. Nun konnte der Preis endlich im kleinen Rahmen im Cafésito übergeben werden. Die großen Festlichkeiten sollen noch folgen, wie Katja Dreier von der Beratungsstelle Oberbayern der DMSG Bayern versichert.

Haller habe sich den Pflegpreis „für ihren beispielhaften Einsatz und ihr vorbildliches Engagement“ verdient, erklärt Dreier in ihrer Laudatio. Liebevoll und fürsorglich sorge sie weiterhin dafür, dass es Tobias an nichts fehle. Zudem sei sie mit ihrer „ruhigen, freundlichen und sonnigen Art“ eine Bereicherung für ihre Familie, für die Gruppe und für die Mitarbeitenden der DMSG.

Sohn Tobi hat zur Verleihung nur eines zu sagen: „Wenn ich meine Mutter nicht hätte“, bevor er am lautesten klatscht.

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