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Portrait der Woche

Peter Nieder aus Edling widmet sein Leben dem Motorsport

In einem grünen Container hat Peter Nieder vier Karts gelagert, die für Slalomfahrten eingesetzt werden. Ein solches Sportgerät mit Viertaktmotor (fünf PS) kostet 4000 Euro. Der Sprit ist benzolfrei.
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In einem grünen Container hat Peter Nieder vier Karts gelagert, die für Slalomfahrten eingesetzt werden. Ein solches Sportgerät mit Viertaktmotor (fünf PS) kostet 4000 Euro. Der Sprit ist benzolfrei.

Sogar Rennfahrer Michael Schumacher startete seine Karriere im Kart. Peter Nieder, Vorsitzender des Motorsportclubs Wasserburg, gibt dem Nachwuchs aus der Region die Chance, Fahrpraxis zu sammeln. Aus dem Leben eines Motorsportfans.

Wasserburg/Edling – Man hätte es in dieser landschaftlichen Idylle kaum vermutet: In Fürholzen, einem abgelegenen Ortsteil der Gemeinde Edling, können sich junge Mitglieder des Motorsportclubs (MC) Wasserburg auf kleinen Flitzern austoben. Dort wohnt Peter Nieder, der mit vielen ehrenamtlichen Helfern auf einem Teil seines Grundes ein Trainingsgelände eingerichtet hat.

Ausgezeichnet vom ADAC

Nieder ist seit 2001 Vorsitzender des MC, er hat sich mit Leib und Seele dem Motorsport verschrieben – und zwar einer ganz speziellen Sparte, dem Kart-Sport. Ende März wurde Nieder, wie berichtet, vom ADAC Südbayern ausgezeichnet. Der 60-Jährige erhielt für seine Verdienste die Ehrennadel in Gold mit Brillanten. Es ist die höchste vom Automobilclub verliehene Würdigung für ehrenamtlich tätige Funktionäre.

Mit Leib und Seele Mechaniker

Nieder vertritt eine Sportart, die kaum über ihr Nischendasein hinauskommt. Aber das befeuert sein Engagement eher noch. In seiner Position als Clubchef tut er sein Bestes, damit die Jugendlichen ein ganz spezielles Hobby pflegen und damit Ehrgeiz für Wettbewerbe entwickeln können.

Der Edlinger ist ein Mann mit sympathischer Ausstrahlung und professioneller Hingabe zum Motorsport. Beruflich ist er in einer Wasserburger Automobilwerkstatt tätig: „Das Kfz-Handwerk habe ich von der Pike auf gelernt, das macht mir Freude. Nur mit Widerwillen zur Arbeit zu gehen, würde nicht funktionieren“, sagt er.

Kunden lassen Ferrari, Bentley und Porsche bei Peter Nieder einstellen

Spezialisiert hat er sich auf Fahrwerksvermessungen. Dass er dabei über ein großes Können verfügt, ist weit über Wasserburg hinaus bekannt. „Ich habe jede Menge Kunden, die aus München oder Rosenheim kommen und die ihren Ferrari, Bentley oder Porsche bei mir einstellen lassen“, bekennt er stolz.

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Mit Leib und Seele Mechaniker

Seit seiner Geburt lebt Nieder in Fürholzen, zur Schule ist er in Edling gegangen. Schon ein Jahr vor Abschluss der Mittleren Reife wusste er, dass Autos seine Bestimmung werden sollten. Die Lehrzeit absolvierte er in einer Kfz-Werkstatt in Forsting, er reparierte Fahrzeuge von Volvo und Alfa Romeo – Autos, wie sie unterschiedlicher nicht sein können.

„Und so wurde ich mit Leib und Seele Mechaniker“, erzählt er. Von der Landwirtschaft seines Vaters, der 1980 im Alter von 40 Jahren an einem Herzinfarkt starb, trennte er sich.

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Und wie wurde Peter Nieder Vorsitzender des 200 Mitglieder zählenden MC Wasserburg? Bei der Frage bittet er, ausholen zu dürfen: „Ich habe mit dem Motorradsport angefangen, bin jahrelang Bahnrennen gefahren, einmal auch Eisspeedway.“ Ein Sport, der ihn als kleiner Bub begeisterte, sein Vater baute für ihn die Rennmaschine zusammen.

Schon als kleiner Bub schnell unterwegs

Und schnell schwelgt Nieder in Erinnerungen: „Ich war sechs Jahre alt, meine Gegner neun und zwölf. Und ich hab‘ trotzdem gewonnen.“ Das freut ihn heute noch.

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Er übte auf einem Moped im heimischen Gelände: „Über den Krach hat sich damals niemand beschwert.“ Das Training hat sich jedenfalls gelohnt: „In den Jugendklassen habe ich alles gewonnen, was es gab.“

Mitte der 80er-Jahre beendete er seine Rennsportkarriere – und stieg Anfang der 90er-Jahre im Verein auf: Erst war er Jugend-, dann Sportleiter, 1996 gründete er die Jugend-Kart-Gruppe. Im Verein wurde klar: Der Nieder, der kann was reißen. 1997 wurde er Vize des Clubs und 2001 schließlich Vorsitzender.

Die ersten Stufe zur Formel eins

Mit den Motorradrennen ging es beim Motorsportclub Wasserburg im Lauf der Jahre zu Ende mittlerweile liegt der Schwerpunkt auf vier Rädern – auf motorisierten Karts, mit denen die Jugendlichen auf einem mit Pylonen ausgestatteten Parcours Slalom fahren.

Besonders zu Herzen nimmt sich Nieder die Jugend. Ihr stellte er für den Sport einen eigenen 1700 Quadratmeter großen geteerten Platz auf seinem Anwesen zur Verfügung. Ihm ist dabei auch wichtig, dass sie Fahrpraxis sammelt – mit Blick auf den Führerschein. Coronabedingt gab es freilich in diesem Jahr noch kein Training.

Doch eines will Nieder nicht: Dass dort die Eltern ihre Kinder einfach nur abgeben und sich dann davonmachen. „Vater und Mutter sollen dabei sein und zuschauen. Die Aufsichtspflicht bleibt bei ihnen.“

„Alle haben mal klein angefangen“

So können sie auch beobachten, wie der Nachwuchs die ersten Stufen zur Formel 1 nimmt. „Alle haben ja mal klein angefangen“, sagt Nieder und lacht.

Kurz & bündig

Worauf sind Sie stolz?

Peter Nieder: In erster Linie auf meine Familie - auf meine Frau und meine drei Kinder.

Wann sind Sie an Ihre Grenzen gestoßen?

Nieder: 2005. Da hat mir mein Körper einen Denkzettel gegeben. Ein Herzinfarkt.

Was würden Sie gerne nochmal tun?

Nieder: Es war alles schön, was ich erlebt habe.

Gibt es für Sie noch unerfüllte Träume?

Nieder: Eigentlich nicht. Ich bin froh, wenn ich einigermaßen gesund bleibe.

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