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Neuer Standort für Herzkatheter

Romed-Klinik Wasserburg erhält Gefäßchirurgie: Ein Experte aus der Region kommt als Chefarzt

Der Eingangsbereich des Neubaus: gemeinsam genutzt von der Romed-Klinik und dem Inn-Salzach-Klinikum. Sweco
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Der Eingangsbereich des Neubaus: gemeinsam genutzt von der Romed-Klinik und dem Inn-Salzach-Klinikum. Sweco

Noch ein Jahr, dann ist die Romed-Klinik Wasserburg am jetzigen Standort Geschichte. Rund um den 1. Juli 2022 soll der Umzug in den gemeinsamen Neubau mit dem kbo-Inn-Salzach-Klinikum vollzogen werden. Bereits jetzt zeigt das Vorhaben, wie wichtig es für die Romed-Kliniken und für die Patienten ist.

Wasserburg – Der Neubau ermöglicht der Romed-Klinik, ihr Leistungsspektrum auszubauen. Ein Gespräch mit dem Ärztlichen Direktor Dr. Gordon Hoffmann über „Visionen“, die längst konkrete Formen angenommen haben.

Herzkatheterstandort entsteht

Eine Personalie lässt in diesem Zusammenhang aufhorchen: Die Romed-Klinik Wasserburg konnte den Gefäßchirurgen Dr. Felix Härtl gewinnen, teilt Hoffmann mit. Härtl wird von der Schön-Klinik Vogtareuth, wo er Chefarzt im Fachzentrum für Gefäßchirurgie ist, nach Wasserburg wechseln. Er wird hier voraussichtlich ab dem 1. Dezember eine Fachabteilung aufbauen, die das chirurgische Spektrum um die Gefäßchirurgie erweitert. Spätestens im Neubau wird diese in den Vollbetrieb gehen, so Hoffmann.

„Dynamischer Vorwärtsgang“

Die Romed-Klinik Wasserburg wird nach seinen Informationen das Herz-, Kreislauf- und Gefäßzentrum zu einem Schwerpunkt mit „Spitzenmedizin“ weiterentwickeln. Dazu passt, dass im Neubau auch ein Herzkatheterlabor eingerichtet wird. Eng verzahnt mit der internistischen, chirurgischen sowie intensivmedizinischen Abteilung werden Implantationen von Herzschrittmachern und Defibrillatoren durchgeführt werden.

„Der Neubau und seine räumlichen Möglichkeiten haben die Entscheidung, dass wir uns in diese Richtung weiterentwickeln, leicht gemacht“, sagt der Ärztliche Direktor. Die Romed-Klinik Wasserburg habe in einen „dynamischen Vorwärtsgang“ schalten können – anders als viele kleinere Krankenhäuser auf dem Land, die sich in einem schwierigen gesundheitspolitischen Umfeld oft existenziell schwertun würden. Dafür stehe auch die Personalie von Dr. Uwe Biller, seit einem Jahr Chefarzt der Inneren Medizin, mit seiner Expertise in den Bereichen Kardiologie, Intensiv- und Notfallmedizin.

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Die Aufwärtsentwicklung gilt seit Jahren auch für die vergleichsweise große Geburtshilfe in Wasserburg. Die Zahl der Geburten steigt kontinuierlich – 2020 kamen in der Geburtsstation Wasserburg 854 Babys auf die Welt. Heuer könnte die 900 geknackt werden – auch dank eines stabilen Teams, das eng mit dem Hebammenhaus zusammenarbeite. Die im Haus vorhandene Akutmedizin führe dazu, dass sich viele Eltern auch aus dem weiteren Umfeld für eine Geburt in Wasserburg entscheiden, ist Hoffmann überzeugt.

Ärztlicher Diretor Dr. Gordon Hoffmann.

Die Geburtshilfe ist nach dem Renteneintritt von Chefarzt Dr. Martin Heindl, der eine Doppelqualifikation als Gynäkologe und Geburtshelfer hatte, durch seine Nachfolgerin, Chefärztin Dr. Julia Jückstock, und eine Kinderärztin, Selma Beganovic, wieder personell gut aufgestellt. Noch Zukunftsmusik, aber durchaus denkbar sei die Gründung einer eigenen pädiatrischen Abteilung, deutet Hoffmann an.

Mit der Erweiterung des Leistungsspektrum s um die Gefäßchirurgie und einen Herzkatheterstandort erreicht die Romed-Klinik Wasserburg „ein ganz neues Level“, freut sich der Ärztliche Direktor. Die Personalkosten im ärztlichen Bereich seien bereits jetzt um 50 Prozent erhöht worden. Auch im pflegerischen Bereich sei deutlich aufgestockt worden, um den neuen medizinischen Herausforderungen gerecht zu werden.

Die Bedeutung des Standorts Wasserburg im Klinikverbund Romed – hier das am stärksten wachsende Haus – habe sich auch während der Pandemie gezeigt. Wasserburg wurde neben Rosenheim zur Corona-Klinik entwickelt und habe bei der Bewältigung der Krise eine tragende Rolle gespielt. Neben der Intensivstation und zentralen Notaufnahme gab es in den Hochphasen der Corona-Infektionswellen eine eigene, extra abtrennbare Corona-Station, berichtet Hoffmann.

Jetzt, im Sommer 2021, ist Romed Wasserburg coronafrei. Doch Zeit zum Durchschnaufen gibt es für das Personal kaum, denn es gilt, den Umzug in den Neubau zu organisieren (Siehe Kasten oben).

Gemeinsame Eingangshalle mit ISK

Dieser biete große Chancen für die Zukunft – und ein bayernweit einmaliges Leuchtturmprojekt der Kooperation zwischen einer somatischen und einer psychiatrischen Klinik. Die Zusammenarbeit mit dem Inn-Salzach-Klinikum, das nur fünf Minuten entfernt von Romed liegt, hat eine lange Tradition. Sie kann im Neubau, derzeit größtes Krankenhausbauvorhaben im Freistaat, noch intensiviert werden, betont Hoffmann.

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Die Kooperation unter einem Dach setze eine medizinische Binsenwahrheit um: „Körper und Geist hängen zusammen. Es wird Zeit, dass die Medizin diesem Faktor die entsprechende Bedeutung einräumt.“ Wissenschaftlich belegt sei die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Behandlung unter anderem in der Schmerztherapie.

Romed und ISK werden die Synergien des Baus nutzen: Es gibt eine gemeinsame Eingangshalle, eine gemeinsame Notaufnahme, gemeinsame Kantine und gemeinsame Labore.

Was mit dem Altgebäude geschieht, ist noch offen. Wie berichtet, denkt die Stadt über einen Ankauf und eine Wohnnutzung nach. Die Nebengebäude der Klinik werden übrigens weiter genutzt: Schulen und Wohnheime bleiben stehen, teilt die Klinikleitung dazu mit.

Der Umzug: eine logistische Herausforderung

Ein Logistiker entwickelt derzeit mit einem Arbeitskreis die Pläne für den Umzug der Romed-Klinik Wasserburg. „Es wird eine große logistische und personelle Herausforderung“, sagt der Ärztliche Direktor, Dr. Gordon Hoffmann. Welche Variante zum Zuge kommt in etwa einem Jahr – langsam und schrittweise umziehen oder konzentriert an einem Tag X – stehe noch nicht fest. Die Stimmung im Haus sei noch etwas gemischt: Vorfreude und Wehmut seien zu spüren. Etwa die Hälfte aller 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe bereits an Baustellenbesuchen teilgenommen, berichtet Selina Steffen, Assistentin der Klinikleitung. „Wir setzen uns mehr und mehr mit dem Prozess des Umzugs auseinander“, berichtet sie.

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Hoffmann betont die problematische Raumsituation im Altbau, der in die Jahre gekommen sei. Der Sanierungsbedarf sei im Bestand aus dem Jahr 1964 nicht mehr wirtschaftlich zu schultern gewesen. „Wir stoßen an unsere Grenzen“, sagt er – macht jedoch auch keinen Hehl daraus, dass auch er dem Gebäude, aus dem 2022 ausgezogen wird, „ein besonderer Charme anhaftet“.

Idyllisch gelegen: der Altbau der Romed-Klinik Wasserburg. Er wird Mitte 2022 aufgegeben. Der Neubau liegt nur wenige Minuten entfernt.

Derzeit befinde sich die Klinik in der Bestandsaufnahme für das Mobilar: Was wird neu angeschafft, was mitgenommen? Erste Mitarbeiterschulungen in den neuen Räumen und Notfallsimulationen seien für das Frühjahr 2022 geplant. Personell werde weiter aufgestockt – teilweise sei ein Doppelbetrieb notwendig, um parallel zum normalen Krankenhausalltag die Einweisungen und Mitarbeiterschulungen durchführen zu können. „Dies alles ist ein enormer Kraftakt“, sagt Hoffmann.

Die Wasserburger Kliniken

Es ist das größte Klinikbauvorhaben in Bayern: Unter dem Dach des Namens „Die Wasserburger Kliniken“ vereinen sich – räumlich – die Romed-Klinik Wasserburg in Trägerschaft von Stadt und Landkreis sowie das Inn-Salzach-Klinikum, (ISK) in Trägerschaft der Kommunalen Krankenhäuser des Bezirks Oberbayern (kbo).

In drei Bauabschnitten entstehen 600 Betten, 130 davon für die Romed-Klinik. Der Gebäudekomplex wird aus fünf miteinander verbundenen Einheiten bestehen. Im Norden entsteht der Neubau für Romed, der über einen gemeinsamen Eingang mit den vier Pavillonhäusern des ISK verbunden wird. Die Gesamtkosten betragen 240 Millionen Euro. Bis 2025 wird gebaut. Das Vorhaben ist bis jetzt im Zeit- und Kostenplan.

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