"Gut Spund" erst wieder in sieben Jahren

Stürmischer Fackelzug beendet Wasserburger Schäfflerjahr 2019

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Die Schäffler zogen mit einem Fackelzug in die Altstadt. 
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Wasserburg - 24 Tanztage und 135 Auftritte: Die Schäffler zog es zusammen mit der Stadtkapelle die letzten Wochen quer durch den Altlandkreis. Der Höhepunkt stieg am Faschingsdienstag, als die Schäffler nach einem Fackelzug es von der Kellerstraße aus über die Innbrücke am Rathaus ihren allerletzten Tanz absolvierten. 

Schäfflertänzer, Kasperl, Marketenderinnen und die Stadtkapelle wurden von den Wasserburger Stadtknechten auf ihrem Weg zum Abschlusstanz mit ihren Fackeln begleitet. 

Der Fackelzug erstreckte sich über die gesamte Rote Brücke und sorgte für ein ganz besonderes Lichterspektakel. Eigens dafür wurden die Lichter in der Altstadt verdunkelt und die Straßenlaternen abgeschaltet. Stürmisch zog einige Windböen über die Innbrücke und drohten zunächst die relativ robusten Fackeln der Zugteilnehmer auszulöschen - doch fast alle Fackeln kamen unbeschadet durch das Brucktor. 

Die Reifenschwinger taten ihr Bestes, die beiden voll gefüllten Schnapsgläser, die in den Reifen platziert sind, zu erhalten.

Oberkasperl Helmut Samer erklärte nach dem Abschlusstanz am Marienplatz, die Stimmung sei noch besser gewesen als 2012, als die Schäfflertanzgruppe ihr 100-jähriges Bestehen feierte. "Innerhalb der Stadtgrenzen herrscht ein großer Zusammenhalt, das ist uns in den letzten Wochen immer wieder vor Augen geführt worden. Das ist etwas ganz Positives für die Gesellschaft. Uns freut es umso mehr wie viele begeisterte Zuschauer die Schäfflerhistorie alle sieben Jahre anzieht." 

Bürgermeister Michael Kölbl ergänzte, die Schäffler hätten alle begeistert in und um Wasserburg: "Die Stadkapelle und die Schäffler, das sind eine eingeschworene Gesellschaft geworden. Danke an alle ehrenamtlichen inklusive Feuerwehr und den Stadtknechten, dass ihr unser kulturelles Leben und die Traditionen aufrecht und hochleben lässt." 

Der Zweite Bürgermeister Werner Gartner, der neben dem ersten Bürgermeister am Faschingsdienstag zu einem weiteren Ehrenmitglied der Schäffler ernannt wurde sorgte mit den Worten, die Schäffler hätte zu jederzeit ein "fantastisches Männerballet" hingelegt, für einige Lacher in den Besucherreihen. 

Das Brechen des Buxreifens läutet endgültig das Ende der Schäffler ein.

Nasskaltes Wetter zum Abschluss des Schäfflerjahres

Nach der Vorstellung aller Mitglieder - von den Wagerlbuam über die Marketenderinnen bis hin zu den Kapserln und natürlich den Tänzern - zerbrach der älteste Wasserburger Schäffler, Max Holbl, offiziell den Buxreifen und beendete das Schäfflerjahr 2019 somit. Natürlich ließ er es sich nicht nehmen die Schäffler in Reimform ein letztes Mal zu würdigen. 

Den Abschluss am Marienplatz bildete das Schäfflerlied, das nur zu ganz besonderen Anlässen gespielt und gesungen wird und eine gefühlvolle Trompeteneinlage vom Rathausbalkon aus. Wie auf Kommando begann es einige Minuten vorher zu regnen - so als würde auch Petrus traurig sein, dass der Spruch "Aba hait is koit" wieder für sieben Jahre verstummen wird - bis 2026 wieder in der Innstadt die Worte "Gut Spund" durch die Gassen wehen. 

Der letzte Schäfflertanz am Wasserburger Rathaus 

Seit dem Auftakt am 6. Januar, dem Heilig-Drei-Königs-Tag, waren die Schäffler im gesamten Wasserburger Altlandkreis unterwegs. An manchen Tanztagen hat so mancher wackerer Tänzer laut Schrittzähler 17.000 Schritte mit rund 12 Tanzkilometern zurückgelegt.

mb

Quelle: wasserburg24.de

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