Möglicher neuer Treffpunkt in der Altstadt

"Street-Workout": Ein Calisthenics Park in Wasserburg? 

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Das würde Outdoor-Sportler freuen: Gibt es in Wasserburg bald einen Calisthenics Park? 
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Wasserburg - Calisthenics, zu Deutsch Kalisthenie - was sperrig klingt ist für Fans der spontanen Outdoor-Fitness das Höchste. In Zukunft könnte es eine solche Sportmöglichkeit auch in Wasserburg geben. 

Unter dem Wort Calisthenics versteht man eine Form des körperlichen Trainings. Es beinhaltet eine Reihe von einfachen, oft rhythmischen Bewegungen, für die lediglich das eigene Körpergewicht genutzt wird. Trainingsgeräte und Zubehör werden im Normalfall nicht benötigt. Der Sport ist auch umgangssprachlich unter "Street Workout" oder "Ghetto Fitness" bekannt. Sogar eine Petition gibt es, in der sich Befürworter des Calisthenics Parks eintragen können. 

Edith Stürmlinger beantragte im Namen des Bürgerforums/Freie Wähler die Errichtung eines Calisthenics Parks und erklärte in der Haupt- und Finanzausschussitzung am 18. Januar, warum sie hinter dem Projekt steht: "Calisthenics ist in meinen Augen eine Fitness für junge Erwachsene zwischen 20 und 40 Jahren und Jung gebliebene, die es ermöglicht, jederzeit draußen an der frischen Luft zu sporteln. Es gibt bereits etliche Gruppen in der Innstadt, die diese Sportart an Stangen und Masten betreiben. Hätten wir einen Calisthenics Park, so könnte sich dieser zu einem Treffpunkt entwickeln. Ich denke hierbei auch an die Jugendlichen und würde vorschlagen, die Jugenreferentin in die Planungen miteinzubeziehen."

Die Nachfrage an einem Sportpark sei definitiv vorhanden. Das sei eine Möglichkeit für alle, die Spaß an spontanem Outdoor-Training haben und ohne Zögern mitmachen wollen würden. Laut Stürmlinger habe man in Wasserburg sowieso einen Nachholbedarf, für junge Leute etwas auf die Beine zu stellen

Die Frage nach dem geeigneten Standort: 

Der Flächenbedarf für einen Calisthenics Park betrage 10x10 Meter. Als Standort käme ein Platz am Inndamm in Frage. Werner Gartner (SPD) gab zu bedenken, dass am Inndamm in der Vergangenheit immer wieder Theatervorführungen stattgefunden hätten. Wenn der Sportpark fest installiert sei - und die Geräte müssten fest installiert werden aus Sicherheitsgründen - wäre für künftige Aufführungen kein Platz mehr vorhanden. Als Alternative schlug er die Palmanoanlage vor. 

Von Sportreferent Markus Bauer (CSU) wurde das Badria als Standort vorgeschlagen. Er befürwortet die Idee, ist aber der Meinung, dass die Altstadt eine Fläche von rund 100 Quadratmetern nicht bieten könne. Antragstellerin Edith Stürmlinger betonte, sie wünsche sich einen freien Standort, zu dem Jung und Alt Zugang haben sollen. "Ich bin offen für die Standortsuche, aber ich lehne es ab, dass die Sportler beispielsweise Eintritt im Badria zahlen müssten, um an die Geräte zu gelangen." 

Die Kostenfrage: 

Die Nutzung des Parks ist für den Sportler kostenlos. Die Stadt Wasserburg aber müsste für die Errichtung eines Calisthenics Parks tiefer in den Geldsäckel greifen. Die Investitionskosten sind in einer Höhe von rund 36.000 Euro anzusetzen. Dazu kämen Jahr für Jahr fortlaufende Folgekosten für Instandhaltung und möglicher Erweiterung, wie Markus Bauer (CSU) anmerkte. 

Der TÜV müsse die Geräte vor Inbetriebnahme zudem prüfen. Neben Klimmzugstangen und weiteren fest im Boden installierten Geräten könnten die Module laut Stadtkämmerer Konrad Doser nach Belieben erweitert werden. 

Wolfgang Janeczka (SPD) erachtete die Idee des Sportparks als Möglichkeit der körperlichen Ertüchtigung als gut, verwies jedoch auf das Spardiktat, das man bereits in den Vorberatungen zum Haushalt 2018 angelegt habe. Wie CSU-Kollege Bauer sei er der Meinung, man müsse die Verwaltungskosten im Blick haben und das Ganze müsse Hand und Fuß haben. Auch Markus Hoeft vom Bündnis 90/Die Grünen kann zwar die Sinnhaftigkeit des Parks nachvollziehen, habe jedoch ein Problem mit dem strengen Haushaltsjahr 2018. "Ich würde den Calisthenics Park gerne installiert sehen, aber vielleicht erst im Jahr 2019." 

Edith Stürmlinger erklärte abschließend, es würde wohl von der Planung bis zur Fertigstellung sowieso einige Zeit ins Land gehen. Dann sei man in punkto Gelder wohl bereits im Haushaltsjahr 2019. 

Der Beschluss: 

Die Verwaltung werde nun beauftragt, den Bedarf für einen Calisthenics Park zu klären und dabei Jugendreferentin Irene Langer einzubinden. Ein möglicher Standort - im besten Fall am Inndamm - werde überprüft, ein Gestaltungsvorschlag mit Kostenschätzung erstellt und eine Investitionsentscheidung vorbereitet. 

mb

Quelle: wasserburg24.de

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