Wasserburg will sich am internationalen autofreien Tag beteiligen *Mit Voting*

Debatte im Bauausschuss: "Diskriminierung eines einzelnen Verkehrsmittels"?

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Am 22. September 2020 soll der Altstadtkern der Stadt Wasserburg für den Verkehr gesperrt werden. 

Wasserburg - Ein Antrag der Grünen auf Beteiligung der Stadt am internationalen autofreien Tag war in der Sitzung des Bauauschusses am 21. November Auslöser für eine hitzige Diskussion. Die Hintergründe: 

Am internationalen autofreien Tag soll die Bevölkerung dazu aufgerufen werden, auf das Auto zu verzichten und dafür auf andere Verkehrsmittel zurückzugreifen oder zu Fuß zu gehen.   


Aus diesem Grund hat die Grünen-Stadtratsfraktion um Christian Stadler einen Antrag auf Beteiligung der Stadt Wasserburg am 22. September 2020, einem Dienstag, gestellt. Die Sperrung der Stadt für den Verkehr soll den Altstadtkern - vom Marienplatz aus über die Salzsenderzeile, Färber- und Herrengasse bis in die Hofstatt - betreffen. Begleitend dazu soll die Benutzung des Stadtbusses an diesem Tag - wie es auch schon einmal im Jahr 2016 an diesem internationalen autofreien Tag der Fall war - kostenfrei sein. 

Es gehe den Grünen Stadler zufolge primär darum, aufzuzeigen, was man alles ohne Auto erreichen könne und ein Bewusstsein für das Klima in den Köpfen der Menschen zu erwirken. 


Vergleich mit jährlicher Earth Hour 

Während Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) den Vorschlag positiv auffasste und anregte, den Wirschaftsförderungsverband (WFV) sowie Rio Konkret mit ins Boot zu holen für das bunte Rahmenprogramm auf der Straße an diesem Tag, fanden ihn andere Mitglieder des Bauausschusses nicht gut. 

Wolfgang Schmid (CSU) fand deutliche Worte: "In meinen Augen ist das eine Diskriminierung eines einzelnen Verkehrsmittels. Was zetteln wir denn hier für einen Kleinkrieg an? Die Autofahrer fahren doch nicht, weil sie Überzeugungstäter sind. Das ist wie bei der alljährlichen Earth-Hour - deswegen verbrauchen wir auch nicht weniger Strom, nur weil die Lichter einmal aus bleiben." 

Andreas Aß pflichtete seinem CSU-Kollege bei: "Ich finde das auch einen Schmarrn." 

Auch Dr. Hermann Budenhofer (Freie Wähler Reitmehring Wasserburg) wollte dem Antrag nicht zustimmen und argumentierte mit den Worten: "Wenn eine Stadt wie Wasserburg generell so wenig tut für eine Eisenbahn, dann stehe ich auch nicht hinter einem autofreien Tag in der Altstadt." 

Positive Meinungen überwogen

Peter Stenger (SPD) erwiderte: " Man kann doch an einem Tag einmal im Parkhaus vor der Stadt parken und den Altstadtbereich zu Fuß abgehen. Für was haben wir denn Füße? Sogar der grüne Stadler stimmt dafür." 

Stengers Parteikollegin Friederike Kayser-Büker fokussierte die Sicherheit im öffentlichen Raum für Fußgänger und Radler: "Das ist in meinen Augen auch eine pädagogische Maßnahme." 

Gegen die Stimmen von Aß, Schmid und Dr. Budenhofer wurde am Ende mit einer knappen Mehrheit von 4:3 Stimmen beschlossen, dass sich Wasserburg am internationalen autofreien Tag 2020 beteiligen wird. 

mb

Quelle: wasserburg24.de

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