Unterschriften-Aktion in Wasserburg

Altstadtbewohner wünschen sich autofreie Zone im Bereich Hofstatt

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Autofreie Zone Hofstatt? Ob das durchsetzbar ist, steht in den Sternen. 
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Wasserburg - Die nördlichste Stadt Italiens - so wird Wasserburg gerne von den Insulanern genannt. Gerade im Sommer bereitet das Flanieren durch die kleinen Gassen Freude. Noch schöner wäre es aber mit einer größeren Fußgängerzone und einem Autodurchfahrtsverbot - oder? 

Eine Gruppe Altstadtbewohner, fast alles Eltern kleiner Kindern, geht in die Offensive. Bettina Knopp wohnt im Bereich der Hofstatt und findet es schade, dass gerade samstags alles zugeparkt ist. Die Anwohner möchten eine Ausweitung der Fußgängerzone und ein Durchfahrtverbot für Fahrzeuge - konkret in der Hofstatt und der Färbergasse. Wenigstens als Testphase. Dafür sammeln sie aktuell Unterschriften. Die Listen liegen in diversen Läden der Altstadt wie dem "Cafe Central", dem "Dritte-Welt-Laden" oder dem Bioladen "Grünkunft" am Marienplatz aus. 

Das Feedback: sehr unterschiedlich. "Wir haben positive wie negative Rückmeldungen auf unsere Aktion erhalten. Es sind Leute dabei, die teilen unser Vorhaben nur eingeschränkt, einige Geschäftsleute fürchten wiederum um ihre Existenz", fasst Bettina Knopp die aktuelle Situation zusammen. "Wobei das kein Nachteil für Geschäftsleute sein muss. Ich habe erst vor kurzem ein Gespräch mit der Inhaberin des 'On Stage' gehabt. Sie ist mit ihrem Kleidungsladen von den Arkaden am Marienplatz in die Schustergasse gezogen, freut sich nun über mehr Laufkundschaft und erachtet diesen Standort als den besseren." 

In wenigen Minuten zu Fuß am Ziel 

"Wir haben explizit gesagt, Anwohner dürfen weiterhin vor ihren Häusern parken und beispielsweise etwas laden. Uns geht es darum, den Durchgangsverkehr einzudämmen", erklärt Knopp im Namen der Anwohner. "Es ist uns ein Anliegen, den Leuten bewusst zu machen, dass man in dem kleinen Wasserburg in nur wenigen Fußminuten am Zielort ist - da braucht es kein Auto, das direkt vor dem Laden parkt." 

Das Szenario ist besonders oft und am Wochenende in der Hofstatt zu finden - trotz Halteverbot. Daher wollen Knopp und weitere Altstadtbewohner an die Bequemlichkeit der Leute appellieren. In den Straßen und Gassen der Altstadt sei es von Haus aus sehr eng, da würden parkende Autos zusätzliche Hindernisse darstellen.  

In der Herrengasse beispielsweise, so erklärt die junge Mutter weiter, da sei es dank der Arkaden ersichtlich, wo gefahren und wo gelaufen werde. "Doch in Hofstatt und Färbergasse kann es für Kinder schnell mal gefährlich werden - gerade, wenn alles zugeparkt ist, viele Autofahrer sich nicht an die Schrittgeschwindigkeit halten und ein Kind vor einem Auto rasch über die Straße flitzen möchte", spinnt Knopp den Faden weiter. 

In der Herrengasse ist für jedermann sofort ersichtlich, wo gefahren und wo gelaufen wird. 

Wie geht es jetzt weiter? 

Geplant haben die Altstadtbewohner, weiter Unterschriften bis Ende Juni zu sammeln. Den Packen wollen sie dann bei der Bürgerfragestunde am 28. Juni dem Stadtrat übergeben. Die Altstadtbewohner würden es begrüßen, wenn die Stadt sich zumindest auf eine Testphase einlassen würde. 

"Wir hoffen sehr, dass sich die Räte der Sache annehmen und eine Lösung finden", untermauert Knopp ihr Anliegen. Der Wunschgedanke: Montag bis Sonntag autofrei. Ob das sinnvoll und realisierbar ist, kann Knopp nicht einschätzen. "Wir sind aber mit jeder Bewegung total zufrieden, für den Anfang würde auch ein autofreier Samstag in der Hofstatt genügen, das ist mir persönlich besonders wichtig." 

Ihre Meinung ist gefagt: 

mb

Quelle: wasserburg24.de

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