Zur Sicherung des Wasserburger Stadtgebiets

100 Jahre alte Bäume müssen weichen 

Die Optik lügt nicht: Die Linde am Badria muss gefällt werden. 
+
Die Optik lügt nicht: Die Linde am Badria muss gefällt werden. 

Wasserburg - Für drei alte Bäume im Stadtgebiet schlägt bald die letzte Stunde. Aufgrund von Krankheiten und Beschädigungen müssen eine Linde, eine Esche und eine Trauerweide gefällt werden. 

Die 100 Jahre alte Linde am Badria traf es als erstes: Der Umweltausschuss diskutierte in seiner jüngsten Sitzung am 15. November über eine mögliche Fällung. Umweltreferent Lorenz Huber (Bürgerforum) erklärte den Ausschussmitgliedern, warum der Baum weichen sollte: 

Obwohl sie mehrmals zugeschnitten wurde, verschlechterte sich der Zustand der Linde am Badria zusehends. 

Im Zuge der jährlichen Baumkontrolle seien laut Huber an der Linde neben dem Skaterpark in der Nähe des Hochbehälters am Fröschlanger Pilzfruchtkörper des Brandkrustenpilzes am Stammfuß gefunden worden. Ein daraufhin veranlasstes Gutachten zu Stand- und Bruchsicherheit habe ergeben, dass die Vitalität der Linde als nachlassend eingestuft worden sei. Ein Zugversuch habe außerdem ans Licht gebracht, dass die Sicherheit des Baumes infolge des Pilzbefalles deutlich verringert sei. 

Man müsse die Krone massiv sichern und den Baum radikal zurückschneiden, um die Verkehrswegesicherheit weiter gewährleisten zu können. Obwohl die Linde bereits mehrmals zurückgeschnitten worden sei, habe sie die Mindestsicherheit nicht wieder erreichen können. "Wir dürfen nicht damit rechnen, dass sich der Baum wieder erholt", konstatierte Huber nüchtern. "Die Reserven sind aufgezehrt, der Baum ist durch den letzten schweren Sturm stark beeinträchtigt. Ich schlage eine Fällung und Neupflanzung an dem Standort vor - auch um die Sicherheit des Skaterplatzes weiter zu gewährleisten." 

"Die Linde war schon immer auch optisch sehr auffällig und begleitet uns nun schon viele Jahre als Sorgenkind", stellte auch Bürgermeister Michael Kölbl fest. 

Armin Sinzinger (Wasserburger Block) schlug vor, das Holz - sofern es nicht zu stark durch den Pilz geschädigt wurde - den Wasserburger Künstlern als Arbeitsmaterial zur Verfügung zu stellen. 

Die Trauerweide in Attel muss ebenfalls weichen. 

Im Rahmen der Diskussion um die Linde kam die Sprache auf zwei weitere "Sorgenkinder": Eine Trauerweide am Kriegerdenkmal in Attel hat die 100-Jahr-Marke wohl auch bereits überschritten. "Hier hat sich der Hallimasch eingenistet und setzt dem Flachwurzler stark zu", erklärte Huber im Hinblick auf den alten Baum. "Die Weide zieht sich nur mehr aus seinem eigenen Stamm Wasser zum Leben. 

Ein weiterer Baum, von dem ein erhöhtes Gefahrenpotential ausgeht, ist eine Esche an der Hangalle neben dem Fußweg zwischen Siedlung am Dobl und Badria. "Ihr Stamm ist gespalten, wenn es schlecht läuft, bricht uns eine Seite beim nächsten Sturm ab", erläutere Huber. 

Dem Vorschlag von Sophia Jokisch (Die Linke), die Krone mit Spanngurten zu sichern, standen die Ausschussmitglieder skeptisch entgegen. "Der Frost treibt den Baumstamm weiter auseinander, es ist nur eine Frage der Zeit, wann ein Teil des Baumes bricht", warnte Huber. 

Entscheidung zu Fällung und Ersatzpflanzung 

Die gespaltene Esche könnte eine Gefährdung für den Fußweg zum Badria darstellen.

Alle drei Bäume seien extrem bruchgefährdet, die Sicherheit dadurch nicht mehr weiter gewährleistet. Die Ausschussmitglieder einigten sich auf die Fällung der drei Bäume im Stadtgebiet zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Peter Stenger (SPD) warnte noch einmal vor einem Rundumschlag und verwies auf die Bedeutung von Ersatzpflanzungen: "Wenn einmal die Säge in der Hand liegt, geht's dahin, habe ich das Gefühl."  

Als Ersatzpflanzungen soll am Badria wieder eine Linde entstehen, die das Lindenensemble an dem Standort optisch ergänze. Am Atteler Kriegerdenkmal gehen die Überlegungen in Richtung neue Weide oder zweier Birken mit hohem Wachstumspotential. An der Hanglage neben dem Fußweg zum Badria wolle man trotz des Eschensterbens in der Region sein Glück mit einer amerikanischen Sorte versuchen, die scheinbar nicht so betroffen sei von der Krankheit wie die heimischen Eschen. 

mb

Quelle: wasserburg24.de

Kommentare