Bilanz zur Wasserburger Eislaufbahn in der Herrengasse 

Über 10.000 Besucher auf dem Eis - Überraschung beim Stromverbrauch 

Wie lautet die Bilanz zur Eislaufbahn in der Wasserburger Altstadt? 
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Wie lautet die Bilanz zur Eislaufbahn in der Wasserburger Altstadt? 

Wasserburg - Spiel, Spaß und Action: Das alles vereinte die Eislaufbahn sechs Wochen lang im Herzen der Altstadt. Wurde sie ausreichend angenommen, gab es Kritik und wie schaut die Klimabilanz aus? Ein Resümee aller Verantwortlichen. 

Gemeinsam mit Bürgermeister Michael Kölbl und Claudia Schaber vom Ordnungsamt zogen Manuel Scheyerl vom SAS-Veranstaltungsteam und Christian Huber für den WFV bei einem Pressegespräch im Rathaus am Morgen des 9. Januars 2020 Bilanz zur Eislaufbahn in der Altstadt. Die Veranstalter und auch die Stadt zeigten sich übereinstimmend zufrieden.


10.500 Besucher auf dem Eis

Das Ziel sei es gewesen, den Christkindlmarkt zu beleben - gerade in Anbetracht der zunehmenden Konkurrenz kleinerer Weihnachtsmärkte im Umkreis. Dies sei laut Hubers Einschätzung gelungen: "Wir hatten in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren wohl nicht annähernd so viele Besucher wie dieses Mal. Der Einzelhandel zog ein positives Resümee und mit dem Team von SAS hatten wir professionelle Veranstalter im Boot, die uns nicht enttäuscht haben."

Auch Manuel Scheyerl erklärte: "Es hat uns sehr gefreut, dass die Eisbahn zu keiner Zeit leer war - von 8 Uhr morgens mit den Schulklassen über Mittag mit den Familien bis hin zu den Stockschützen bis 22 Uhr wurde die Bahn durchgehend von Besuchern allen Alters angenommen. Natürlich waren die Highlights - der Eiskunstlauf, Wapi als Maskottchen oder die Familien-Laufzeiten - Publikumsmagnete. Durch das Kassensystem konnte eine Besucherzahl von circa insgesamt 10.500 während dieser sechs Wochen erfassen - davon rund 8.000 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. 46 Schulklassen nutzten die Bahn für den Unterricht und wir hatten sogar noch Anfragen über den 6. Januar hinaus. Hier mussten wir aber ein Veto einlegen, denn sechs Wochen waren absolut ausreichend."


Größere Unfälle, die einen Rettungsdiensteinsatz erfordert hätten, habe es Scheyerl zufolge nicht gegeben und auch von Seiten der Polizei seien keine negativen Vorfälle aufgenommen worden. 

1,4 kW/h je Besucher

Klimatisch und energetisch gesehen könne man erst ein endgültiges Fazit ziehen, wenn der Zähler ausgebaut sei und die endgültigen Werte vorliegen. Scheyerl dazu: "Pro Besucher können wir von einem Wert von circa 1,4 kW/h ausgehen. Das entspricht einem Verbrauch je Besucher von etwa zwei Minuten lang warm duschen. Aus unserer Sicht ist der Energieverbrauch niedriger ausgefallen als erwartet - trotz der milden Temperaturen." Zudem habe man das Kühlaggregat mit Vor- und Rücklauf geregelt und den Stromverbrauch zusätzlich reduziert.  

"Uns war von Anfang an wichtig, dass der Strom CO2-neutral ist", ergänzte auch der Bürgermeister. "Die Leute hatten eine ganz andere Vorstellung in Bezug auf den Verbrauch, weswegen viele auch während des Betriebs an die Veranstalter herangetreten sind und sich nach der Technik erkundigt haben." 

Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten habe reibungslos funktioniert, wenn man Kölbl zufolge auch "nervlich ein paar Feder lassen musste". Es sei Schaber zufolge "sehr viel Arbeit" gewesen.

Größere Kritik aber habe es nicht in Bezug auf das Klima oder den ausgerufenen Notstand der Stadt sondern in punkto Brandschutz, optische Gestaltung und Lärmbelästigung. Hier müsse laut Kölbl nachjustiert werden, sollte die Veranstaltung erneut stattfinden in der Stadt und auch Scheyerl betonte, Stellschrauben, an denen gedreht werden müsse, gebe es immer. "Anfangs wurde ich gerade auf der Straße noch oft angesprochen und im Laufe der sechs Wochen gingen die Rückmeldungen mehr und mehr ins Positive", freute sich der Bürgermeister. 

Doch Kölbl ging auch auf das Dezifit, das der Christkindlmarkt Jahr für Jahr verbuche, ein: "Ohne die Gastronomie, die Sponsoren und das Engagement der Ehrenamtlichen ist die Eisfläche selbst mit über 10.000 Besuchern wirtschaftlich nicht darstellbar."

Comeback der Eisbahn 2020? 

Ob es 2020 wieder eine Eisfläche im Herzen der Altstadt geben wird, steht in den Sternen: Die Überlegungen seien Huber zufolge da, man müsse aber erst die finanzielle Bilanz ziehen - schließlich habe man für den "Wasserburger Wintertraum" vom Logo bis zum Programm alles neu machen müssen. 

Sollte sich der WFV entschließen, erneut eine derartige Veranstaltung durchführen zu wollen, betonte Kölbl abschließend, so müsse ein Antrag vorgelegt werden, den der Haupt- und Finanzausschuss in einer seiner Sitzungen prüfen werde. Die Genehmigung für die Eisfläche vom 28. November 2019 bis 6. Januar 2020 sei eine Einzelentscheidung gewesen. 

Grundsätzlich wolle man, so betonte es Kölbl, eine "attraktive lebendige Altstadt, die Wohnen, Arbeiten und Gewerbe vereint". Dies sei bisher immer gut gelungen und solle auch in Zukunft gelingen. 

mb

Quelle: wasserburg24.de

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