Wunsch eines Reitmehringers auf Bürgerversammlung

Ein 50-Meter-Becken im Badria? "Utopisch!"

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Der Vorschlag eines Bürgers im Badria ein 50-Meter-Becken zu errichten war nur eines von vielen Anliegen und Wünsche auf der Ortsteil-Bürgerversammlung Reitmehring. 
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Wasserburg - Fast eine Stunde lang beantwortete Bürgermeister Michael Kölbl die Fragen und Anliegen der Wasserburger. Auf der Bürgerversammlung Reitmehring standen zig Themen im Fokus, die sich nicht nur um den Ortsteil Reitmehring drehten. 

Die Aula der Grundschule in Reitmehring war bis auf den letzten Platz gefüllt. Knapp 100 Wasserburger fanden sich zur Bürgerversammlung zum Ortsteil Reitmehring ein - doppelt so viele wie vergangenen Montag, 4. November, bei der Altstadt-Versammlung im Feuerwehrhaus Im Hag

wasserburg24.de gibt die Fragen der Bürger und die Antworten des Bürgermeisters aufs Wesentliche gekürzt wider. Über die verkehrsrechtlichen Themen berichten wir in einem gesonderten Artikel

Geplante Wasserentnahme von Meggle 

Heike Maas, Anwohnerin der Bäckerzeile und CSU-Bürgermeisterkandidatin für die Stadt Wasserburg, hatte eine Frage zum aktuellen Status der Wasserversorgung in Bezug auf die Genehmigung der geplanten Entnahme Meggles: "Was tut die Stadt Wasserburg, um die Wasserversorgung für Reitmehring zu sichern?" 

Die Wasserversorgung für Reitmehring sei laut Bürgermeister Kölbl auf alle Fälle gesichert. Im Norden der B304 sei die Stadt für die Versorgung zuständig und aufgrund der Historie der Gemeinde Attel stelle sich südlich der B304 die Wasserversorung anders dar: "In Attel ist die Gemeinde Edling zuständig für die Wasserversorgung und in Reitmehring wird die Wasserversorgung von der Firma Meggle gewährleistet." 

Kölbl nannte einige Zahlen, um die Größenordnung vorstellbar zu machen: Die gesamte Stadt Wasserburg verbrauche 1,1 bis 1,3 Millionen Kubikmeter. Die Firma Meggle hingegen verbrauche doppelt so viel an Wasser. Deshalb habe Meggle auch einen eigenen Brunnen für ihre Wasserversorgung. Der südliche Bereich Meggles hänge an dieser Versorgung durch die Firma. Die Stadt Wasserburg könne diese Wohngebiete freilich mitversorgen, doch das Problem dabei sei, dass im Norden der B304 die Wasserleitungen laufen würden und dazwischen die Planungen des Beseitigung des Bahnübergangs

Momentan liege der Antrag Meggles auf weitere Entnahme von Grundwasser aus dem Gemeindegebiet Edlings beim Wasserwirtschaftsamt, das gemeinsam mit dem Landratsamt weitere Schritte plane. 

50-Meter-Becken für das Badria? 

"Wäre es möglich, im Badria ein 50-Meter-Becken zu errichten?", wollte ein Anwohner der Schmiedwiese wissen. "Ich glaube, wenn ich alle Gesichter der Stadträte und des Stadtwerke-Leiter ansehe, sehe ich einen stummen Aufschrei", erwiderte Kölbl, nachdem die Frage ohnehin Gelächter im Saal auslöste. 

"Die Stadt verbucht beim Badria ein jährliches Defizit von rund 1,5 Millionen Euro. Wir haben Millionen investiert, ich sage es ganz salopp: Eine 50-Meter-Bahn ist utopisch, werden wir nie und nimmer bauen können und wollen", lautet die kurze und knappe Antwort des Bürgermeisters.  

Luftschadstoffe in der Altstadt

Ein Anwohner der Schmiedwiese hatte eine Frage zum "plakativen Klimanotstand": "Gibt es in der Altstadt Luftmessungen und was würde die Stadt tun, wenn Werte enorm überschritten wäre?" 

Kölbl erklärte man habe über einen Zeitraum von einem Jahr eine Stickstoffdioxid-Messung durchgeführt: Hier sei nur an einer Messstelle im Brucktor eine minimale Überschreitung festgestellt worden. Pauschal könne man, die NOX-Werte seien unauffällig

Im Umweltausschuss am Donnerstag, 14. November, werde ein Antrag der Grünen auf Messung von Luftschadstoffen und etwaige Konsequenzen behandelt. 

Parkhausgebühren 

Ein Anwohner der Schmiedwiese echauffierte sich an der Frage, ob die städtischen Angestellten befreit seien von den Parkhausgebühren, was Kölbl entschieden zurückwies: "Die Mitarbeiter haben eine Parkerleichterung ausschließlich während der Arbeitszeit, nicht währen der Freizeit - so steht es auf der Bescheinigung. Ich sehe darin nur eine Gleichbehandlung mit anderen Bediensteten. Das ist steuerlich geklärt." 

Eine weitere Wasserburgerin fühlt sich "verfolgt und drangsaliert von diesen Parkdamen", wenn ihr Parkschein gerade mal eine Minute abgelaufen sei, würden sie schon dastehen.

Kölbl erwiderte, es gehe darum, die Parkmoral zu erhöhen und ein Wildparken zu vermeiden. Es gebe - gerade nachts und in der Hofstatt beispielsweise - genug, die kreuz und quer parken würden. 

Anwohner-Ausweise seien zudem nicht geplant, denn man wolle längerfristige Parker vor der Altstadt halten. Sie könnten Kölbl zufolge die Jahreskarten in den Parkhäusern in Anspruch nehmen. 

Ergebnisse der Wünsche und Anliegen

Werden Anliegen und Wünsche der Wasserburger auf der Bürgerversammlung weiterverfolgt? "Es wäre interessant zu wissen, dass die Wünsche ankommen und wie es damit weitergeht", betonte ein Wasserburger. 

Kölbl beonte, dies sei ein guter Punkt, er wolle aber nicht noch länger reden als ohnehin schon. Zu diesem Zeitpunkt war es bereits 20.30 Uhr. "Manchmal wird es den Leuten auch zu lang. Aber vielleicht finden wir ja einen kurzen und prägnanten Weg, in die künftigen Veranstaltungen ein Feedback aus dem vergangenen Jahr einzubauen." 

Eine Idee wäre beispielsweise, so schlug es Stadtrat Armin Sinzinger vor, sobald Anliegen abgearbeitet wurden, die Ergebnisse in den Wasserburger Nachrichten anonym und allgemein zu veröffentlichen. 

mb

Quelle: wasserburg24.de

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