Bürgerversammlung Reitmehring: Bahnübergang, Viehhausen, Megglestraße 

"Gegen den Wahnsinn mancher Autofahrer ist kein Kraut gewachsen"

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Verkehrliche Themen rund um Reitmhering standen auf der Bürgerversammlung am 11. November 2019 im Mittelpunkt. 
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Wasserburg - Fast eine Stunde lang beantwortete Bürgermeister Michael Kölbl die Fragen und Anliegen der Wasserburger. Auf der Bürgerversammlung Reitmehring standen zig Themen im Fokus, die sich nicht nur um den Ortsteil Reitmehring drehten. 

Knapp 100 Wasserburger löcherten Bürgermeister Michael Kölbl mit zahlreichen Fragen und Anliegen auf der Bürgerversammlung zum Ortsteil Reitmehring ein - doppelt so viele wie vergangenen Montag, 4. November, bei der Altstadt-Versammlung im Feuerwehrhaus Im Hag. Vor allem der Verkehr war ein immer wiederkehrendes Thema: 

Lkw-Problem im Staudhamer Feld

Eine Anwohnerin des Staudhamer Felds brachte das Problem mit den Lastwagen an: "Wir haben Montag bis Samstag von 7 bis 17 Uhr Verkehr vor der Nase, die Lkw-Prüflinge fahren täglich bei uns vorbei, wenden und belagern permanent die Ringstraße. So geht es nicht weiter." 

Der Bürgermeister versprach, beim TÜV nachzufragen, ob die Prüflinge immer an der gleichen Stelle fahren müssten, um eine Verbesserung der Situation zu erwirken. 

Verkehrs- und Schulwegsicherheit

Eine Reitmehringerin beantrage einen Zebrastreifen an der unteren Bahnhofstraße/Zettlweg, hier sei die Situation für die Schulkinder gefährlich. 

Das Eck Grandlweg/Glasberg sei laut eines Anwohners aus der Schmiedwiese "sehr unübersichtlich" - er habe sogar schon Radunfälle mit Kindern erlebt. Kölbl nahm den Vorschlag, einen Spiegel an dieser Stelle anzubringen, gerne auf. 

Der städtische Parkplatz am Bahnhof solle laut einer Anwohnerin aus der Bahnhofstraße betoniert werden, sobald es dort regne würden zahlreiche Pfützen entstehen und keiner mehr parken. 

Eine weitere Anwohnerin aus dem Zettlweg bemängelte, dass man bei geschlossener Schranke im Stau keine Chance habe, auf die B304 einzuscheren, da die Autofahrer die Ausfahrt zuparken würden. Kölbl betonte, ein Schild "Ausfahrt freihalten" aufstellen dürfe die Stadt nicht, da es sich um eine Bundesstraße handele. 

"Sportliche Autofahrer" würden laut eines weiteren Reitmehringers zudem die geschlossene Bahnschranke überfahren und sich "mit relativ hoher Geschwindigkeit noch schnell durchschlängeln". Kölbl habe das auch schon erlebt: "Ich kann nur Recht geben, das ist völliger Wahnsinn, aber gegen den Wahnsinn mancher Autofahrer ist leider kein Kraut gewachsen." 

In der Megglestraße werde seit Jahren in Bezug auf die Schulwegsicherheit diskutiert, mahnte ein Bewohner des Südens Reitmehrings: "Die Megglestraße ist aktuell ohnehin im Bau, gibt es hier eine Planung den Gehweg zum Beispiel auf die andere Seite zu verlegen, damit die Kinder nicht direkt die gefährliche Ausfahrt der Meggle-Laster passieren müssen?" Dies sei laut Kölbl nicht möglich aufgrund des großen Ein- und Auscherwinkels der Lkw's in dem Bereich - das sei sowohl von der Polizei als auch von der Firma selbst bereits geprüft worden - jedoch leider ergebnislos. Auch der Vorschlag einer Reitmehringerin, die Kinder auf eine Alternativstrecke zu leiten, sei  Kölbl zufolge nicht realisierbar, da der Weg würde durch das Betriebsgelände der Firma Meggle führen. 

Alle Anliegen zum Thema Verkehr nahm Bürgermeister Kölbl zur Kenntnis und versprach diese zu prüfen und auch mit der Polizei abzustimmen, da diese immer eine verkehrsrechtliche Stellungnahme abgeben müsse. 

Beleuchtung im Stadtgebiet

Ein Anwohner aus der Münchnerstraße bemängelte den schmalen Gehweg von der Bürgermeister-Schmid-Straße bis in die Megglestraße: Auf der gesamten Länge befinde sich keine einzige Laterne. Kölbl erwiderte, hier sehe man eindeutig, dass das Reitmehringer Stromnetz kein städtisches Netz sei - man werde sich an die Bayernwerke wenden. 

Eine Anwohnerin der Gartenstraße bemängelte die mangelhafte Beleuchtung in der Bahnhofstraße. In ein anderes Horn blies eine Anwohnerin des Zettlwegs: "Mich würde interessieren, wieso an Kindergarten und Schule immer eine Not-Nachtbeleuchtung brenne. Wir sind alle zum Energiesparen angehalten - was ist der Hintergrund, dass hier die ganze Nacht hindurch Licht brennt? Kein Mensch ist nachts in der Schule oder im Kindergarten."

Kölbl war kurzzeitig überfragt, erklärte, einzig die Fluchtwege müssten permanent beleuchtet sein, dies sei vorgeschrieben. Kämmerer Konrad Doser konnte zur Aufklärung beitragen: "Die Notbelechtung muss als Sicherheitsvorschrift immer brennen, das versteht kein Mensch und hat keinen Sinn aber es ist so. Das ist bei uns im Rathaus in Wasserburg auch nicht anders." 

Auch der Weg von der Altstadt entlang des Wuhrbachs sei einer jungen Bewohnerin des Steinmühlwegs zufolge viel zu dunkel. Sie habe nachts Angst dort alleine zu gehen - selbst beim Gassigehen mit dem Hund sei es stockfinster. Ebenso sei der Kellerberg oder der Weg zur Achatzkirche sehr dunkel. 

Viehhausen 

Ein Anwohner Viehhausens bemängelt die starke Zunahme an Verkehr auf der Verbindungsstraße und Ausweichmöglichkeit B304 und Bahnübergang: "Das wird immer dramatischer, ich sehe es tagtäglich." 

Kölbl kennt die Problematik dort und erklärte, man habe schon einmal eine Fahrbanverengung erwirkt, die sich am Ende aber nicht durchgesetzt habe. Auch der Bau des Geh- und Radwegs sei in der Pipeline gewesen, die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern für die Umsetzung aber seien eine Woche vor dem Notartermin abermals gescheitert, weshalb eine Verbesserung der Situation nun in der Schwebe hänge. "Da war schon ein gewisser Schock da", unterstrich Kölbl, der sich seit Jahren um eine Verbesserung in diesem Bereich bemüht.

Eine Viehhausenerin schlug vor, ob man dort nicht die Verhältnismäßigkeiten im Innen- oder Außenbereich prüfen könne oder beispielsweise die Bushaltestelle zu versetzen

Kölbl versprach die Vorschläge gerne mitzunehmen: "Wir werden sicher dran bleiben an dem Thema, versprechen aber kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht." 

mb

Quelle: wasserburg24.de

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