Verkehrsberuhigung in Wasserburger Altstadt geplant *Mit Voting* 

Herren- und Färbergasse künftig Sackgassen mit Wendekreis? 

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Die Färbergasse (Bild links) und die Herrengasse. Beide sollen zu Sackgassen umgestaltet werden. 
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Wasserburg - Die Durchfahrtssituation von der Hofstatt über die Färber- und auch Schustergasse in die Herrengasse ist vielen ein Dorn im Auge. Die Stadt erarbeitete nun ein Konzept, das Linderung versprechen soll. Im Rahmen der Bürgerfragestunde wurde es am 27. Juni vorgestellt.

"Es gibt noch keine endgültige Entscheidung", warf Bürgermeister Michael Kölbl zu Beginn der Veranstaltung um 17 Uhr im Großen Rathaussaal in den Raum. 

Rund 60 Wasserburger - darunter viele Geschäftsinhaber, Gastronomen und Anwohner des Altstadtkerns - fanden sich zur Bürgerfragestunde ein, um sich ein Bild von der vom Stadtrat empfohlenen Verbesserungsmöglichkeit des Durchgangsverkehrs in der Hofstatt, Färber-, Schuster- und Herrengasse zu machen. 

"Der Stadtrat hat das ISEK-Konzept ernst genommen. Weil wir aber mit dem bisherigen Planungskonzept zum Thema Verkehr eher unzufrieden waren, schalteten wir das alternative Planungsbüro 'Schlothauer und Werner' ein, das sich die Situation im Altstadtzentrum rund um die Hofstatt genauer angesehen hat. Das herausgearbeitete Konzept ist vom Stadtrat nach intensiver Vorberatung beinah einstimmig empfohlen worden - was bei Verkehrsthemen eher eine Seltenheit ist", erklärte der Bürgermeister die Hintergründe.

Das ist geplant: 

Laut Kölbl habe man nun eine "simple Lösung" gefunden, um den Altstadtverkehr zu reduzieren und den Durchgangsverkehr auf Null zu bringen. Auf Höhe der Jakobskirche soll die Durchfahrt gesperrt werden - beispielsweise mit einem umklappbaren Poller, sodass Lieferwagen und Einsatzfahrzeuge von Stadt, Polizei und Rettungsdienst weiterhin die Durchfahrt ermöglicht wird. 

Damit würden die Färber- und Herrengasse zu Sackgassen, an deren Ende jeweils ein Wendekreis entstehen soll, damit die Autofahrer zurückfahren können. Bis auf einen Parkplatz in der Färbergasse sollen alle Stellplätze in dem Bereich erhalten bleiben. 

"Die Verkehrswege werden durch die neue Regelung verkürzt und auch der Durchgangs- und 'Poser'-Verkehr verringert", betonte Kölbl. 

Der Platz an der Jakobskirche. Hier soll künftig die Durchfahrt gesperrt werden und ein Wendekreis entstehen.  

Eine Anfang Mai an einem Dienstag durchgeführte Verkehrszählung von jeweils zwei mal vier Stunden habe außerdem Licht ins Dunkel gebracht, wie viele Autos tatsächlich durch die Altstadt fahren. Sibel Aydogdu vom Planungsbüro "Schlothauer und Wauer" erläutert die Zahlen und die Hochrechnung, inwieweit die neue Regelung Linderung bringen kann:

  • Hofstatt: 970 Fahrzeuge - Reduzierung auf 200 bis 360 (Minus 60 bis 80 Prozent) möglich
  • Färbergasse: 830 Fahrzeuge - Reduzierung auf 180 bis 360 (Minus von 60 bis 80 Prozent) möglich
  • Herrengasse: 1420 Fahrzeuge - 720 bis 1410 (Minus von bis zu 50 Prozent) möglich

Der Beschluss eine Probephase etwa ab September 2019 für die Dauer von neun Monaten testen zu wollen, werde laut Kölbl in der kommenden Stadtratssitzung im Juli verabschiedet. 

Hintergrund der Debatte: 

Eine Gruppe Altstadtbewohner wünscht sich eine autofreie Altstadt. Mit einer plakativen Aktion haben sich die Verfechter für die Sperrung der Hofstatt bei der Bürgerfragestunde im Juli vergangenen Jahres im Rathaus zu Wort gemeldet und 400 Unterschriften übergeben hatten. 

Auf die Unterschriftenaktion der Anwohner hin legte der Wirtschaft-Förderungs-Verband (WFV) vier Wochen später mit 4.000 Unterschriften gegen die Sperrung nach. Die Mitglieder um Vorstand Moritz Hasselt sind der Meinung, dass eine Sperrung der Altstadt eine "Katastrophe für den Einzelhandel in der Stadt" sei

Wie die Wasserburger in der Bürgerfragestunde auf die geplante Neu-Regelung der Stadt reagierten, lesen Sie in einem gesonderten Artikel auf wasserburg24.de

mb

Quelle: wasserburg24.de

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