Reihenhäuser auf Klosterschänke-Grundstück geplant 

Attler Bürgerinitiative legt Einspruch ein 

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Wie wird die Bebauung des Grundstücks der Klosterschänke aussehen? Der Bauträger hat bereits Werbeschilder aufgestellt. 
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Wasserburg - Die geplante Bebauung der ehemaligen Paukergrundstücke in Attel erhitzt die Gemüter der Anwohner. Der Bauträger sieht eine Reihenhausanlage vor, die Anrainer wünschen sich Einfamilienhäuser und die Stadt setzt auf einen Babauungsplan. Der aktuelle Stand: 

Es begann mit einem Wohnkomplex: Der Bauträger plante ein Neubauprojekt für ein Mehrfamilienhaus mit satten 30 Wohnungen und einer Tiefgarage - in den Augen der Stadträten und Mitglieder des Bauausschusses definitiv zu groß. Mit dem Neubau sind dann auch die Tage der Gaststätte "Klosterschänke", die sich auf dem fraglichen Grundstück befindet, gezählt. 

Es dauerte nicht lange, da regte sich Widerstand von Seiten der Anrainer gegen die Pläne, die Gründungsversammlung der  "Bürgerinitiative zum Erhalt des dörflichen Charackters in Attel" fand im April statt. Schnell wurde klar: Man sei interessiert an einer dörflichen Entwicklung der Siedlung in Attel und boykottiere "derartige große Wohnriegel", die sich nicht ins Ortsbild fügen könnten

Einspruch gegen geplante Reihenhäuser eingelegt 

Daraufhin ruderte der Bauträger zurück und reichte einen überarbeiteten Antrag auf Errichtung von zehn Reihenhäusern in Form von zwei Dreispännern, einem Vierspänner sowie zwei Vollgeschossen bei der Stadt ein

In den Augen der Bürgerinitiative immer noch zu mächtig für Wasserburgs kleinen Ortsteil Attel. Sie plädieren für die Errichtung von Einfamilienhäusern - und legten nun am Dienstagvormittag, 14. August, Einspruch gegen die geplante Bebauung von Reihenhäusern ein. Andrea Bast hat das Schreiben im Namen der Bürgerinitiative im Sekretariat des Bürgermeisters abgegeben und erklärt gegenüber wasserburg24.de: "Wir sind immer noch der Meinung das eine Bebauung mit Ein – und Zweifamilienhäuser besser geeignet ist für Attel in Bezug auf die Erhaltung des Dorfcharakters.

Folgende Punkte enthält der Einspruch der Bürgerinitiative unter anderem:

  • Die BI sehe die Planung nicht mit ihren nachbarlichen Interessen vereinbart.
  • Auch die ISEK-Planungen würden für Attel eine Wohnbebauung mit Ein- und Zweifamilienhäusern anstreben.
  • Die BI sehe das Planungsziel im Rahmen der Innenentwicklung als verfehlt an, da Attel aufgrund seiner Lage kein Teil der Innenentwicklung sein könne.
  • Man fordere eine gleichartige Umsetzung der Bebauungsarten wie in den benachbarten Flurstücken zur Wahrung des Ortsbilds.
  • Zehn Reihenhäuser mit zehn Haushalten würden hochgerechnet 30 Stellplätze erfordern, für die der Platz fehle. 
  • Ebenfalls solle die kasernenähnliche Bebauung grundsätzlich nochmals überdacht werden, da die umgebende Bebauung aus Ein- und Zweifamilienhäuser bestehe und Attel mit seinen Bewohner überfordert werde.
Diese Werbetafeln stehen seit kurzem vor dem Grundstück der Klosterschänke in Attel. 

Der Bauträger würde indes mit Tafeln pro Reihenhäuser vor der Klosterschänke bereits kräftig die Werbetrommel rühren - obwohl anscheinend noch nichts genehmigt sei. "Wir haben Bedenken, dass die Sache schon vom Tisch sein könnte und hoffen dass der von der Stadt versprochene Bebauungsplan für die ehemaligen Paukergrundstücke auch wirklich kommt", betont Bast. 

Zweifel hegen die Mitglieder der BI auch in Bezug auf Eternit-Platten, die sich mitunter auf dem Pferdestall hinter der Gaststätte Klosterschänke befänden. Es sei laut Bast durchaus anzunehmen, dass asbestbelastetes Material in nicht geringer Menge auf dem Grundstück verbaut sein könnte. 

"Die Stadt aber wolle auf eine Umweltprüfung verzichten ohne diese Entscheidung begründet zu haben", sagt Bast. "Wir sind uns nicht sicher, ob das Grundstück nicht belastet ist - vor 50 Jahren galten nun mal noch nicht so strenge Vorschriften und wer weiß was sich im Boden noch alles befinden könnte."

mb

Quelle: wasserburg24.de

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