Neue Parkhausgebühren in Wasserburg *Mit Voting* 

Kostenfreies Parken nicht mehr zeitgemäß? 

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Parkhausgebühren werden ab 1. März in Wasserburg eingeführt. 

Wasserburg - Es ist das dominierende Thema in der Innstadt: Die Parkhäuser werden kostenpflichtig. Die Bedeutung dieser Entscheidung unterstreicht Kämmerer Konrad Doser vor der Einführung zum 1. März 2019. Wo gibt es den Luxus kostenfreien Parkens in der Region überhaupt noch? 

Hinter der Einnahme-Idee sei der Gedanke der Zusatzeinnahmen für Wartung und Deckung der Betriebskosten gestanden. Die bereits kostenpflichtigen Parkplätze in der Altstadt (Innenstadt: 1,70 pro Stunde, Am Gries: 1,10 pro Stunde) finanzierten bis dato die Parkhäuser, erklärt der Wasserburger Stadtkämmerer im Gespräch mit wasserburg24.de. 


Und die Unterhaltskosten würden so schnell nicht abreißen. Nach der Überdachung stehe als nächste Aufrüstung im Parkhaus am Kellerberg beispielsweise die Beleuchtung für rund 600.000 Euro an. 

Die Absicht dahinter: Symbolische, niedrige Gebühren

Insgesamt betrachtet sei das kostenfreie Parken "nicht mehr zeitgemäß", drum habe die Stadt auch die Absicht verfolgt, Gebühren einzuführen. "Mit 1,50 Euro ab vier Stunden und somit pro Tag sind wir schon noch sehr günstig - und auch die Jahreskarten werden für Anwohner mit einem Preis von 200 Euro pro Jahr zu stemmen sein." 


Der Stadtrat sah sich damals bei der Entscheidung in der schwierigen Lage, dass man keinem weh tun wollte. Wir wollten symbolische Gebühren, die sehr niedrig sind", untermalt Doser und wirft die Frage in den Raum, wo es in der Region denn überhaupt noch Parkhäuser oder -plätze gebe, die kostenfrei zur Verfügung stehen würden. 

Vergleich zu anderen Städten

Tatsächlich gleicht diese Suche auf den ersten Blick der einer Nadel im Heuhaufen. In Rosenheim ist man beispielsweise ab vier Stunden schon bei Preisen von rund 9 Euro, in der Traunsteiner Bahnhofstiefgarage kostet von 8 bis 18 Uhr jede neue begonnene Stunde einen Euro7 Euro zahlt der Autofahrer in der Tiefgarage Maximilianstraße in Berchtesgaden ab der fünften Stunde. Gerade in Berchtesgaden ist die Parksituation schwierig. Weil die Marktgemeinde eng bebaut ist und rund um den Ortskern nur zwei größere, öffentliche Parkplätze existieren, parken viele im absoluten Halteverbot oder sogar direkt vor Feuerwehrausfahrten.

Die Stadt Mühldorf verlangt bei den meisten Parkflächen für eine Höchstparkdauer von drei Stunden eine Parkscheibe. Burghausen gilt noch als eine der wenigen Städte in der Region als komplett kostenfrei - laut Ordnungsamt setze man auf Parkscheiben mit einer jeweiligen Höchstparkdauer von einer bis maximal 4 Stunden

In Altötting ist das Parken ebenso beinah komplett kostenfrei - lediglich in den Tiefgaragen an der Hofmark, am Kapellplatz und am Forum kostet jede neue Stunde 50 Cent, pro Tag werden maximal 5 Euro fällig

In der Alzstadt Trostberg, die mit rund 11.500 Einwohnern eine ähnliche Größe wie die 12.500 Seelen-Stadt Wasserburg aufweist, gibt es sowohl kostenpflichtige als auch kostenfreie Parkplätze. So kosten die Parkplätze am Marktmülleranger und in der Altstadt werktags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr 30 Cent je Stunde. Auf allen anderen Parkplätze gilt eine Parkscheibenpflicht

Einen 1:1-Vergleich in der Region ziehen, das könne man in den Augen von Doser ohnehin nicht, da Parkraum-Konzepte von Stadt zu Stadt unterschiedlich seien. "Man muss auch die Größe der Städte, das Baujahr der Garagen und die Lage - ob Innenstadt oder Tiefgarage am Ortsrand - miteinbeziehen. Und dann ist ein Vergleich nicht möglich." 

Von der Entscheidung bis zur Umsetzung: 

Alle Infos zu den neuen Parkhausgebühren in Wasserburg

Am 1. März 2019 werden in Wasserburg in den Parkhäusern Überfuhrstraße und Kellerstraße sowie am Parkplatz Unter der Rampe Parkgebühren eingeführt. Vom Stadtrat bereits im Juli 2017 beschlossen, hat sich die Einführung vor allem wegen der nötigen Klärung technischer Fragen verzögert. Statt Schranken an den Ein- und Ausfahrten kommen nun Parkscheinautomaten in die oberen Etagen der beiden Parkhäuser sowie auf den Parkplatz Unter der Rampe - für insgesamt 60.000 Euro. 

Die gebührenpflichtige Parkzeit gilt Montag bis Freitag von 5 bis 21.30 Uhr und Samstag von 5 bis 18 Uhr. Wer innerhalb dieser gebührenpflichtigen Parkzeit länger als 4 Stunden sein Fahrzeug abstellt, für den fällt eine Tagespauschale von 1,50 Euro an. 

Für Dauerparker bietet die Stadt Monatskarten à 20 Euro und Jahreskarte à 200 Euro an. Antragsformulare können auf der Homepage der Stadt heruntergeladen werden.  

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mb

Quelle: wasserburg24.de

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