Stadt Wasserburg befasst sich mit prekärer Parkplatz-Situation 

Sind die Behindertenparkplätze am Reitmehringer Bahnhof überflüssig? 

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Die Behindertenstellplätze auf dem Parkareal am Reitmehringer Bahnhof - werden Sie auch genutzt? 
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Wasserburg - Die "Park and Ride (P+R) Parkplätze" am Bahnhof in Reitmehring sollen erweitert werden - jedoch zu Lasten der Behindertenstellplätze. Dieser Vorschlag fand im Bauausschuss nicht jedermanns Zustimmung: 

Der Inhalt des Antrags von CSU/Wasserburger Block: 

Der Antrag kam federführend von Wolfgang Schmid für die Fraktionen CSU und Wasserbuger Block: Entlang des unteren Teiles der Bahnhofstraße in Reitmehring sollen die "P+R-Parkplätze" erweitert werden. 

Konkret wird in dem Antrag gefordert, aufgrund der angespannten Parkplatzsituation eine Auflösung der bestehenden Behindertenstellplätze zu erwirken. Dafür sollen allgemein nutzbare Längsparkplätze auf dem Grünstreifen zwischen Straße und Parkanlage entstehen. Des Weiteren sollen in diesem Bereich auch Längsparkplätze zusätzlich bis zur südlichen Ausfahrt errichtet werden. 

Der Inhalt des Beschlussvorschlags: 

Mit dem Inhalt diesen Antrags konnten sich jedoch nicht alle Mitglieder des Bauausschusses anfreunden. So habe die Verwaltung, wie Bürgermeister Michael Kölbl erklärt, den Beschlussvorschlag zur Abstimmung bereits abgeändert. 

"Dem Antrag auf Auflösung der bestehenden Stellplätze für schwerbehinderte Verkehrsteilnehmer soll nur zugestimmt werden, soweit es lediglich den vorhandenen dritten Behindertenstellplatz betrifft. Wir halten zwei Stellplätze für Menschen mit Behindertenausweis für erhaltenswert - auch in Hinblick auf die Größe der Parkanlage rund um das Bahnhofsareal." 

Ferner sei laut Kölbl die Verlegung auf den Grünstreifen zwischen Parkplatz und Straße in Hinblick auf die beengten Parkplatzverhältnisse, die die Autofahrer des Öfteren vor Herausforderungen stelle, nicht möglich

Behindertenstellplätze auf öffentlichen Straßen sollten außerdem eine Breite von mindestens 3,50 Meter sowie eine Länge von 6 Metern aufweisen und zudem rechtwinklig zur Straße angeordnet sein. "Diese Vorgaben können wir an dieser Stelle nicht einhalten", konstatierte der Bürgermeister und ergänzte: "Der dritte Stellplatz für Behinderte kann von unserer Seite aus aufgelöst und zu einem Mutter-Kind-Parkplatz umgestaltet werden." 

Das P+R-Areal am Reitmehringer Bahnhof. 

Meinungen aus den Reihen des Bauausschusses: 

Antragsteller Wolfgang Schmid (CSU) finde es im Großen und Ganzen toll, dass sich die Verwaltung so umfassend der Sache angenommen habe, ist aber weiterhin der Meinung, dass die bestehenden Behindertenstellplätze "überflüssig" seien: "Die sind zu jeder Zeit, an der man am Bahnhof vorbei fährt, frei. Kein Wunder, denn wer soll sie auch nutzen? Wenn wir ehrlich sind ist das Zugfahren bei uns nicht gerade barrierefrei." Ihm liege primär eine Entschärfung der Parkplatz-Situation am Herzen, "es gibt immer mehr Pendler, die tagtäglich den Zug nach München nehmen und rund um das Bahnhofsareal parken - da müssen wir reagieren."

Christian Stadler (Grüne) vertritt hingegen die Ansicht, dass man auf keinen der drei Behindertenstellplätze verzichten solle. Des Weiteren sei ihm die Versiegelung der Grünflächen ein Dorn im Auge: "Vom Ortsbild her schaut es schlimm aus, wenn alles zugeparkt ist, aber vorne im Bereich des Bahnhofhäusls wäre genug Platz für weitere Stellplätze - warum muss man schon wieder Grünflächen zubetonieren - selbst wenn es sich nur um Schotter handle?" Und um den Wildparkern Einhalt zu gebieten, müsse laut Stadler eben mehr kontrolliert werden: "Bald startet die Parkraumüberwachung vom Verbund, dann müssen die eben ein verstärktes Augenmerk auf den Reitmehringer Bahnhof haben." 

Dr. Hermann Budenhofer (Freie Wähler Reitmehring/Wasserburg) sieht es nicht als sinnvoll an, Mutter-Kind-Parkplätze zu errichten, weil er keinen Bedarf sehe: "Was mir viel mehr Bauchschmerzen bereitet ist die viel zu enge Parkerei an der Kurve, da kommen zwei Autos wenn es schlecht läuft, gar nicht aneinander vorbei. Ich muss aber auch dem Kollegen Stadler Recht geben, besonders schön ist es nicht, wenn der Grünstreifen verschwindet, aber wenn es dazu dient, die Parkplatzsituation zu verbessern."

Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) betonte zum Schluss, im Endeffekt sehe man vom Grün eh nichts mehr, wenn Autos darüber parken. 

Mit 5:2 wurde der Beschlussvorschlag der Verwaltung von den Mitgliedern des Bauausschusses schließlich angenommen. 

Was denken Sie darüber? 

mb

Quelle: wasserburg24.de

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