Unterschriften-Liste an Stadt Wasserburg übergeben 

"Angst um unsere Kinder": Autofreie Hofstatt als Lösung? 

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Die aktuelle Situation in der Hofstatt wollen Anrainer wie Bettina Knopp (Zweite von rechts) nicht länger hinnehmen. Sie fordern eine autofreie Zone und brachten ihr Anliegen in der Bürgersprechstunde der Stadt Wasserburg vor. 
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Wasserburg - Parkende Autos neben Touristen, Spaziergängern und Marktständen - Am Wochenende ein gängiger Anblick in der Hofstatt. Das soll es, wenn es um den Willen einiger Altstadtbewohner geht, künftig nicht mehr geben. Ist ein Durchfahrtsverbots für Autos und die Errichtung einer Fußgängerzone die Lösung? 

Eine Gruppe Altstadtbewohner um Bettina Knopp und Stefanie Kronseder rief die Aktion ins Leben. "Weil wir primär Angst um unserer Kinder haben, die oft unkontrolliert zwischen die Autos auf die Straße laufen", erklärte Knopp am Donnerstagabend in der Bürgersprechstunde. Es war das zweite große Bürger-Thema am 28. Juni im Wasserburger Rathaussaal neben der Übergabe der Petition von Hans Peter Bubb, die nach dem tödlichen Bahnunfall eine Beschrankung des Bahnübergangs in Viehhausen fordert

Parkende Autos am Straßenrand würden die Situation in der Hofstatt für Kinder, ältere Menschen und Fußgänger zusätzlich gefährden. "Außerdem ist es doch für Touristen und Spaziergänger nicht schön, wenn die Altstadt derart zugeparkt ist", betont Knopp. "Es gibt die Märkte an den Wochenenden und den musikalischen Samstag, ich persönlich empfinde parkende und auch vorbeifahrende Autos, die sich oftmals nicht an die Schrittgeschwindigkeit halten, hier als Störfaktor." 

Und letztlich, da ist sich die junge Mama sicher, würde eine Fußgängerzone den Einzelhandel ankurbeln und den Umsatz der ansässigen Geschäfte, Gastronomien und Läden stärken

"Die 60 Meter kann wirklich jeder zu Fuß gehen"  

459 Unterschriften kamen in den letzten zwei Monaten zusammen. Die Liste wurde nun Bürgermeister Michael Kölbl überreicht. Mit plakativen Bildern von der Situation in der Hofstatt unterstrichen die Unterstützer ihr Anliegen an die Stadt.

Viele von den Befürwortern sind Anrainer der Hofstatt. Sie fordern eine größere Fußgängerzone und ein Autodurchfahrtsverbot in Hofstatt und Salzsenderzeile. Knopp erläuterte den Stadträten ihre Wunschvorstellung und war der Meinung, man solle Geschäftsleute und Anwohner in die Planungen miteinbeziehen. "Die Ledererzeile könnte beispielsweise stärker frequentiert werden. Ich könnte mir dort eine zusätzliche Bushaltestelle oder eine Sammeltaste zum kostenlosen Kurzzeitparken am Anfang der Straße vorstellen." 

So autofrei wie auf diesem Bild wünschen sich die Anwohner die Hofstatt. 

Bereits im Mai, als die Unterschriften-Aktion schon angelaufen war, erläuterte die junge Wasserburgerin gegenüber wasserburg24.de die Beweggründe für ihr Anliegen: "Es kann doch nicht sein, dass Wasserburger Bürger mit ihren Autos direkt vors Geschäft fahren müssen. Die 60 Meter um durch die Hofstatt zu gelangen, kann wirklich jeder zu Fuß gehen." 

Ob sich die Stadt zumindest auf eine Testphase einlassen würde, wollte Knopp von Bürgermeister Kölbl wissen. Dieser stand dem Vorschlag durchaus offen gegenüber, konnte jedoch noch nichts versprechen, da eine Entscheidung an Einzelbeschlüssen des Rats uns seiner Ausschüsse hänge. "Wir beschäftigen uns aber schon länger mit Verkehrsthemen in der Stadt, die auch Inhalt des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts sind. Mit dem ISEK befinden wir uns auf der Zielgeraden." 

Kölbl versicherte, man wolle einen Versuch starten und für Samstag und Sonntag ab 14 Uhr eine Testphase anordnen. 14 Uhr jedoch halte Knopp für zu spät: "Wann gehen die Leute denn auf den Markt? Morgens! Da wäre ein Durchfahrtsverbot ab 9 Uhr angemessen." 

Ihre Meinung ist gefragt: 

mb

Quelle: wasserburg24.de

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