Schadstoffmessungen in Wasserburg geplant 

Wie giftig ist die Altstadt? Luftqualität im Fokus

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Täglich rollen unzählige Autos über die Innbrücke in die Altstadt. Inwiefern das die Luftqualität beeinflusst, sollen Schadstoffmessungen klären. 
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Wasserburg - Inwiefern belasten Luftschadstoffe die Altstadt? Entsprechende Messungen sollen Klarheit bringen über die Luftqualität auf der Altstadtinsel. 

Der Antrag der Grünen Stadtratsfraktion, der dieses Thema aufgreift und am 14. November in der Sitzung des Umweltausschusses diskutiert wurde, basierte auf einem alten Antrag der SPD auf Schadstoffmessung, darunter auch die Belastung durch Feinstaub

Im Juni 2019 hat der Europäische Gerichtshof in einem Grundsatzurteil klar gestellt, dass auch Überschreitungen an einer einzelnen Messstelle als Verstoß gegen EU-Regeln gelten und dort konkrete Gesundheitsbeeinträchtigungen drohten. Die Stadt Wasserburg sei damit, so heißt es in dem Antrag der Grünen "zum Handeln aufgefordert". Die Stadt solle "alle relevanten Luftschadstoffe gemäß EU-Richtlinie sowie auch die Lärmbelastung messen lassen". 

Bewertung der Luftqualität an zentralen Punkten 

Über einen Zeitraum von einem Jahr wurde bereits die Stickstoffdioxidbelastung (NO₂) in der Altstadt gemessen. Die Ergebnisse ließen aufatmen: Lediglich an einer Messstelle im Brucktor sei eine minimale Überschreitung des zulässigen Jahresmittelwerts von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3) festgestellt worden. Dies wurde allerdings mit der fehlenden Eignung der Bruckgasse für derlei Messungen relativiert. Pauschal zeigen die Ergebnisse jener Messungen im vergangenen Jahr, dass die NOX-Werte unauffällig seien. 

Ob sich das auch mit anderen Luftschadstofkomponenten verhält, sollen nun neue Messungen ans Licht bringen, erklärt Bürgermeister Michael Kölbl auf Nachfrage von wasserburg24.de. Mit nur einer Gegenstimme segneten die Mitglieder des Umweltausschusses am Donnerstagabend diesen Beschluss ab. Die Verwaltung werde nun beauftragt, entsprechende Angebote einzuholen. 

Die Messungen sollen wieder in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) erfolgen und die Luftqualität in den zentralen Verkehrsknotenpunkten, primär aber im Kernbereich der Altstadt, beleuchten. Kölbl schloss jedoch nicht aus, dass Messstellen auch außerhalb der Stadt - wie beispielsweise in Reitmehring am Bahnübergang der B304 - installiert werden könnten. 

Wo genau und wie viele Messstationen es sein werden, das sei allerdings noch offen. Kölbl schätzt, dass im nächsten Jahr mit der Ausschreibung begonnen werde. Was für Kosten auf die Stadt zukommen, sei ebenfalls noch unklar. 

mb

Quelle: wasserburg24.de

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