Gemeinsames Projekt von Radio Regenbogen und der Stiftung Attel 

Inklusionspreis 2018 geht nach Attel: "Bürgerradio baut Barrieren im Kopf ab"

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Von links nach rechts: BTP; Michael Wagner, Leiter Unternehmenskommunikation Stiftung Attl; Sabrina Breidel, Bewohnerin Stiftung Attl; Julia Witte, Radio Regenbogen; Bernd Crellwitz, Bewohner Stiftung Attl; Bezirksrätin Claudia Hausberger. 
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Wasserburg/Attel - Mit dem Inklusionspreis 2018 zeichnet der Bezirk Oberbayern drei Initiativen aus, die das Bewusstsein für die Fähigkeiten von Menschen mit Behinderungen stärken und für den Abbau von Vorurteilen eintreten. Darunter: Radio Regenbogen und die Stiftung Attel für ihr gemeinsames Projekt Bürgerradio. 

Menschen mit und ohne Behinderungen sollen vorurteilsfrei und wertschätzend miteinander umgehen und gemeinsam das gesellschaftliche Leben gestalten. Das steckt hinter dem Motto "Ich sehe Dich! Inklusion beginnt im Kopf." Die Jury des Inklusionspreises 2018 stand vor der schwierigen Aufgabe, aus 50 guten Bewerbungen die besten herauszufischen. 

Der mit 5.000 Euro dotierte 1. Preis geht an "Basta" - Das Bündnis für psychisch erkrankte Menschen aus München wird für sein Schulprojekt zur Antistigma-Arbeit ausgezeichnet. 

"PARTicipation" – ein Bildungsprogramm von und mit Menschen mit Behinderungen aus München landete auf dem mit 3.000 Euro belohnten 2. Platz. Die Initiative veranstaltet Schulungen und Kurse, um bei Eltern, Fachleuten und Interessierten ein Bewusstsein für Inklusion zu schaffen.

Dritter Preisträger aus Wasserburg

Den mit 2.000 Euro dotierten 3. Preis erhalten Radio Regenbogen und die Stiftung Attl für ihr gemeinsames Projekt Bürgerradio. Dabei machen Menschen mit Behinderungen, die in der Stiftung Attl leben, Radiosendungen zu vielfältigen Themen wie Arbeit, Sport und Musik

Zu hören sind die Sendungen bei Radio Regenbogen im Südosten Oberbayerns. Ziel ist der Abbau von Barrieren im Kopf und die Bewusstseinsbildung. Durch das Bürgerradio erfährt eine breite Zuhörerschaft vom Leben von Menschen mit Behinderungen, was sie bewegt und welche Wünsche sie haben. Die Bürgerreporter erlernen nicht nur Theorie und Praxis des Radiomachens, sondern vermitteln ihre Lebenswelten an eine breite Zuhörerschaft. "Nicht über uns, sondern von uns", so die Jury, "ist der Leitsatz für dieses Projekt."

Mit Sabrina, Bernd und Michi durch die Sendung 

Bei der Ansage kommen alle reihum zu Wort. Routiniert meistern die drei Bewohner der Stiftung Attl, Sabrina, Bernd und Michi, die Begrüßung. Es folgt die Einspielung aufgezeichneter Interviews mit Freunden und Bekannten, Musikstücke, Gespräche

"Die Interviews machen wir selber", erzählt Sabrina. "Das wird dann alles zusammengeschnitten und im Radio vorgestellt." Drei Sendungen waren es bisher: zur Arbeitswelt der Stiftung, zu den musikalischen Vorlieben der Bewohner und Bewohnerinnen und zum Sportangebot in Attl.

Mit Workshops zum Radiomoderator

Ermöglicht wird das Bürgerradio durch Radio Regenbogen, einen gemeinnützigen Spartenanbieter. Sendegebiet ist der Südosten Oberbayerns - die Sendungen der Bewohner der Stiftung Attl waren im Landkreis Rosenheim zu hören. "Ich bin nur technische Assistenz und für den journalistisch-handwerklichen Part zuständig"“, erzählt Julia Witte, die das Projekt bei Radio Regenbogen betreut. "In der Sendung bin ich nicht zu hören."

Witte hat mit Workshops die Bürgerreporter aus Attl auf das Radiomachen vorbereitet. Sie berät auch bei Themensuche und Interviews. Zur Seite steht ihr dabei Michael Wagner, Unternehmenssprecher der Stiftung Attl. "Unsere Bewohner haben sehr viele Geschichten über ihr Leben zu erzählen", berichtet Wagner. "Wenn sie damit auf Sendung gehen, zeigen sie, dass sie Teil dieser Gesellschaft sind. Das erfüllt sie mit Stolz und stärkt ihr Selbstwertgefühl."

"Das Bürgerradio baut Barrieren im Kopf ab und schafft ein Bewusstsein für die Fähigkeiten von Menschen mit Behinderungen", heißt es in der Begründung für den Drittplatzierten des Inklusionspreises 2018. Besonders würdigte die Jury, dass das Bürgerradio Menschen mit Behinderungen ein Sprachrohr bietet und aktive Meinungsbildung ermöglicht. Dank der außergewöhnlich guten Projektidee gelinge es, so die Juroren, "dass Menschen mit Behinderungen aktiv, partizipativ und zugleich öffentlich gesamtgesellschaftlich teilhaben können".

Pressemitteilung Bezirk Oberbayern/mb

Quelle: wasserburg24.de

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