Laden schließt eine Lücke in Wasserburg

Hühnerfüße und Kochbanane - Wie „Konaté“ frischen Wind in die Schustergasse bringt

Johanna und Sekou Konaté in ihrem neuen internationalen Lebensmittelladen in Wasserburg
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Johanna und Sekou Konaté in ihrem neuen Laden für internationale Lebensmittel in der Wasserburger Schustergasse.

Afrikanisch, türkisch, asiatisch oder orientalisch - internationale Gerichte nachkochen und die Zutaten dafür bequem vor Ort einkaufen? Möglich macht das der neue Laden „Konaté“ in der Schustergasse. Johanna und Sekou Konaté haben sich mit ihrem internationalen Lebensmittelladen in der Wasserburger Altstadt einen lang ersehnten Wunsch erfüllt.

Wasserburg – „Die Idee hatten wir schon immer im Hinterkopf - auch weil ein Supermarkt für internationale Lebensmittel einfach fehlt in Wasserburg und die Nachfrage durchaus vorhanden ist“, erklärt Johanna im Gespräch mit wasserburg24.de. Dies bestätigt Monika Rieger, Koordinatorin des Wasserburger Patenprojekts Asyl: „Durch die Mitarbeit im Helferkreis ist bei vielen Wasserburgern das Interesse für internationale Spezialitäten stark gewachsen. Jetzt muss niemand mehr für eine Kochbanane bis nach München fahren.“

Über die Jahre ist diese Idee gereift, Ende 2019 wurde der Plan konkreter, nahm Formen an. Nun hat das Paar den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt – und ist glücklich mit der Entscheidung und ihrem Laden „Konaté“ im Herzen der Altstadt.

Die Intention hinter „Konaté“: Internationale Küche bekannter machen

„Wir wurden sehr herzlich aufgenommen in der Straße, auch von den Nachbarn. Im fliegenden Wechsel kommen neugierige Kunden in den Laden. Wir sind wahnsinnig zufrieden mit den ersten Tagen der Eröffnung“, betont auch Sekou und spannt den Bogen zum „Rezept der Woche“, das die beiden leidenschaftlichen Köche im wöchentlichen Wechsel am Schaufenster gemeinsam mit Lebensmitteln aus anderen Ländern wie der Kochbanane vorstellen. So können sich die Wasserburger Anregungen holen und bei Interesse die Zutaten für das Rezept im Laden kaufen und das Gericht nachkochen. „Dadurch möchten wir die internationale Küche bekannter machen“, grinst Sekou.

„Konaté“ in der Wasserburger Schustergasse hat am 23. Januar eröffnet.

Mit ihrer Eröffnung wirken die beiden auch gezielt dem Leerstand in der Stadt gegen: Zuvor zierte viele Jahre lang Trachtenmode die Räumlichkeiten in der Schustergasse 3. Johanna und ihr Mann Sekou sind über das Internet auf den Standort gekommen, der Vermieter sei dem Konzept der beiden positiv gegenübergestanden. Der Umbau vom Trachtenladen in einen Lebensmittelladen stellte die neuen Betreiber vor kleinere Herausforderungen, die aber schnell gemeistert waren, wie die 39-Jährige grinsend erzählt, während sie den Blick über die frisch eingeräumten Regale mit außergewöhnlichen Spezialitäten schweifen lässt. Unter anderem mussten sie ein Lager errichten und die Crux mit der fehlenden Anlieferzone in der Schustergasse klären.

Doch das hielt die zwei Ameranger nicht auf. Sie leben ihren Traum, gehen in ihrer neuen Rolle auf. Besonders für Sekou, der aus Mali stammt, ist der Laden eine Herzensangelegenheit. Er ist schon einige Jahre in Deutschland, hat aber regen Kontakt zu Familie und Bekannten in seinem Heimatland. Sobald es Corona zulässt, möchte er wieder nach Mali reisen und Kinder armer Familien, die es sich nicht leisten können, mit Ausrüstung für die Schulbildung unter die Arme greifen. „Jeder Cent Trinkgeld, den ein Kunde dalässt, wandert in die Spendenkasse für Malis Kinder“, erzählt der 28-Jährige stolz.

Unter dem Motto „Pack dir die halbe Welt in eine Tüte“ gibt es in der Wasseburger Schustergasse 3 nun afrikanische, asiatische, indische und orientalische Lebensmittel zu kaufen.

Plastikfreies Einkaufen - ein Zeichen setzen für die Nachhaltigkeit

In den Regalen finden sich unter anderem exotische Würzsaucen, Getränke, verschiedene Sorten Reis, Tiefkühl-Artikel – darunter Fisch aus Senegal oder Exotisches wie Hühnerfüße, die frittiert in Afrika beliebt sind – Konserven und frisches Obst und Gemüse rund um den halben Globus aber auch aus der Region. Der Slogan von Konaté: „Pack dir die halbe Welt in eine Tüte“. „Nur die halbe, denn wir sind ehrlich - von der ganzen sind wir noch weit entfernt“, räumt Johanna lachend ein.

Viele Lieferanten finden künftig den Weg in die Innstadt, darunter aus den Niederlanden oder dem Balkan. Bereits im Sortiment ist Bio-Eis mit Bio-Vanille aus dem Kongo aus Ampfing. Künftig soll eine Filiale für Geldtransfer ins Ausland eingerichtet werden. Wichtig ist dem Paar auch auf Nachhaltigkeit: So gibt es Obst lose, auf Plastik wird verzichtet. „Wir möchten damit ein Zeichen setzen und dem Verpackungswahnsinn gezielt ein Ende bereiten“, schließt Johanna ihre Erklärung. Denn verpackt sei schließlich schon genug und es sei an der Zeit, umzudenken.

Der Slogan von Konaté: „Pack dir die halbe Welt in eine Tüte“.

mb

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