Brexit wirkt sich auf Kommunalwahl in Wasserburg aus 

John Cater von CSU-Liste gestrichen: "Ich bin ein Wasserburger, kein Brite" 

John Cater wollte die Zukunft der Stadt Wasserburg aktiv mitgestalten - das darf er nun aber nicht - wegen des nahenden Brexit.   
+
John Cater wollte die Zukunft der Stadt Wasserburg aktiv mitgestalten - das darf er nun aber nicht - wegen des nahenden Brexit.   

Wasserburg - Das Hin und Her um den Ausstieg Großbritanniens fordert erste Opfer - zumindest für die Kommunalwahl in Wasserburg: Der gebürtige Engländer John Cater, der seit Jahrzehnten in der Innstadt lebt und arbeitet, darf nicht als Listenkandidat der CSU antreten - und überdies am 15. März 2020 überhaupt kein Kreuz mehr setzen. 

Gerne hätte er die Zukunft der Stadt Wasserburg aktiv mitgestaltet - die deutsche Büroktratie aber machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Die Entscheidung des Landratsamts Rosenheim, die der Stadt am Mittwoch (15. Januar) mitgeteilt wurde, verbreitet sich in der Kleinstadt wie ein Lauffeuer.


John Cater,ist seit 27 Jahren in Wasserburg und darf als gebürtiger Engländer wegen des EU-Austritts seines Heimatlandes nicht zur Kommunalwahl am 15. März antreten. Er stand auf der CSU-Liste auf Platz 21, für ihn rückt nun Martin Rehm nach. 

"Da bist Vollgas ein Wasserburger und auf einmal nix mehr wert" 

"Die CSU Wasserburger hat gute Leute und ist prima aufgestellt, das passt schon - aber, dass ich nicht mal als Wähler mein Kreuz setzen darf bei der Kommunalwahl am 15. März, das schlägt dem Fass doch wirklich den Boden aus", konstatiert Cater im Gespräch mit wasserburg24.de. 


Der54-Jährige ist enttäuscht und versteht die Welt nicht mehr: "Mich kennen alle und ich kenne jeden - ich bin mehr Wasserburger als Engländer und habe die meiste Zeit meines Lebens in Bayern verbracht. Ich bin selbständig und bringe mich ein in das Stadtleben. Da bist Vollgas ein Wasserburger und auf einmal kommt so ein Schlag ins Gesicht und du bist nix mehr wert. Ich habe mich voll und ganz ins deutsche Leben eingefügt - zahle ja schließlich auch Steuern."

Schuld an dem ganzen Schlamassel ist mitunter auch der fehlende deutsche Pass: John Cater lebt zwar seit Jahrzehnten im Landkreis Rosenheim, besitzt aber keine deutsche Staatsangehörigkeit und ist so gesehen rechtlich Brite. Als solcher will er sich aber überhaupt nicht betiteln lassen."Ich bin ein Wasserburger, ein Mensch und kein Brite", stellt er klar und deutlich fest. 

Dazu kommt, dass Cater strikt gegen den Brexit ist: "Was kann ich dafür, was für Politik die in meinem Heimatland machen? Ich dürfte nicht mal abstimmen über den Brexit. Und jetzt darf ich noch nicht mal mehr hier in Bayern abstimmen - ich verstehe die Behörden einfach nicht. Warum musst die deutsche Bürokratie alles derart genau nehmen?", fragt sich der Wasserburger abschließend resigniert.

mb

Quelle: wasserburg24.de

Kommentare