Leser kritisieren Wasserburger Badria 

"70er-Jahre-Charme, kaltes Wasser, unattraktives Angebot"

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Wasserburg - Bei den jüngsten Debatten um den Wasserburger Haushalt und die Finanzen hat sich vor allem das Badria als Verlust-Geschäft herauskristallisiert. Unsere Leser haben dazu neben kritischen Stellungnahmen unterschiedliche Ansichten und auch den ein oder anderen Lösungsvorschläge parat.

Trotz eingebrochener Gewerbesteuereinnahmen brachte der Wasserburger Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung am 25. Januar einstimmig einen soliden Haushalt mit einem Gesamtvolumen von 45,6 Millionen Euro für 2018 auf den Weg. Und nicht nur die einzelnen Stadtratsfraktionen übten Kritik und warnten vor voreiligen Schlüssen und Entscheidungen - auch unserer Leser haben zu den Finanzen der Innstadt und den Haushaltsreden eine Meinung:

  • Kommentator "Krambambuli" beispielsweise ist der Meinung, die Haushaltslage sei "nicht erst seit gestern" bekannt: "Mir scheint eher, dass hier eine Verschleierungstaktik betrieben wurde. Herrn Stadler von den Grünen sei gesagt, dass es auch durchaus jüngere Personen gibt, die an einer Gehbehinderung leiden, jedoch trotzdem im Leben stehen wollen und daher, um z.B. an ihren Arbeitsplatz zu gelangen, das Auto benötigen. Worüber man aber im Vorfeld nachdenken hätte sollen, sind Ausgaben für ein Depot, bzw. ein Badria, dass jährlich bezuschusst werden muss."
  • Ebenfalls den Inhalt der Haushaltsrede von Grünen-Vorsitzenden Christian Stadler, der die Leute vemehrt zum Fahrradfahren und Zu Fuß zu gehen animieren möchte, kritisierte Nutzer "huascaran": "Manchmal stellt sich schon die Frage, woraus manche die Frechheit ableiten, ihre Mitmenschen von oben herab erziehen zu wollen."
  • Eine tröstende Wortmeldung für die Innstädtler hatte "oujda" übrig: "Kopf hoch, ihr Wasserburger. Den Aiblingern geht es mit einer pro Kopf Verschuldung von 2.076 Euro noch schlechter." 
Marius Regler, der neue Stadtwerke-Leiter, erläuterte die Hintergründe des schlechten Gesamtergebnisses des Wirtschaftsplans 2018. 

Komplexer gestaltete sich die Präsentation des Wirtschaftsplans 2018 durch den neuen Stadtwerke-Leiter Marius Regler. Das Gesamtergebnis fiel wegen des Erlebnisbads Badria "erschreckend schlecht" aus. Die Leser und Kommentatoren sind auf der Suche nach Erklärungen:

  • Nutzer "WS2014" ist der Ansicht, das Badria würde die Stadtwerke und die Stadt Wasserburg finanziell überfordern: "Die Stadtwerke können inzwischen überhaupt nur noch durch jährliche! Zuschüsse in Millionenhöhe aus der Stadtkasse weiterarbeiten. Dieses Geld bräuchte die Stadt an anderer Stelle aber sehr viel dringender, z.B. für Bildung und Wohnen in Wasserburg. Die extrem hohen Investitionen in die Badriasauna haben dieses Problem nochmals verschärft. Viele Millionen wurden in diesem klassischen Prestigeobjekt versenkt, ohne dass es dafür je eine halbwegs plausible Begründung gegeben hätte. Keiner der drei Hauptverantwortlichen (Bürgermeister, Werkreferentin, Werkleiter) hat zu dieser Fehlentwicklung eine plausible Erklärung abgegeben, der Werkleiter ist inzwischen im Ruhestand.
  • "Gast02" kommentierte unter dem Artikel: "Es wird sicher sehr schwierig hier die richtigen Entscheidungen zu treffen, es muss fast die Quadratur des Kreises geschafft werden: mehr Umsatz bzw. mehr Gewinn bei gleichzeitigem Sparen/Verkleinern/Eintrittspreise erhöhen. Könnte sein dass sich dabei der Hund selbst in den Schwanz beißt. Ich weiß zugegebenermaßen auch keine Lösung, aber die Strategie durch Renovierung, Sanierung und Vergrößerung mehr Umsatz + Gewinn zu machen scheint offensichtlich nicht aufzugehen. Wenn man jetzt das Angebot unattraktiver gestaltet (Sprungturm + Größe Freibecken, Eintrittspreiserhöhungen) kommen vermutlich weniger Besucher, die Fixkosten bleiben aber. Allgemein gilt das Badria bisher als sehr günstig was die Eintrittspreise angeht, wenn sich das ändert fahren möglicherweise viele die bisher eine etwas weitere Anreise in Kauf genommen haben dort nicht mehr hin.
  • "Badegast" kritisiert in erster Linie die Aussage der Änderungen, Optimierungen und Rückbauten: "Was soll denn da beispielsweise zurückgebaut werden? Die Saunalandschaft ist ja in den letzten Jahren immer weiter gewachsen und das war längst nicht unumstritten in den Stadtratssitzungen."
Der Badriasee im Außenbereich. 

Viele Leser sind der Meinung, das Badria selbst als Erlebnisbad sei mittlerweile "nicht mehr attraktiv genug" für die Besucher. Die meisten fahren lieber in andere Bäder.

  • Nutzer "Peter" erklärt: "Wahrscheinlich wäre es auch sinnvoll, das Badria in allen Bereichen als Familienbad zu sehen und auch Kinder mit ihren Eltern in die Sauna zu lassen, wie es in anderen Familienbäder oder Freizeitbäder üblich ist."
  • "Manitu71" beispielsweise bemängelt, das kleine Warmwasserbecken draußen reiße es nicht wirklich raus, es sei vor allem unbequem. "Gut, es gibt zwei Wasserrutschen, aber das wars auch schon. Für Kinder vielleicht ein Highlight, für Erwachsene eher nicht. Da ist man mit Prien oder Endorf besser dran. Aibling, mal abgesehen vom Saunabereich auch nicht gut."
  • "Renate68" favorisiert andere Bäder: "Das Badria ist für Familien mit Kindern ab 10 Jahren nicht mehr interessant. Fahren lieber nach Trostberg oder Garching. Haben Sprungtürme. Auch bezahlt man humane Eintrittspreise für den ganzen Tag - allerdings halt bloß im Sommer."
  • "Aiblinger" ist der Meinung, das Badria könne sich von den Konkurrenzbädern eine Scheibe abschneiden: "Die Lösung hier ist einfach, man muss halt von den Besten abschauen (z.B. Erding) Erding hat es geschafft, vom Parkplatz bis zum Bad ein Ambiente zu schaffen (mit Palmen, Musik, Duftsprays, schicke Wandverkleidungen usw.). Das Badria halt eben nicht. Das hat, obwohl die Umbauten immer noch einen 70er-Jahre-Hallenbad-Charme. Wenn das Badria nun auch ein Thema für sich entdeckt (das von Erding ist Oase), dann kommt das Bad wesentlich besser an.
  • Nutzer "Melon" bläst ins selbe Horn: "Das schöne am Badria war eigentlich immer, dass es gerade nicht den Spaßbadcharakter hat. Aber jetzt werden halt Millionen versenkt um mit größeren Bädern mitzuhalten. Eigentlich Schade. Aber anscheinend lohnt sich so ein klassisches Bad nicht mehr."
Der Gaudibrunnen im Badria. 

Auch auf Facebook wurde viel diskutiert und in erster Linie kritisiert. Das Wasser sei viel zu kalt, das Badria biete kein Rahmenprogramm, das Personal sei nicht sehr freundlich. 

Trotz aller Kritik - ein paar positive Kommentare gab es doch noch für das Erlebnisbad in Wasserburg:

Wie die Stadtwerke unter Leitung Marius Regler auf die Kritik der Leser reagieren, steht noch aus. Die Redaktion von wasserburg24.de hat um eine Stellungnahme gebeten, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels jedoch noch keinen Ansprechpartner erreichen können.

mb

Quelle: wasserburg24.de

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