Startschuss für Kultur-Projekt des WFV *Mit Voting*

Corona zum Trotz: "Pop-Up-Biergarten" entsteht ab Juli am Altstadtbahnhof 

Auf dem künftigen Grundstück für den Neubau des Feuerwehrhauses soll über einen Zeitraum von maximal drei Monaten ein "Pop-Up-Biergarten" entstehen. 
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Auf dem künftigen Grundstück für den Neubau des Feuerwehrhauses soll über einen Zeitraum von maximal drei Monaten ein "Pop-Up-Biergarten" entstehen. 

Wasserburg - Frühlingsfest "light", "Pop-Up-Biergarten" mit Bühne und Kino am Festplatz - mit solchen Ideen versucht die Stadt gegen die Auswirkungen der Corona-Pandemie für Kulturleben und Gastronomie anzukämpfen. Nun soll es der von vielen Bürgern lang ersehnte Biergarten in der Altstadt werden - aber nur auf Zeit.

Frühlingsfest "light" - mit dieser Idee begann die Stadt auf Anträge einzelner Kulturschaffeneder und des Wirtschaftlichen Förderungsverbands (WFV) zu reagieren. Denn Corona bügelte das gesamte gesellschaftliche Leben in Windeseile nieder. "Höchst bedenklich, dass die Kultur coronabedingt am stärksten leidet und es keine Möglichkeit gibt im Freien Veranstaltungen durchzuführen," erklärte Bürgermeister Michael Kölbl in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 16. Juni den Hintergrund, warum man sich Gedanken mache, wie Veranstaltungen trotz der Pandemie durchgeführt werden könnten. 

Das Frühlingsfest "light", eine Art dezentrales Fest mit in der Altstadt verteilten Ständen (ähnlich wie das Projekt "Sommer in Rosenheim") ist für die Innstadt schnell gestorben - auch aus mangelndem Interesse der Schausteller. Die nächste Idee: ein "Biergarten auf Zeit" ("Pop-Up") mit Kino und Bühne am Festplatz an der Alkorstraße am Badria. Doch auch hier folgte dem Bürgermeister zufolge rasch die Ernüchterung: "Dass an dieser Stelle ohne Bierzelte und Buden wie wir es vom Frühlingsfest gewohnt sind Biergarten-Stimmung aufkommt, ist auch ohne Corona nicht vorstellbar, mit dem Virus noch weniger."

Hier soll der "Pop-Up-Biergarten" entstehen. Das künftige Grundstück für den Neubau des Feuerwehrhauses ist einer der wenigen Plätze in der Altstadt, der Abendsonne bis  circa 20.30 Uhr garantiert. 

Künftiges Grundstück des Feuerwehrhauses entpuppt sich als idealer Platz 

Ein anderer Platz musste her. In die engere Auswahl kam das Grundstück am Schopperstattweg direkt am Inndamm zwischen dem Parkplatz an der Rampe und dem Busbahnhof. Hier soll das neue Feuerwehrhaus der städtischen Wehr entstehen. Weil der Kaufvertrag noch nicht abgewickelt und die Stadt noch nicht als neuer Eigentümer fungiert, suchte man das Gespräch mit dem bisherigen Eigentümer. Der stand dem Vorschlag des "Pop-Up-Biergartens" offen gegenüber: "Die umzäunte Fläche liegt vergleichsweise zentral, bietet mit über 4000 Quadratmeter ausreichend Abstandsflächen. Trotz Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln ist ein Biergartenbetrieb mit Bühne möglich. Die Lage am Inn ist außerdem durchaus reizvoll - es ist mit der Platz in der Altstadt, der am längsten Abendsonne gewährt." 

Kölbl unterstrich in dem Zusammenhang, dass dieses Projekt auf Zeit nichts mit dem seit Jahren diskutierten und erst kürzlich auf den Weg gebrachten Projekt des Biergartens direkt am Inn hinter dem städtischen Bauhof zu tun habe: "Das sind zwei paar Stiefel. Die Betreiber wollen den mobilen Biergarten zwischen dem Vereinsheim des TSV und dem Parkplatz am Inn auf der Fläche am Inndamm 2021 verwirklichen. Der "Pop-Up-Biergarten" soll nur heuer wegen Corona in den Sommermonaten stattfinden." 

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Die ersten Details und Auflagen:  

Als Veranstalter soll der WFV auftreten, unterstützt vom Team des Veranstaltungsservices SAS um Manuel Scheyerl und Stefan Staudinger. Das Rahmenprogramm für den Biergartenbetrieb soll zeitnah unter Einbezug der gesamten Altstadt erarbeitet werden. Geplant sind Konzerte, Auftritte auf einer Kleinkunstbühne sowie Kinovorstellungen - ohne dem Freiluftkino am Stoa in Edling Konkurrenz machen zu wollen. Die Saison von Utopia-Betreiber Rainer Gottwald soll am 24. Juni starten und nach aktueller Lage darf er maximal 200 Besucher pro Film empfangen. 

Los gehen soll es mit dem "Pop-Up-Biergarten" ab Mitte/Ende Juli bis Ende September. Um spätestens 23 Uhr soll Schluss sein - auch aus Rücksicht auf die Anwohner. Es wird sowohl ein Hygiene- als auch ein Sicherheitskonzept geben. Künstler aus dem Umland und der Region sollen bei den Auftritten auf der Bühne und bei Kulturveranstaltungen bevorzugt werden. Für die städtischen Gastronomen darf auf keinen Fall ein Konkurrenzprogramm enstehen. Vor allem Steffi König (Bündnis 90/Die Grünen) war es ein Anliegen, die heimischen Betriebe nicht außen vor zu lassen: "Es könnten Speisen angeboten werden, die es in der Altstadt nicht gibt." Diese Aussage wiederum rief Friederike Kayser-Büker (SPD) auf den Plan: "Ich finde es müssig, darüber zu diskutieren, ob der Wirt des Biergartens Pizzen anbieten darf und so möglicherweise den Pizzerien in der Altstadt Konkurrenz macht. Ich vertraue auf den WFV, dass der Verein ein geeignetes Konzept auf die Beine stellt." 

"Kann man nicht einen bayerischen Begriff finden?" 

Die Stadt unterstützt die Herstellung der Infrastruktur (Strom, Wasser, Sanitäranlagen) mit 15.000 Euro. Sowohl Kulturreferentin Edith Stürmlinger (Bürgerforum) als auch die CSU-Fraktion im Ausschuss um Georg Machl und Heike Maas stellten sich hinter das Projekt, das dem Image von Wasserburg schmeichle. Für Maas sei es ein "Einstellungsmerkmal für die Stadt", das eine "magnetische Wirkung nach außen" haben könnte. Josef Baumann (Freie Wähler Reitmehring/Wasserburg) hingegen störte sich lediglich am Begriff "Pop-Up": "Muss das wieder ein englisches Wort sein, kann man da nicht einen bayerischen Begriff finden?" 

Insgesamt standen die Mitglieder des Ausschusses der Idee aufgeschlossen gegenüber. Kölbl begrüßte den einstimmigen Beschluss, diesen "Pop-Up-Biergarten" auf den Weg zu bringen: "Vor zwei Wochen wussten wir noch nicht einmal, ob wir überhaupt diesen Platz bekommen können. Das ist alles mit heißer Nadel gestrickt, aber wird werden und wollen das einfädeln." 

mb

Quelle: wasserburg24.de

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