Nach Eröffnung des Wasserburger "Eiszaubers" 

Grenze Datenschutz: Keine Anzeigetafel für den Stromverbrauch der Eislaufbahn 

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Die Eislaufbahn wurde am Donnerstagabend des 28. Novembers in der Herrengasse eröffnet. In der anschließenden Sitzung des Stadtrats wurde die Bahn erneut aufgegriffen. 
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Wasserburg - Kaum eröffnet und schon wieder landet die Eisbahn in der Herrengasse auf dem Tisch der Stadträte: Ein Antrag der Werkreferentin auf Montage einer Anzeigetafel für den Energieverbrauch der Bahn war der Auslöser. 

Ein Monitoring des laufenden Energie-Verbrauchs der Eislaufbahn in der Herrengasse mithilfe einer gut sichtbaren Anzeigetafel durch die Stadtwerke - das hatte sich Werkreferentin Dr. Christine Mayerhofer als Information für die Allgemeinheit gewünscht. 

Doch ihren Antrag zog sie relativ rasch zurück, als ihn die Ratsmitglieder am Donnerstagabend behandeln wollten. Der Grund: Die Anzeigetafel sei nicht vereinbar mit dem Datenschutz

Klimatnotstand und Eisbahn: Passt nicht zusammen

Bürgermeister Michael Kölbl erklärte, die Verwaltung habe das Ganze genau geprüft und sei zu dem Schluss gekommen, dass es erstens mit einer massiven technisch aufwendigen Installation einhergehen würde, die so kurzfristig nicht machbar sei: "Der ausschlaggebende Punkt aber ist der Datenschutz. Verbrauchswerkdaten von Kunden darf man aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht nach außen tragen - es sei denn, die Kunden würden ihr Einverständnis geben, was allerdings nicht der Fall ist." 

Die Bahn, die laut Veranstalter etwa 16 kWh Strom insgesamt verbraucht, wird also keine Anzeigentafel schmücken. Antragstellerin Dr. Mayerhofer verwies in dem Zusammenhang darauf hin, dass für sie sich immer wieder kritischen Aussagen stellen müsse: "Die Leute stellen mir ständig die selbe Frage: Ihr habt einen Klimanotstand ausgerufen und baut gleichzeitig eine Eisbahn - wie passt das zusammen? Und da bleibt mir nichts anderes übrig als zu antworten, dass das freilich nicht zusammenpasst. Wir haben den Klimanotstand beschlossen nachdem die Eisbahn genehmigt worden ist." 

Klimaschutz-Projekte fehlen 

Die Idee der Anzeigetafel habe sie aus einer Bürgerversammlung aufgegriffen und sollte zum Nachdenken anregen, erklärt Dr. Mayerhofer weiter: "Ich habe großen Respekt vor den Bemühungen des WFV, die Altstadt attraktiver zu machen und mehr Kunden in Geschäfte zu bringen aber ich wünsche mir auch mehr Nachhaltigkeit. Es hilft leider nichts, dass die Bahn mit Ökostrom betrieben wird, denn das ist genau das Argument, welches uns unsere Jugend vorwirft: Wir verschwenden Ressourcen. Ich hoffe doch sehr, dass wir in Zukunft hier doch etwas mehr nachdenken." 

Man hätte Dr. Mayerhofer zufolge das Projekt auch begleiten können mit einer Spendenaktion für ein anerkanntes Aufforstungsprojekt

Weil der Bürgermeister daraufhin ins Protokoll aufnahm, dass der Antrag zurückgezogen wurde und damit entfiel, wurde der Punkt von der Tagesordnung gestrichen

mb

Quelle: wasserburg24.de

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