Container an Reitmehringer Schmiedwiese stark frequentiert 

Illegal entsorgte Speiseabfälle in Wertstoffinseln: Ein Paradies für Ratten 

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Die Wertstoffinsel an der Schmiedwiese in Reitmerhing wird regelmäßig von Ratten belagert. Grund sind illegale Ablagerungen von Speiseabfällen. 
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Wasserburg - Die Wertstoffinsel in der Reitmehringer Schmiedwiese wird immer wieder von Umweltsündern und illegalen Müllabladern missbraucht. Die unangenehme Folge: In dem Bereich fühlen sich Ratten pudelwohl. 

Auf der Bürgerversammlung im November 2017 kam das Thema schon einmal zur Sprache: Einige Bürger beschwerten sich damals bei Bürgermeister Michael Kölbl über unzählige Ratten an der Schmiedwiese, die die Reitmehringer teilweise schon aus dem Haus scheuchen mussten. 

"Das Rattenproblem besteht leider immer noch", seufzt Bernhard Schachner, Leiter der städtischen Abfallwirtschaft, im Gespräch mit der Redaktion. Ein Spezialunternehmen sei beauftragt, die Rattenplage zu eliminieren. 

Die Ursache, dass sich die Ratten dort so wohl fühlen, liege in der Entsorgung von Speiseabfällen, die regelmäßig in unerlaubter Art und Weise in den Containern an der Schmiedwiese landen. Ein extremer Fall, der den Mitarbeitern der Abfallwirtschaft im Rathaus zuletzt untergekommen ist in jüngster Zeit, war die Entsorgung von Säcken mit 120 Kilogramm schweren Speiseabfällen. Kein Wunder in den Augen von Schachner, dass solche Aktionen Ratten anlocken. 

Die Wertstoffinsel an der Reitmehringer Schmiedwiese. 

Besonders ärgerlich, so der Leiter weiter, sei die Tatsache, dass der Müll, der illegal in den Containern entsorgt wird, in der Regel kostenlos oder für ein paar Cent am Wertstoffhof abgegeben werden kann. Blumenkästen, Gießkannen, Luftmatratzen oder Plastikboxen in die Container zu stopfen - dafür gebe es für Schachner überhaupt keinen Grund. 

"Vermutlich ist es für die Umweltsünder bequemer, eine Insel, die möglicherweise noch auf dem Weg zur Arbeit liegt, anzusteuern", mutmaßt der Leiter der städtischen Abfallwirtschaft. Denn über 50 Prozent der illegalen Müllablader kommen aus Nachbargemeinden wie Edling.

Handlungsmöglichkeiten gering

Die Wertstoffinsel an der Schmiedwiese sei zwar - wie alle Inseln im Stadtgebiet - videoüberwacht. Und das zeige auch Wirkung, denn seit der Einführung vor 24 Jahren sei die Verschmutzung durch vor den Containern abgestellten Müll und Abfall zurückgegangen.

Schwarze Schafe aber gebe es nach wie vor noch, wie Schachner betont: "Wir überprüfen die Kennzeichen der Autos, die dort halten. Aber wenn jemand mit dem Radl seinen Müll ablädt - noch dazu in den uneinsichtigen und umzäunten Containerin an der Schmiedwiese - haben wir keine Chance, den Übeltäter zu identifizieren. Wir können nur an die Vernunft jedes Einzelnen appellieren."  

Hohe Bußgelder je nach Vergehen 

Die Unart des wilden Müllentsorgens wird als Ordnungswidrigkeit geahndet. In solchen Fällen werden Bußgelder verhängt, wie Schachner erläutert. Die Höhe der Gelder richte sich wiederum nach den Richtlinien des Bußgeldkatalogs "Umweltschutz", der vom Staatsministerien des Innern, für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie und für Umwelt und Gesundheit gemeinsam erarbeitet worden sei. "Dabei kann bei zwei Kilogramm illegal abgeladenem Abfall schnell mal 80 Euro Bußgeld anfallen", warnt Schachner. 

Die anderen Container und Wertstoffinseln im Stadtgebiet Wasserburg seien laut Schachner hingegen im Vergleich "unauffällig". Auch die zweite Insel in Reitmehring in der Bürgermeister-Schmid-Straße sei bei Weitem nicht so stark frequentiert wie die an der Schmiedwiese. 

Dennoch würde Müll in der Innstadt regelmäßig auch wild in der Umwelt entsorgt. Besonders gefährdet, missbraucht zu werden, waren die Wertstoffinseln zuletzt im Januar diesen Jahres, als der städtische Wertstoffhof wegen Erkrankung aller Mitarbeiter für mehrere Tage am Stück geschlossen bleiben musste. 

mb

Quelle: wasserburg24.de

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