Weiter Widerstand gegen geplante Schredderanlage bei Wasserburg

Deshalb wurden die Giftmüll-Ermittlungen in Kornberg eingestellt

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Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zu der Giftmülllagerung in der Kiesgrube in Kornberg bei Attel eingestellt. 
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Wasserburg/Attel - Viel Wirbel gab es bisher um den geplanten Betrieb einer Schredderanlage in einer Kiesgrube in Kornberg bei Attel. Der Fokus lag zuletzt auf vergrabenem Giftmüll, wegen dem sogar die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wurde. Der aktuelle Stand zum Jahresbeginn: 

Zahlreiche Fässer markiert mit Totenkopf-Symbolen sollen vergraben im Erdreich bei Kornberg vor sich hin schlummern - und das Aussagen von Anwohnern und Mitgliedern der Bürgerinitiative Kornberg-Limburg-Attel zufolge schon seit Jahrzehnten. 

Bei der unsachgemäßen Entsorgung von Giftmüll handelt es sich um eine Straftat, weswegen die Staatsanwaltschaft Traunstein Ermittlungen eingeleitet hat. Oberstaatsanwalt Björn Pfeifer äußerte sich nun zum aktuellen Stand und erklärte auf Nachfrage von wasserburg24.de, dass das Ermittlungsverfahren inzwischen eingestellt worden seien. Als Gründe nannte er zwei Punkte: 

  • Zum Einen habe es für die Staatsanwaltschaft keine konkreten Anhaltspunkte gegeben, dass eine Umweltstraftat begangen worden sei. Man wisse nicht, was genau an Giftmüll im Boden gelagert worden sei über die vergangenen Jahre.
  • Zum Zweiten seien diese Vorfälle allem Anschein nach in den 60er- oder 70er-Jahren geschehen und mittlerweile verjährt. 

Laut BI sei nun das Landratsamt mehr denn je gefordert

Wie reagieren die Mitglieder der Bürgerinitiative? Sprecher der Bürgerinitiative, Gerhard Zwirglmaier, erklärte gegenüber der Redaktion: "Wir befürchten, dass durch den Betrieb der Anlage in der Erde gelagerte Giftstoffe möglicherweise freigesetzt werden, die den Boden verunreinigen und die Lebensqualität von uns Anwohnern deutlich verschlechtern." 

Das Vorhaben Zosseders in der Kornberger Kiesgrube boykottiert die Bürgerinitiative seit Beginn der Planungen: Die Anwohner Kornbergs, von denen sich einige in der BI engagieren, fürchten um ihre Lebensqualität durch Lärm, Lkw-Verkehr und Staub

Man habe Klage gegen den Genehmigungsbescheid des Landratsamts Rosenheim erhoben. Denn in den Augen der BI sei das Landratsamt gefordert, auf den Schutz der Anrainer zu reagieren - gerade nachdem das mit dem vergrabenen Giftmüll nun bekannt geworden sei. 

"In Gars beispielsweise kämpfen Anwohner und Gemeinde gemeinsam gegen den Betrieb einer Brechanlage in der Kiesgrube Dörfl - hier geben die Behörden alles. Das sollte in unserem Fall auch so sein", betont Zwirgelmaier abschließend. 

Schredderanlage soll im Frühjahr 2019 in Betrieb genommen werden 

Simon Zosseder von der gleichnamigen Firma aus Eiselfing, der die Fläche gepachtet hat, hat indes etwa drei bis vier Wochen nachdem der Bescheid vom Landratsamt erteilt worden sei, mit den Bauarbeiten in der Kiesgrube und den Vorbereitungen für die Schredderanlage begonnen

"Derzeit aber herrscht ein Baustopp aufgrund der Witterung und des Schnees. Je nachdem, wie der Baufortschritt in nächster Zeit ausfällt, könnte der Betrieb der Anlage im Frühjahr 2019 starten", erklärt Zosseder. 

mb

Quelle: wasserburg24.de

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