Solaranlagen waren Streitpunkt

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Gespannt verfolgen die wenigen Zuhörer dem Rathauschef
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Wasserburg - Rathauschef Michael Kölbl hatte zur Bürgerversammlung geladen. Das Thema betraf vor allem die Altstädter in Form der neuen Bau- und Werbeanlagensatzung.

Lediglich knapp über 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger waren anwesend. Kölbl hätte sich deutlich mehr erwartet. Die Enttäuschung war ihm anzusehen. Auch wenn der Stadtrat bereits vor einem Jahr diese Satzung beschlossen hatte, es gebe den Zusatz, dass nach der Bürgerversammlung am Montagabend weitere Vorschläge durch den Bauausschuss ausgewertet und eventuell mit in die Satzung integriert werde. Schon während seiner Rede war Kölbl klar, dass es zu einem Spannungsfeld kommen könnte. Die Bau- und Werbeanlagensatzung sei eines der wichtigsten Instrumente zum Erhalt der Qualität der historischen Altstadt, hieß es von Seiten der Stadt. Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann erläuterte anhand eines Vortrags mit Beispielbildern, wie einzelne Punkte mehr oder weniger gut ins Stadtbild passen. Vor allem Fassaden, Fenster, Dachkonstruktionen waren Thema. Herrmann sprach über „Satellitenschüssel-Orgien“ und Solaranlagen, die das historische Bild zunehmend beeinträchtigen: „Schräg gestellte Solaranlagen stören das Stadtbild. Das müssen wir verhindern“. 

Zündstoff Solar

Solaranlagen war Brennpunkt für die Bürger. Viele berichteten über die fehlende Möglichkeit, die Sonnenenergie für das eigene Heim zu nutzen. Grundsätzlich waren die meisten Bürgermeldungen durch persönliche Ereignisse geprägt. Nur wenige sahen das komplette Erscheinungsbild der Stadt, um das es gehen sollte. Ein Bürger erzählte, dass er sogar gegen die Stadt vor Gericht gezogen sei wegen seiner Solaranlage. Das Urteil hierzu stehe noch aus, doch er lasse es sich von der Stadt nicht verbieten, Solarenergie zu nutzen und notwendige Anlagen aufzustellen. Vereine der Stadt mit von der Partie Auch Mitglieder der beteiligten Vereine waren anwesend: Der Heimatverein, Verein Stadtgestalt, Energiedialog, Wirtschaftsförderungsverband. Bereits vorab wurden viele Ideen gesammelt und der Stadt zugetragen. Interessant war der breite Diskussionsbedarf rund um das Thema Werbetafeln und Sonnenschutz in Form von Markisen und Schirme. Hier sehe die Satzung vor, mehr auf Naturmaterialien zu drängen.

„Kunststoff-Fenster gehen gar nicht“

Auch Kunststoff-Fenster wären nicht im Geltungsbereich der Altstadt die beste Wahl, hieß es von der Baumeisterin weiter. So mancher Zuruf durch die Bürger wurde zur Kenntnis genommen. Eine Bürgerin meinte: „Bei den Stadtwerken sind zwar Holzfenster drin, aber die sehen schrecklich aus“. Bürgermeister Michael Kölbl bemühte sich um Reaktion auf die Einwände und Vorschläge durch die Bürger und versprach, alle Belange zu prüfen. Jetzt sei der Bauausschuß gefragt. Eine Ausarbeitung werde zügig erfolgen.

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