Fitness-Tipp: Vegan vs. Paleo

Gesund ernähren, aber wie? Zwei Ernährungsformen im Trend und Wettstreit

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Rosenheim - Sie haben wollten schon immer einmal ausprobieren, sich vegan oder Paleo zu ernähren? In unserem fitness-Tipp erfahren sie alles über diese beiden Ernährungsformen, was sie dazu wissen müssen:

Richtige und gesunde Ernährung gehört zu den zentralen Bestandteilen eines gesunde Lifestyles. Und ein spannendes Thema ist dies allemal, denn so viele verschiedene Trends, Ratschläge und Empfehlungen geistern durch die Medien – überall und immer wieder versprechen neue Top-Konzepte Wunder, wenn man ihre speziellen Regeln befolgt.

Zwei Ernährungs-Trends wer den hier heute für Sie unter die Lupe genommen: den Veganismus und die sogenannte Paleo- oder auch Steinzeit-Diät.

Bereits 2013 war die Paleo-Diät die meist gegoogelte Ernährungsform. Ihr gegenüber eine ganz andere Richtung, die sich auch vieler Anhänger erfreut – die vegane Ernährung. Die extreme Gegensätzlichkeit beider Methoden macht die Frage umso interessanter: Was ist denn nun richtig?

So gegensätzlich wie Feuer und Wasser

Zunächst mal ja. Vegane und Paleo-Ernährung folgen grundsätzlich sehr verschiedenen Konzepten. Kern der Philosophie ist bei den Veganern die zu 100 Prozent pflanzliche Kost, während Paleo-Fans einen hohen Anteil tierischer Produkte auf dem Speisezettel haben. Immer mehr Spitzensportler, wie zum Beispiel die Los Angeles Lakers, fangen an, sich nach steinzeitlichen Prinzipien zu ernähren. Doch auch die Gruppe der Veganer wächst.

Die Unsicherheit bezüglich der richtigen Nahrungswahl beschäftigt viele. Sehr oft führen widersprüchliche und gegensätzliche Empfehlungen verschiedener Diätformen zu Verwirrung, denn unter den Experten und in den Medien gibt es alles und jedes, nur eines nicht: Einigkeit. Trotz des so großen Gegensatzes der veganen und Paleo-Ernährung weisen sie durchaus einige Gemeinsamkeiten auf.

Aber erst einmal folgt ein genauer Blick auf beide Ernährungsrichtungen:

Vegan leben – Tierleid vermeiden

„Vegan leben“ ist nicht nur das Befolgen eines bestimmten Speiseplans. Es ist vielmehr eine Lebensphilosophie. Veganer verzichten auf sämtliche Produkte mit tierischem Ursprung. Und das nicht nur beim Essen: Strenge Veganer tragen keine Kleidung aus Leder oder Wolle und achten beispielsweise auch bei der Auswahl von Kosmetik genau auf die Inhaltsstoffe. Im Gegensatz zu Vegetariern wollen Veganer nicht nur den Tod von Tieren vermeiden, sondern allgemein das Tierleid. Tierhaltung wird daher generell abgelehnt, was in der Konsequenz heißt, neben Fleisch und Fisch auch keine Milchprodukte oder Eier und Honig zu verzehren. Viele Veganer verfolgen zusätzlich das Ziel, umweltverträglich zu leben und einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen mit ihrer Lebensweise – die Produktion von tierischen Lebensmitteln benötigt nämlich zum Beispiel mehr CO2, Wasser sowie Energie.

Paleo – Fleisch aus artgerechter Haltung

Anhänger der Steinzeiternährung oder Paleo-Diät richten den Blick ganz weit zurück in die Vergangenheit und versuchen, möglichst ähnlich zu essen wie unsere Vorfahren zu Fred Feuersteins Zeiten. Die dahinterstehende Philosophie und Begründung: Genetisch gesehen seien wir alle immer noch Steinzeitmenschen und nicht an die moderne Ernährungsweise angepasst. Evolutionär neue Lebensmittel wie Getreide- und Milchprodukte, die erst in den letzten 10.000 Jahren auf unseren Tellern gelandet sind, werden kritisch beäugt und von der Speisekarte gestrichen. Und tatsächlich ist es so, dass einer Vielzahl an Menschen Getreide und Milch zu schaffen machen und beispielsweise Laktoseintoleranz weit verbreitet ist.

Übrig bleiben für den Paleo-Köstler alle pflanzlichen natürlichen Lebensmittel aus der Kategorie Gemüse, Kräuter, Obst, einige Wurzeln und Knollen sowie Nüsse und Samen, die es vor der Erfindung der Landwirtschaft gab. Dazu kommen Fleisch, Eier, Fisch und Meeresfrüchte. Eine Gemeinsamkeit mit Veganern: Paleo-Anhänger verurteilen Massentierhaltung, die Tieren kein artgerechtes Leben ermöglicht. Daher achten richtige Paleos auf höchste Qualität bei tierischen Produkten.

Vegan leben – wie gesund ist das wirklich?

Mehr zum Thema Ernährungsformen gibt's auf original-bootcamp.com.

Die Entscheidung für eine vegane Lebensweise geht ursprünglich auf ethisch-moralische sowie ökologische Gründe zurück. Wie bei allen Lebens- und Ernährungstrends üblich, behaupten auch hier einige Vertreter immer wieder, das vegane Leben sei das gesündeste. Populäre Argumente, die immer wieder überzeugend unters Volk gestreut werden, lauten beispielsweise, tierisches Fett im Fleisch und Cholesterin im Ei seien gefährlich oder tierisches Eiweiß würde die Entwicklung von Krebs fördern. Oder pflanzliche Lebensmittel hätten mehr Vitamine und Mineralstoffe.

Nach aktuellem Stand der Wissenschaft ist überraschenderweise jedoch keine dieser Thesen haltbar und wurden mittlerweile sogar widerlegt. Es gibt in der Konsequenz keine generellen gesundheitlichen Vorteile (z. B. viel gesundes Gemüse), welche man nicht auch mit einer Mischkost erzielen könnte. Dennoch zeigen zahlreiche Leistungssportler, dass man auch ohne tierische Produkte Top-Leistungen vollbringen kann – egal ob als Bodybuilder oder als Ultra-Marathonläufer.

Paleo-Ernährung – nährstoffreich und vielseitig

Bei der Steinzeiternährung ist man bestens mit ausreichend hochwertigem Eiweiß sowie allen essentiellen Fettsäuren versorgt. Gemüse und Obst kommen dabei nicht zu kurz. Im Gegenteil, sie sind ein sehr großer Bestandteil dieser Ernährung. Aufgrund der vielseitigen Nährstoffquellen liefert keine andere Ernährungsform mehr essentielle Vitamine und Mineralstoffe. Fleisch liefert insgesamt viel mehr essentielle Nährstoffe als Tofu, Brot oder Nudeln – egal ob Vollkorn oder nicht. Auf Getreide- und Milchprodukte zu verzichten macht nicht nur bei Laktoseintoleranz oder Menschen mit Zöliakie Sinn. Viele von uns reagieren mit einer unbemerkten Immunreaktion auf diese Lebensmittel. Die daraufhin ausgeschütteten Entzündungsbotenstoffe stören das Hormon Insulin bei der Arbeit (Stichwort: Insulinresistenz). Dies ist eine echte Abnehmbremse!

Aufgepasst – Missverständnisse und Irrtümer kennen

All dies heißt natürlich nicht, dass man zwangsläufig von Getreide- und Milchprodukten krank wird. Es hat im Laufe der Evolution bei Menschen durchaus Anpassungen an neue Ernährungsformen gegeben; und so gibt es auch viele Menschen, die mit einer Lactosetoleranz ausgestattet sind und über das Lactase-Enzym verfügen, das zur Verarbeitung von Milchzucker benötigt wird.

Weiteres Augenmerk verdient die Nahrungsquelle Fleisch: Da Fleisch ein bedeutender Bestandteil der Paleo-Speiskarte ist, wird fälschlicherweise oft unterstellt, dass Paleo extrem fleischintensiv ist. Fleisch ist hier zwar ein wichtiger und hauptsächlicher Lieferant der Nahrungsproteine, aber mengenmäßig bei weitem nicht der größte Anteil, sondern ein Teil neben vielen anderen Dingen wie Gemüse, Früchte, Eier, Nüsse und andere Sämereien. Letztere überwiegen auf dem Teller sogar.

Vegan oder Paleo – für Gesundheit, Gewicht und im Alltag

Vielleicht möchten Sie ja selbst mal experimentieren und eine der Ernährungsweisen in Ihren Alltag integrieren? Dazu noch mal kurz das Pro und Kontra von Veganismus und Steinzeit-Ernährung im direkten Vergleich hinsichtlich der Bereiche Abnehmen, Gesundheit und Alltagstauglichkeit:

  • Abnehmen: So lange man als Veganer nicht viele Proteinpulver zu sich nimmt, ist der Kohlenhydratanteil hier zwangsläufig recht hoch (Achtung! Viele Sojaprodukte zu essen ist auf Grund der östrogenen Wirkung von Soja keine gute Idee). Die daraus resultierenden hohen Insulinwerte fördern bei vielen Menschen das Übergewicht. Die Steinzeiternährung sorgt Dank höherem Anteil an Fett und Eiweiß für stabile Insulinwerte und bessere Sättigung. Vorteil: Paleo.
  • Gesundheit: Veganer laufen Gefahr, bei einigen essentiellen Nährstoffen zu kurz zu kommen: Vitamin B12, Eisen, Jod, die Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA. Die Paleo-Ernährung liefert dagegen ausnahmslos alle wichtigen Nährstoffe. Vorteil: Paleo.
  • Alltagstauglichkeit: mit entsprechender Planung und Disziplin können beide Ernährungsformen erfolgreich umgesetzt werden. Auch wenn man zunächst auf viele der typischen Leibspeisen verzichten muss und die Speisekarte im Restaurant nicht mehr so viele Optionen bietet. An schmackhaften Alternativen mangelt es Dank kreativer Rezeptideen nicht. Vorteil: ausgeglichen.

Zwei Ernährungsformen im Trend und Wettstreit

Paleo und Vegan im Restaurant und im Alltag

Hier kurz dargestellt ein paar Beispiele, wie man sich mit beiden Ernährungsformen durch den Alltag bewegen kann:

  • Beim Italiener: 
  • Vegan: Nudeln mit Tomatensauce, Pizza ohne Käse. 
  • Paleo: Fischfilet/Steak mit frischem Gemüse. 
  • Im Wirtshaus: 
  • Vegan: Kartoffeln mit gemischtem Gemüse. 
  • Paleo: Schweinebraten mit Blaukraut und Krautsalat. 
  • Fastfood: 
  • Vegan: Falafel-Sandwich. 
  • Paleo: Dönerteller mit Salat. 
  • Beim Bäcker: 
  • Vegan: Brote je nach Rezept. 
  • Paleo: nichts. ;-)

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