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Dorothea Perkusic beantwortet Fragen rund um „Leben“ und „Liebe“

Ich möchte raus aus dem Alltag, meine Frau liebt Routinen. Kann das gut gehen? 

In unserer Service-Rubrik „Liebesfragen“ können unsere Plus-Abonnenten Dorothea Perkusic unter dem Betreff „Liebesfragen“ Fragen rund um die Themen „Leben“ und „Liebe“ stellen. Jeder Ratsuchende bekommt von der Einzel- und Paartherapeutin eine persönliche Antwort. Ausgewählte Fragen werden immer montags hier anonymisiert veröffentlicht.

Frage eines Mannes: 

Meine Frau und ich sind seit 28 Jahren verheiratet. Wir führen eine glückliche Ehe. In den letzten Jahren, seit unsere Kinder aus dem Haus sind, wird bei mir der Drang, etwas erleben zu wollen immer größer. Meine Frau hingegen ist am liebsten zu Hause und geht ihren festen Gewohnheiten nach. Mir ist das zu langweilig und ich habe das Gefühl, wir entfernen uns dadurch voneinander. Tag für Tag die gleichen Abläufe ist für mich wirklich eine Katastrophe. Vor allem, weil wir jetzt endlich die Zeit und Freiheit und auch die finanziellen Möglichkeiten hätten, unser Leben bunt zu gestalten. Ich habe Sorge, dass wir uns dadurch voneinander entfernen. Wie können wir dem entgegenwirken?

Antwort von Dorothea Perkusic:

Routinen und Erlebensdrang lassen sich miteinander vereinbaren, das Eine schließt das Andere nicht aus. Es ist eine Frage der Kompromissfähigkeit und des sich Einlassens auf die Wünsche, Bedürfnisse und Vorschläge oder Lebensentwürfe des Partners/der Partnerin. 

Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Sie die wiedergewonnene Freiheit und die sich damit bietenden Möglichkeiten nun gemeinsam mit Ihrer Frau genießen und ausschöpfen möchten und das sollten Sie auch tun. Ebenso kann ich verstehen, wenn es bei Ihnen Nervosität verursacht, wenn Ihre Frau ein entgegengesetztes Bedürfnis zu haben scheint. Jedoch vermute ich, dass es  nicht ganz so extrem sein wird und Sie beide einen Weg miteinander finden werden, die kommenden Jahre zu genießen. 

Routinen und feste Gewohnheiten sind dabei ebenso wichtig wie Spontaneität und Unternehmungslust, denn aus ihnen resultiert ein Gefühl der Sicherheit und des Wohlbefindens.  Ich bin sicher, dass auch Sie an gewissen Dingen wohlig festhalten und sei es nur der morgendliche Kaffee auf der Terrasse mit dem vertrauten Blick in den Garten. 

Routine bedeutet nicht nur, jeden Tag den immer gleichen Abläufen nachzugehen und dabei gelangweilt zu sein oder gar resigniert. Eine Routine kann werden, eine Woche im Monat in einem anderen Land zu verbringen oder jede Woche ein neues Restaurant auszuprobieren oder dem Partner/der Partnerin ein Wochenende zur freien, überraschenden Planung zu überlassen. Die Frage ist, was Sie beide daraus machen und wie Sie das für sich definieren oder vereinbaren. Zudem geht es nicht nur darum, ständig Neues zu erleben, sondern auch alltägliche Dinge wieder bewusster zu erleben. 

Dorothea Perkusic auf Instagram 

Selbst wenn Sie persönlich es langweilig finden, dass Ihre Frau am liebsten zu Hause ist, kann es sein, dass sie genau daraus ihren Genuss zieht. Vermutlich hat sie weniger im Haushalt zu tun als in all den Jahren davor mit Kindern und Familie und hat endlich Zeit, das schön gestaltete Heim in Ruhe zu genießen.  

Es ist an der Zeit, gemeinsam zu besprechen, wie Sie beide sich die kommenden Jahre vorstellen. Setzen Sie sich neue Ziele, sprechen Sie über Ihre Träume und finden Sie Kompromisse. Ihre Frau muss sicher nicht bei allen spontanen Unternehmungen oder auf jeder Reise begeistert dabei sein und Sie müssen nicht Tag ein Tag aus die gleiche Runde drehen. Unterschiedliche  Bedürfnisse gab es immer und wird es immer geben. Jeder sollte sich neu ausrichten können und auch gut für sich selbst stehen. Dann ist das Miteinander noch schöner und intensiver. Überlegen Sie also, was es braucht um alles unter einen Hut zu bringen und profitieren Sie von Ihrer Gegensätzlichkeit.

Sie haben eine Frage rund um die Themen Leben & Liebe?

Schreiben Sie an Einzel-, Paar- und Sexualtherapeutin Dorothea Perkusic. Alle Fragen werden beantwortet, ausgewählte anonymisiert veröffentlicht.

Dorothea Perkusic

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt

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