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Dorothea Perkusic beantwortet Fragen rund um „Leben“ und „Liebe“

Meine Frau möchte, dass ihre Mutter bei uns einzieht, wie kann ich das verhindern?

Ein Umzugswagen steht vor einem Mietshaus
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Ist es wirklich sinnvoll, wenn die Schwiegermutter einzieht?

In unserer Service-Rubrik „Liebesfragen“ können unsere Plus-Abonnenten Dorothea Perkusic unter dem Betreff „Liebesfragen“ Fragen rund um die Themen „Leben“ und „Liebe“ stellen. Jeder Ratsuchende bekommt von der Einzel- und Paartherapeutin eine persönliche Antwort. Ausgewählte Fragen werden immer montags hier anonymisiert veröffentlicht.

Frage eines Mannes:

Meine Frau möchte, dass ihre Mutter bei uns einzieht. Mein Schwiegervater ist vor Kurzem unerwartet verstorben und meine Schwiegermutter lebt nun allein. Sie ist nicht krank, nur möchte sie nicht allein leben. Da sie öfter auf unsere Kinder aufpasst und meine Frau sich verantwortlich fühlt, soll sie nun bei uns wohnen. Meine Schwiegermutter ist eine sehr schwierige, anspruchsvolle Person, die gerne alles unter Kontrolle hat. Ich war für sie noch nie der perfekte Schwiegersohn und in den meisten Bereichen nicht gut genug für ihre Tochter. Dementsprechend ist unser Verhältnis. Ich kann nicht sagen, dass ich sie nicht leiden kann. Meine Sympathie und auch mein Mitgefühl reichen allerdings keineswegs aus, um mit ihr unter einem Dach zu leben. Ich habe außerdem massiv Angst vor den Einschränkungen und Streitigkeiten, die sicherlich entstehen werden. Als Info kam Rande: es gäbe andere Möglichkeiten. Wir sind finanziell abgesichert. Was kann ich tun, um meine Frau zu überzeugen, dass das keine gute Idee ist? Ich tendiere fast dazu sie vor die Wahl zu stellen, ihre Mutter oder ich.

Antwort von Dorothea Perkusic:

Da sind Sie wahrlich in einer prekären Situation und ich kann gut nachvollziehen, dass Sie vor diesem Schritt Respekt haben oder besser gesagt, dass Sie diesen ablehnen. Die Frage ist insofern nicht so leicht zu beantworten, da der Grundgedanke, dass sich die Generationen umeinander kümmern und die Kinder im Alter für die Eltern sorgen, ein guter ist. Früher war dies völlig normal, doch heute hat sich einiges verändert.

Ihre Frau kann und wird diese Entscheidung wohl nicht über Ihren Kopf hinweg treffen und Sie müssen unbedingt ausführlicher darüber sprechen. Es geht immerhin um Ihr gemeinsames Leben und Zuhause, um Ihre Partnerschaft und auch um Ihre Familie. Denn so schön es für die Kinder auch sein kann, die Oma im Haus zu haben, so wenig haben die Kinder davon, wenn dies Ihre Ehe und Beziehung negativ beeinträchtigt oder gar beendet.

Dorothea Perkusic auf Instagram

Der Einzug Ihrer Schwiegermutter wäre vermutlich mit einigen Einschränkungen für Sie verbunden. Nun schränken schon Kinder die Freiheit eines Paares ein, die Schwiegermutter im Haus ist jedoch nochmal etwas völlig anderes. Insbesondere dann, wenn sie mit Ihnen nicht respektvoll umgeht und gerne die Regentin gibt. Banalitäten, die jedoch für das Wohlbefinden essentiell sind, wie in der Unterhose durchs Haus zu laufen oder völlig ungestört zu sein, wenn die Kinder im Bett sind, fallen damit eventuell flach.
Gemeinsam mit Elternteilen in einem Haus zu leben, erfordert gegenseitigen Respekt, ganz klare Regeln und die Möglichkeit, sich sowohl räumlich, als auch persönlich und situativ abgrenzen und zurückziehen zu können. Je nachdem wie die Gegebenheiten in Ihrem Haus sind, könnte ein Umbau und ein abgeschlossener eigener Wohnbereich für die Mutter Ihrer Frau ein Kompromiss sein. Ist dies nicht möglich, halte ich die Kombination, so wie Sie das Verhältnis beschreiben für schwierig bis zerstörerisch.

Sprechen Sie in Ruhe mit Ihrer Frau über Ihre Sorgen. Immerhin haben auch Sie, bei allem gutem Willen und Fürsorge, ein Recht auf Privatsphäre. Das Vorhaben wäre ein großer Einschnitt, der berechtigterweise von Ihnen mit Sorge und Ablehnung verbunden scheint. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, eine näher gelegene Wohnung für Ihre Schwiegermutter zu suchen. Dann wäre es eventuell leichter möglich, sie ein wenig mehr in Ihr Familienleben zu integrieren. Damit wäre Ihre Privatsphäre dennoch gesichert. Versuchen Sie sich gemeinsam mit der Situation zu arrangieren und suchen Sie nach guten Kompromissen und Teillösungen. Die Bindung zu und das Verantwortungsgefühl für die Mutter ist seitens Ihrer Frau einfach größer. Das Bedürfnis, der Mutter nach dem Tod des Vaters wieder eine Lebensgemeinschaft zu ermöglichen, kann ich absolut nachvollziehen. Trotzdem müssen Sie beide damit einverstanden sein und dies muss auch Ihre Frau einsehen, sofern sie nicht Ihre Ehe riskieren möchte.

Sie haben eine Frage rund um die Themen Leben & Liebe? Schreiben Sie an Einzel-, Paar- und Sexualtherapeutin Dorothea Perkusic. Alle Fragen werden beantwortet, ausgewählte anonymisiert veröffentlicht.

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