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Dorothea Perkusic beantwortet Fragen rund um „Leben“ und „Liebe“

Woran erkenne ich, ob meine Freundin „die Richtige“ ist und ob es die große Liebe werden kann?

In unserer Service-Rubrik „Liebesfragen“ können unsere Plus-Abonnenten Dorothea Perkusic unter dem Betreff „Liebesfragen“ Fragen rund um die Themen „Leben“ und „Liebe“ stellen. Jeder Ratsuchende bekommt von der Einzel- und Paartherapeutin eine persönliche Antwort. Ausgewählte Fragen werden immer montags hier anonymisiert veröffentlicht.

Frage eines Mannes:

Ich habe eine tolle Frau kennengelernt und es wird ernst zwischen uns. Wir sehen uns häufig, verstehen uns gut, sie gefällt mir und der Sex ist gut. Trotzdem weiß ich nicht, ob das jetzt die große Liebe ist und wie es sich eigentlich anfühlt, wenn es die Richtige ist. Woran erkenne ich das? 

Antwort von Dorothea Perkusic:

Die Kurzversion meiner Antwort an Sie wäre: wenn es die Richtige ist, werden Sie es merken! Nachdem Sie bereits in diese Richtung überlegen, scheint es nicht ganz so abwegig, dass es für Sie gut passt. 

Und hier eine etwas ausführlichere Erklärung: 

Wenn wir uns verlieben, reagieren wir zuallererst auf Äußerlichkeiten um festzustellen, ob wir einen Menschen attraktiv finden oder nicht. Dies geschieht in Millisekunden. Setzt sich dieser erste Eindruck nicht innerhalb kürzester Zeit mit inneren Komponenten und einem guten Gefühl zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen, wird es eventuell nicht die große Liebe werden. Wenngleich Liebe natürlich auch wachsen muss und nicht immer nur der erste Eindruck zählt. 

Dorothea Perkusic auf Instagram

Man spürt relativ schnell intuitiv und manchmal so gar keiner Logik folgend, ob es etwas gibt, wovon man sich angezogen fühlt und was das Interesse weckt. Bewusst oder unbewusst verlieben wir uns in Anteile, die wir uns selbst wünschen weil uns etwas fehlt. Somit in jemanden, der im ersten Moment all unsere Wünsche und Sehnsüchte verkörpert und der Deckel auf unseren Topf zu sein scheint. Ein Partner/eine Partnerin soll in unserer Idealvorstellung am besten unsere eigenen „Defizite“ ausgleichen Dabei sind wir meist ziemlich gut darin sind, etwas in eine andere  Person hinein zu projizieren - die rosarote Brille wird aufgesetzt. Sind wir selbst zum Beispiel eher introvertiert, so gefällt uns vielleicht eine eher extrovertierte Person, fühlen wir uns selbst nicht sicher, so fühlen wir uns angezogen von Menschen, die Sicherheit und Selbstbewusstsein ausstrahlen. Sind wir verliebt, neigen wir also dazu, zu idealisieren und selbst in den seltsamsten  Dingen etwas Wunderbares zu sehen.

Insofern ist es sicher nicht verkehrt, die rosarote Brille ab und an bewusst abzusetzen, um sich nicht in zu viel Hoffnung und trügerischer Zuversicht im Hormoncocktail der Liebe zu verlieren und die Augen vor der Realität zu verschließen. Trennen Sie Verliebtheit von Liebe. Überprüfen Sie, ob Sie auch Lust haben an der Seite dieser Frau zu sein, wenn es mal schwierig wird, denn davon bleibt kein Paar verschont. Gehen Sie es langsam an und stellen Sie sich gegenseitig ruhig auf den Prüfstand. Leben Sie gemeinsamen Alltag um zu erfahren, ob Ihre Liebe auch Zahnpastaflecken im Waschbecken, herumliegende Socken, Teebeutel auf dem Schreibtisch und diverse Diskussionen übersteht. Hören Sie vor allem auf Ihr Herz und auf Ihr Bauchgefühl. Ist dieses zögerlich, dann überprüfen Sie Ihr Zögern und aufkommende Widerstände oder Unsicherheiten. 

So sehr sich Unterschiede anziehen, sind gewisse Übereinstimmungen in den persönlichen  Werten und Lebensvorstellungen dennoch wichtig. Hier sollten die Unterschiede also nicht zu sehr auseinander differieren. 

Es hört sich an, als wären Sie noch nicht sehr lange mit Ihrer Freundin zusammen. So betrachtet, müssen Sie ja noch nicht gleich wissen, ob Sie diese Frau vor den Traualtar führen wollen. Genießen Sie doch erstmal ganz entspannt Ihr junges Glück und den verrückten Zauber des Anfangs, fühlen sich wohl, lernen sich in Ruhe kennen. Es eilt doch nichts? Um also zur Kurzversion meiner Antwort zurückzukehren: Verkopfen Sie sich nicht zu sehr. Sie dürfen auf Ihr Gefühl hören und können dabei dennoch Ihren Verstand einschalten. Seien Sie ehrlich zu sich selbst: lieben Sie diese Frau so wie sie ist, oder haben Sie ein Bild von ihr, dem sie erst noch gerecht werden müsste? Es wird nicht funktionieren, wenn einer von Ihnen sich verbiegen muss,  damit Sie glücklich sein und werden können. Bleiben Sie wach und lassen Sie es fließen! Viel Spaß!

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd

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