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Dorothea Perkusic beantwortet Fragen rund um „Leben“ und „Liebe“

Meine Frau hat Angst schwanger zu werden, aber ich will unbedingt Kinder - soll ich sie verlassen?

In unserer Service-Rubrik „Liebesfragen“ können unsere Plus-Abonnenten Dorothea Perkusic unter dem Betreff „Liebesfragen“ Fragen rund um die Themen „Leben“ und „Liebe“ stellen. Jeder Ratsuchende bekommt von der Einzel- und Paartherapeutin eine persönliche Antwort. Ausgewählte Fragen werden immer montags hier anonymisiert veröffentlicht.

Frage eines Mannes: Meine Frau hat Angst schwanger zu werden, aber ich will unbedingt Kinder - soll ich sie verlassen?

Meine Frau und ich wünschen uns seit langem ein gemeinsames Kind. Wir versuchen es nun bereits seit drei Jahren, bisher leider erfolglos. Meine Frau leidet nun seit der Corona-Krise an massiven Zukunftsängsten und ist eigentlich fast nur noch negativ eingestellt. Seit ein paar Monaten haben wir kaum noch Sex. Auf meine Frage, woran das liegt, antwortete sie, sie hätte Ängste schwanger zu werden. Ich fühle mich seitdem wie vor den Kopf gestoßen. Meine Frau sagt zwar, dass sie sich grundsätzlich natürlich noch immer ein gemeinsames Kind wünschen würde. Jedoch hat sie enorme Ängste, wie es in Zukunft in der Welt weitergehen wird und möchte daher lieber kein Kind mehr. Auch wenn ich meine Frau liebe: Für mich ist eine Beziehung ohne Kinder ausgeschlossen. Ich möchte unbedingt eine Familie. Was soll ich tun? Soll ich meine Frau deshalb verlassen?

Antwort von Dorothea Perkusic

Da sind Sie in einer wirklich verzwickten Situation. Verlassen sollten Sie Ihre Frau sicher nicht gleich. Jedoch kann ich Ihre Überlegung nachvollziehen, wenn Sie von Ihrem Wunsch nach einem Kind und Familie nicht abrücken können oder möchten. Zunächst ist Offenheit der richtige Weg. Sprechen Sie Ihren inneren Konflikt und Ihre Bedenken konkret an und diskutieren Sie diese gemeinsam. Die Ängste Ihrer Frau scheinen derzeit sehr viel Raum einzunehmen. Zwar sind diese Sorgen sicher nicht völlig aus der Luft gegriffen, in Anbetracht der speziellen und fordernden Situation, in der wir uns alle befinden und dennoch scheint mir das zu dominant und vereinnahmend. Sehen wir uns in der Welt um, so scheint es nicht vernünftig, Kinder in das bestehende Chaos zu setzen. Allerdings gibt es seit jeher Chaos, Kriege und Nöte auf der Welt und so gesehen sind die Rahmenbedingungen eigentlich noch nie so heile und rosarot gewesen, dass es eine richtig gute Idee wäre, Kinder zu zeugen. Das was geschieht, entspricht dem immer währenden Lauf der Zeit mit alle ihren Geschehnissen. Übertriebene Schwarzmalerei ist hier genauso kontraproduktiv, wie übertriebene Erwartungen in Bezug auf das Eltern sein.

Versuchen Sie die Ängste und Argumente Ihrer Frau ernst zu nehmen und zu verstehen. Mir scheint es beim Lesen Ihrer Frage nicht so, als hätte Ihre Frau eine endgültige Entscheidung gefasst.

Dorothea Perkusic auf Instagram

Viele Menschen leiden stark unter den derzeitigen Einschränkungen und Auswirkungen dieser Pandemie. Die allgegenwärtig berieselnde Beeinflussung durch die Medien und das Umfeld tun ihr Übriges. Fast jedes Gespräch mündet an einem gewissen Punkt in eine Corona Diskussion und diese ist meist bedrückend und furchteinflößend. Depressive Verstimmungen und ausgeprägte Depressionen sind dadurch auf dem Vormarsch und nicht wenige sind davon unmittelbar betroffen. Mit der negativen Grundstimmung und den Zukunftsängste Ihrer Frau, wie Sie es beschreiben, scheint es, als würde auch Ihre Frau derzeit ordentlich daran zu beißen haben.

Klären Sie, ob Ihre Frau sich nun tatsächlich gegen ein Kind mit Ihnen entscheidet oder ob dieser Beschluss aus innerer Not und Perspektivlosigkeit heraus entsteht. Ich könnte mir vorstellen, dass Sie einen Weg finden können, einige der Bedenken und Ängste auszuräumen oder zu mildern, um wieder mit mehr Optimismus und einem ausgeprägterem Gefühl von Sicherheit und Gemeinschaft in die Zukunft blicken zu können. Vielleicht würde es Ihrer Frau auch gut tun, sich Hilfe zu suchen, um sich mit diesem Thema und ihrer eigenen emotionalen Befindlichkeit auseinander zu setzen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Dorothea Perkusic

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau

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