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Dorothea Perkusic beantwortet Fragen rund um „Leben“ und „Liebe“

Was können wir tun, wenn die Lust ausbleibt?

In unserer Service-Rubrik „Liebesfragen“ können unsere Plus-Abonnenten Dorothea Perkusic unter dem Betreff „Liebesfragen“ Fragen rund um die Themen „Leben“ und „Liebe“ stellen. Jeder Ratsuchende bekommt von der Einzel- und Paartherapeutin eine persönliche Antwort. Ausgewählte Fragen werden immer montags hier anonymisiert veröffentlicht.

Frage einer Frau: Was können wir tun, wenn die Lust ausbleibt?

Mein Mann und ich sind seit 5 Jahren zusammen. Wir haben schnell geheiratet, weil wir uns beide gleich so sicher waren und haben nun einen dreijährigen Sohn. Sexuell hatten wir nie Probleme. Allerdings ging es uns beiden nach etwa zwei bis drei Jahren so, dass wir nicht mehr so richtig Lust auf Sex hatten. Wir wissen beide nicht, woran es liegt. Wir lieben uns, fühlen uns sehr wohl miteinander und insgesamt ist auch mit Kind alles sehr harmonisch. Und trotzdem fehlt uns dieses Gefühl, aufeinander wieder richtig Lust zu haben. Warum das nicht mehr so ist, können wir uns nicht erklären. Was können wir tun?

Antwort von Dorothea Perkusic

Vielen Dank für Ihre Frage. Es geht vielen Menschen so, dass nach einer gewissen Zeit in einer Beziehung die Lust, bei einem Partner oder beiden, abnimmt. Insbesondere wenn kleine Kinder da sind, verschieben sich Prioritäten und Fokus und der Raum für lustvolle Nähe schwindet. Selbst wenn dies nicht unmittelbar als belastend erlebt wird, entsteht dadurch ein Ungleichgewicht, das früher oder später, durch Defizite in der Zweierbeziehung und aufgestaute Frustrationen, in eine Krise münden kann. Dies kann vielerlei Gründe haben, wie zum Beispiel Druck, unterschiedliche sexuelle Bedürfnisse, Verletzungen, Mangel an Vertrauen, Alltagsstress, zu wenig Zuwendung usw.

Dorothea Perkusic auf Instagram

In Ihrem Fall liest es sich für mich wie eine Dysbalance zwischen Sicherheit und Erregung. Das heißt, in Ihrer Beziehung hat sich die Dynamik im Laufe der Zeit mehr in Richtung Sicherheit verschoben, was Vertrautheit, Gewohnheit, Alltägliches, Familie bedeutet. Dies ist grundsätzlich wunderbar und kann ein stabiles Fundament für Ihre Partnerschaft bilden. Lediglich eine Prise mehr Lebendigkeit und „Fremdheit“ sind dadurch möglicherweise auf der Strecke geblieben. Damit verbunden Neugier, Interessantes und Ungewohntes.

Was Sie tun können? Stellen Sie sich gemeinsam die folgenden Fragen:

  • Was müsste und könnte jeder von uns dazu beitragen, dass das sicher Vertraute wieder etwas mehr Spannung erfährt?
  • Gibt es in unserer Beziehung außer Pflichten und Arbeit, Familie, Freunden, Unternehmungen noch „Inseln“ für Lust und Zärtlichkeit? Was können wir tun, um solche Inseln wieder zu entdecken?
  • Sieht Ihr Mann Sie noch in einer anderen Rolle als der der Mutter Ihres Sohnes? Sehen Sie Ihren Mann noch in einer anderen Rolle denn als Vater und Ernährer der Familie? Nehmen Sie beide sich, jeder für sich, in anderen Rollen wahr? In welchen?
  • Was müssten Sie tun, damit Sie sich gegenseitig wieder anders sehen können, als attraktive Frau/als attraktiven Mann?
  • Wann verspüren Sie Lust und worauf?
  • Wissen Sie voneinander wirklich, was Sie den Tag über beschäftigt? Was Sie bewegt, berührt, umtreibt? Fühlen Sie sich verstanden, gesehen und begleitet? Sind Sie noch neugierig aufeinander? Wenn ja, worauf? Wenn nein, warum nicht?

Beantworten Sie sich gemeinsam diese Fragen und ich bin, sicher, dass Sie ein gutes Stück weiter kommen. Manchmal müssen sich Paare nur erst mal wieder aufraffen, sich den Themen zu stellen und sich in Ihrer Lust einzeln und miteinander neu definieren, damit gemeinsamer Raum entstehen kann, der als Bereicherung und Aufschwung erlebt wird.

Ich wünsche Ihnen dabei viel Freude!

Dorothea Perkusic

Rubriklistenbild: © pixabay

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