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Dorothea Perkusic beantwortet Fragen rund um „Leben“ und „Liebe“

Macht es Sinn ein „Safeword“ für „normalen“ Sex zu vereinbaren, damit mein Freund meine Grenzen respektiert?

In unserer Service-Rubrik „Liebesfragen“ können unsere Plus-Abonnenten Dorothea Perkusic unter dem Betreff „Liebesfragen“ Fragen rund um die Themen „Leben“ und „Liebe“ stellen. Jeder Ratsuchende bekommt von der Einzel- und Paartherapeutin eine persönliche Antwort. Ausgewählte Fragen werden immer montags hier anonymisiert veröffentlicht.

Frage einer Frau:

Beim Sex mit meinem Freund bin ich manchmal unentspannt. Ich habe immer das Gefühl  aufpassen zu müssen, dass er nicht irgendetwas macht, was ich nicht mag oder unangenehm  finde. Oft traue ich mich dann nicht was zu sagen. Und wenn ich etwas sage, dann übergeht er  das irgendwie. Jetzt weiß ich nicht, ob ich noch deutlicher sein müsste. Ich habe allerdings Angst,  dass er dann sauer auf mich ist und wir Streit kriegen. Macht es Sinn, bei normalem Sex ein Signal zu vereinbaren, wo er dann weiß, dass er aufhören  soll?

Antwort von Dorothea Perkusic

Ein so genanntes „Safeword“ macht immer Sinn! Vor allem dann, wenn es Ihnen die Sicherheit gibt, dass Ihre Grenzen respektiert werden und Sie beim Sex beachtet werden und Ihr Freund sicher sein kann, dass es nicht zu weit geht. Es ist also längst nicht so, dass ein solches Sicherheitswort nicht auch bei „normalem“ Sex (ohne BDSM Praktiken) angewandt werden kann. 

Kurz zur allgemeinen Erklärung: Das „Safeword“ ist ein Signalwort, welches bei Praktiken im  BDSM Bereich verwendet wird. Der empfangende oder devote Partner kann damit anzeigen, dass er/sie an der Stelle nicht weitermachen möchte. Bei einvernehmlich ausgeführten Praktiken gilt das ausgesprochene Safeword als absolute Verpflichtung zum sofortigen Aufhören. Dies ist besonders wichtig, wenn man beim Liebesspiel bewusst an oder leicht über die Grenzen gehen möchte. Durch das vereinbarte Safeword kann der Empfangende völlig sicher sein, dass nichts geschieht,  was nicht von beiden gewollt und genossen wird

Dorothea Perkusic auf Instagram

Was mir bei Ihrer Frage leid tut und auch ärgert ist, dass es so scheint, als würde ihr Freund beim Sex nicht ausreichend Rücksicht auf Sie nehmen. Wenngleich ich auch nicht einschätzen kann, ob Sie einfach nicht sagen, wenn Ihnen etwas missfällt, da Sie ja schreiben, dass Sie sich oft nicht trauen, etwas zu sagen. Sie sollten, dürfen und müssen also unbedingt und auf jeden Fall deutlich und noch deutlicher sein! Es gibt absolut keinen Grund, weshalb ihr Freund sauer auf Sie sein sollte, nur weil Ihnen etwas nicht gefällt oder gut tut. Sex ist keine Einbahnstraße und somit nicht  lediglich für das Vergnügen und die Befriedigung eines einzelnen bestimmt. Sie sind beide dafür verantwortlich eine Atmosphäre zu kreieren, die von Vertrauen und Achtsamkeit geprägt ist und auf die jeweiligen Bedürfnisse des Partners/der Partnerin einzugehen oder die jeweiligen Grenzen zu achten. Kein Mensch ist offen für absolut alles. Ihr Freund wäre sicherlich auch nicht sehr erbaut und sexuell geborgen, wenn Sie beim Sex etwas tun würden, was ihm nicht gefällt oder was ihn  gar auf einer Ebene verletzen würde. 

Nein heißt Nein. Stop, hör auf, heißt Nein. Nichts zu sagen, zu erstarren heißt Nein. Ich weiß nicht oder vielleicht bedeutet Nein und noch lange kein Ja. Nur ein Ja ist ein ja. Punkt.  

Ihr Freund hat keinerlei Recht, Sie und das was Sie sagen und wollen oder nicht wollen beim Sex  zu übergehen. Sie hingegen haben jederzeit das Recht, abzubrechen, wenn Ihnen etwas nicht gut  tut. Wenn Ihr Freund unsicher ist, dann kann er zwischendurch jederzeit nachfragen. „geht es dir  gut?“, „bist du okay?“. 

Stehen Sie bitte zu Ihrem Nein. Gerade Frauen empfinden die vielen subtilen Verletzungen ihrer Grenzen häufig als „normal“. Dies ist jedoch nicht normal auch wenn es leider häufig der Realität  entspricht. Sie sind die Erste, die gut für Sie selbst sorgen muss. Sie können sich selbst und in Folge Ihrem Partner nur dann vertrauen, wenn Sie selbstbewusst und klar für sich sorgen. Lassen Sie sich kein schlechtes Gewissen machen, lassen Sie sich nicht einreden, mit Ihnen würde etwas  nicht stimmen, lassen Sie sich nicht zu etwas überreden, was Sie nicht wirklich selbst wollen. Wenn Ihr Freund dann sauer auf Sie ist oder anfängt zu streiten, dann hat dies mit Liebe und Respekt rein gar nichts zu tun und ist einfach nur sein Problem. Sie zu überreden oder über Ihre Grenzen zu schieben ist reine Manipulation. Sie haben es verdient, dass Ihre Wünsche  berücksichtigt und Ihre Grenzen geschützt werden. Sollte Ihr Freund dazu nicht in der Lage sein -  schicken Sie ihn in die Wüste! Ich möchte Sie nicht verletzen, bin jedoch an dieser Stelle sicher deutlicher als sonst, weil es genau zu diesem Thema so wichtig ist. 

Gerade beim Sex sollten Sie sich rundum wohlfühlen, sich entspannen und fallen lassen können in  Sicherheit, Vertrauen, Wohlwollen und Lust. Wenn das nicht möglich ist, sollten Sie es bleiben lassen. Arbeiten Sie an Ihrem Selbstwert und achten Sie gut auf sich. Sex sollte Ihnen einfach nur gut tun, sonst gar nichts!

Alles Liebe für Sie!

Rubriklistenbild: © pixabay

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