DOROTHEA PERKUSIC BEANTWORTET IHRE FRAGEN RUND UM "LEBEN" UND "LIEBE"

Warum küssen wir uns nicht mehr?

In unserer Service-Rubrik "Liebesfragen" können Sie der Einzel- und Paartherapeutin Dorothea Perkusic Ihre Fragen rund um die Themen "Leben" und "Liebe" stellen. Ausgewählte Fragen werden immer montags hier anonymisiert veröffentlicht.

Die heutige Frage:


Meine Lebensgefährtin und ich Küssen uns kaum mehr und wenn dann, nicht so richtig. Ich habe schon öfter angesprochen, dass ich es vermisse, mit ihr zu knutschen, so wie früher. Ihr fehlt es nicht und sie mag es auch nicht mehr, was ich sehr schade finde. Und irgendwie verletzt es mich auch und ich fühle mich abgewiesen. Ich habe sie gefragt, woran es liegt und ob sie meinte sie liebt mich, aber sie ekelt sich irgendwie. Das verletzt mich sehr und ich verstehe es nicht, da ich sehr gepflegt bin und wir schlafen auch miteinander. Woran kann das liegen und was kann ich tun?

Dorothea Perkusic:


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Ihre Liebesfrage

Nichts ist intimer als ein leidenschaftlicher Kuss. Oft erscheint es manchen schon seltsam oder ist gar unmöglich, sich tief in die Augen zu schauen. Sich daraufhin anzunähern, bis sich erst sanfter, dann fordernder die Münder begegnen, um sich in ausgiebigem und erforschendem Lippen- und Zungenkontakt fallen zu lassen, fällt so manchen Menschen plötzlich schwer.

Ekel ist grundsätzlich ein natürliches Gefühl und ein Schutzmechanismus. Zwischen zwei Liebenden steckt dahinter meist ein tiefer liegendes Problem in der Beziehung zueinander. Bindungsangst kann eine der Ursachen sein oder auch Verletzungen, die zu einem Bedürfnis des emotionalen und körperlichen Rückzugs führen. Auch Erinnerungen an frühere, negative Erlebnisse können ein Grund sein.

Küssen stellt für viele Menschen eine weit größere Herausforderung dar als Sex. Insbesondere nach einer größeren körperlichen Distanz und Flaute, nach emotionaler Entfremdung, oder eben durch Verletzungen bedingt, kann das sich wieder aufeinander Einlassen eine große Hürde sein. Sex kann da manchmal eher „passieren“, Küssen erfordert mehr.

Warum ist das so? Küsse erzeugen emotionale und energetische Nähe. Als positiver Nebeneffekt ist Küssen obendrein gesund und macht schön. Ein leidenschaftlicher Kuss lässt das Herz heftig schlagen, alles wird besser durchblutet. Küssen kann Freude und Glücksgefühle auslösen und gemeinsames Lachen und sich freuen kann zu Erregung führen. Dies ist, nicht nur wenn es kriselt, sondern generell, für uns alle dringend nötig. Gleichzeitig erklärt es, warum es so schwer sein kann, wenn es nicht gut läuft und eine Angst vor Nähe zum Ekel führt.

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Küssen, Nähe und Intimität schaffen geistige Harmonie und Frieden. Guter Sex beginnt im erotischsten Bereich des Körpers - unserem Gehirn. Wenn es dann gelingt, Seele und Verstand durch Berührungen und Zärtlichkeiten anzuregen, können Paare wieder aufgeschlossener und empfänglicher füreinander sein. Küssen fördert also die zwischenmenschliche Verbindung in hohem Maße. Wenn diese Verbindung durch Ekel blockiert und abgewehrt wird, muss Ihre Lebensgefährtin und Sie beide aufrichtig und genau hinschauen. Wofür steht das Ekelgefühl und was wird unbewusst dadurch abgewehrt? Wozu braucht es diese Grenze? In die Tiefen zu forschen und über den eigenen Tellerrand zu sehen kann dabei manchmal unangenehm und schwer sein. Diesen Fragen sollten Sie gemeinsam auf den Grund gehen und sich nicht scheuen, sich dafür eventuell auch therapeutische Hilfe zu suchen. Es wird sich lohnen und bietet Ihnen die Möglichkeit, eine neue Qualität in Ihre Beziehung einzubringen.

Dorotghea Perkusic

Rubriklistenbild: © Picture Alliance, dpa (Symbolbild)

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Dorothea Perkusic
Einzel- und Paartherapie

Im Zentrum meiner Arbeit stehen die systemische Therapie und insbesondere Ihre Bedürfnisse.

In der Kindheit hat sich jeder von uns unbewusst ein Verhalten angeeignet, welches für das Zusammenleben in unserer Herkunftsfamilie nötig war und uns in diesem System am besten „zurecht kommen“ ließ. Diese erlernten Verhaltensmuster und Beziehungsmuster tragen wir weiter ins Erwachsenenleben und in unsere Partnerschaft. Wir stellen fest, dass wir damit plötzlich nicht mehr klar kommen, plötzlich scheint es etwas anderes zu brauchen, Konflikte und Enttäuschungen entstehen. Durch das Erkennen dieser veralteten Muster und Verhaltensweisen, das Überprüfen deren Notwendigkeit, diese bestehen lassen zu müssen, entstehen langsam aber nachhaltig Veränderungen. Durch tieferes Verstehen und Überprüfen lösen sich Blockaden und wir können aufbrechen in eine freie, an unsere echten Bedürfnisse angepasste Beziehung.

Kontakt:


Dorothea Perkusic
Einzel- und Paartherapie

Mobil: 0175-5611171
E-Mail: info@dorothea-perkusic.de

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