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Tipps für mehr Achtsamkeit von Paartherapeutin Dorothea Perkusic

Das Glück liegt oft in den kleinen Dingen: Wie die Liebe auch in schwierigen Zeiten hält

Zum neuen Jahr haben mich einige Liebesfragen erreicht, die sich in der Fragestellungen ähneln. Wie kann man es schaffen, seine gesteckten Ziele auch wirklich umzusetzen, das Liebesleben zu verbessern, sich im herrschenden Pandemie-Chaos besser zurechtfinden, um sich als Paar nicht zu verlieren? Wie kann man mehr Freude und Leichtigkeit in das Miteinander bringen, das Alte hinter sich lassen, um für Neues offen zu sein? Ich möchte all diese Fragen gerne zusammenfassen. 

Was häufig jedem Einzelnen selbst, der Liebe, im Job und der Welt im großen Ganzen gut bekommen würde, ist ein aufmerksameres Bewusst-sein. Bewusst-sein dafür, dass alles was wir sagen und tun, allein schon was oder wie wir denken, sich auswirkt. Auf eigene Befindlichkeiten, die des Partners/der Partnerin, der Familie, die Liebe, das gesamte Umfeld. Bewusster zu leben formt unsere innere Haltung und diese wirkt im Außen. Einen Menschen bewusst freundlich und aufgeschlossen anzulächeln, erzeugt in den meisten Fällen Offenheit und Freundlichkeit. Jemandem etwas nettes zu sagen macht Freude, eine liebevolle Berührung oder Geste erzeugt Entspannung, Wärme und Wohlbefinden. Eine angenehme Atmosphäre im Raum zu schaffen, hilft sich einzulassen, sich wohlfühlen, zu öffnen. So kann Vertrauen wachsen. 

Dorothea Perkusic auf Instagram

Meine Empfehlung ist, sich nicht zu viel vorzunehmen. Immer wieder höre ich, dass Paare sich ellenlange Listen voller guter Vorsätze schreiben. Alles umzusetzen, ist dann oft überfordernd und wirkt sich dadurch eher frustrierend aus, in ein „nicht geschafft“. 

Auch wenn sich das für den ein oder anderen zu einfach oder gar abgedroschen anhören mag: Das Glück liegt in den kleinen Dingen und Momenten, im Alltag und im eigenverantwortlichen, bewussten Fühlen, Erleben und Handeln. Bewusster zu  leben ist eine Entscheidung. 

Carpe Diem - bewusst im Hier und Jetzt leben

Jeder sollte sich immer wieder aufs Neue fragen, wie sich bis dato vielleicht gewöhnliche oder belanglose Situation aufwerten lassen. Eine zum Abendessen angezündete Kerze, eine aufrichtig interessierte Frage nach dem Befinden, den Gedanken des Anderen oder ein Teilhaben lassen, an den eigenen Gefühlen, Gedanken und Erlebnissen. „Einander zugewandt sein“. Aufeinander bewusst zu achten, aufwertend anzuerkennen, anstatt abzuwerten, das ist in unserer schnelllebigen Zeit Balsam für die Seelen. 

„Nutze den Moment“ mag sich für den ein oder anderen unrealistisch, einfältig oder esoterisch anhören. Jeder spricht von „Carpe diem“ und möchte es umsetzen. Den meisten fällt es jedoch schwer, das Bewusstsein und die Lebensweise nachhaltig zu verändern. Wie kann es gelingen, bewusster im Hier und Jetzt zu leben, den Augenblick zu nutzen? Hier ein paar Anregungen: 

  • 1. Zu lernen, alle Sinne bewusster zu nutzen, kann ein Anfang sein. Bewusster sehen, fühlen, schmecken und hören. Wie fühlt sich die Decke an, mit der wir uns zudecken, wie riecht die Haut des Partners/der Partnerin, wie schmeckt das Essen, können wir die einzelnen Zutaten erschmecken? Den Geschmack beschreiben? Was hören wir, wenn es still ist? Wir nutzen unsere Sinne die ganze Zeit und sind uns doch nur in Bruchstücken bewusst, was wir wahrnehmen. Doch unsere Wahrnehmung lässt sich schulen, wenn wir es  zulassen und uns darin üben.
  • 2. Auf Details achten. Dinge, Menschen, Geräusche, die uns umgeben, versuchen zu beschreiben. Dabei auf die Atmung achten, das Körpergefühl, die Gefühle und Gedanken, die dazu entstehen, Kleinigkeiten und die Umgebung genauer  ansehen. Dies lässt uns auch aufmerksamer in Beziehungen sein. Wie geht es dem Partner/der Partnerin, welchen Eindruck macht er/sie auf uns, wie empfinden wir das und was löst es aus? Hat sich etwas verändert? Welche Kleidung trägt er/sie, wie ist die Mimik, Körperhaltung und Stimme? 
  • 3. Stress vermeiden. Stress ist nicht nur Gift für den Körper, sondern hält uns auch von einer bewussten Lebensweise ab. In welchen Lebensbereichen ist es möglich, etwas loszulassen, um mehr Ruhe zu erfahren und Zeit für wohltuende Dinge zu gewinnen? Wieviel Ruhe gönnen wir Körper, Geist und Seele? Wie und wovon (er-)nähren wir uns? Wieviel Zeit räumen wir den Dingen ein, die uns wirklich gut tun, wieviel bewusste Zeit schenken wir dem Beziehungs-Erleben? 
  • 4. Die eigenen Gefühle wahrnehmen. Wir nehmen negative Gefühle meist deutlicher und dominanter wahr als positive. Die weniger extremen und etwas leiseren Gefühle zu erspüren und nicht wie ein Roboter durch die Gegend zu  laufen hilft dabei, sich besser zu fühlen und mehr Freude und Dankbarkeit zu spüren. Wie fühlen wir uns, wenn wir aufwachen? Beim Essen, in der Arbeit, mit  den Menschen, die uns umgeben? Wenn wir berührt werden, Liebe schenken und Liebe annehmen? Wohlbefinden kehrt ein, wenn wir unseren Fokus auf das richten, was wohltuend ist. Was brauchen wir wirklich und was fühlt sich richtig  gut an?

Ich wünsche uns allen für dieses Jahr, dass wir in unseren Beziehungen Freude und Offenheit am Geben und aufeinander achten finden und ebenso beim Annehmen, damit wir uns reich beschenkt fühlen können. Vor allem wünsche ich uns, dass wir mit offenem Herzen aufeinander zugehen und miteinander umgehen können. Die Zeiten sind geprägt von Misstrauen, Ängsten, Unsicherheiten, Einschränkungen und Abstand. Umso wichtiger ist es, dass wir uns wieder mehr und bewusster berühren. In der Seele und auch körperlich. Fein miteinander sein, liebevoll und achtsam. Ich wünsche uns, dass sich die ungeklärten Dinge klären lassen, die bremsenden und blockierenden lösen, die schmerzhaften heilen und dass sich die guten und beglückenden Momente noch vermehren. Und natürlich Gesundheit, Leichtigkeit, Sicherheit und ganz, ganz viel Liebe.

Vielen Dank für all die vertrauensvollen und offenen Fragen. Alles Liebe und Gute und Happy New Year!

Ihre Dorothea Perkusic

Sie haben eine Frage rund um die Themen Leben & Liebe?

Schreiben Sie an Einzel-, Paar- und Sexualtherapeutin Dorothea Perkusic. Alle Fragen werden beantwortet, ausgewählte anonymisiert veröffentlicht.

Rubriklistenbild: © pixabay

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