Kommentar von BGLand24-Reporterin Petra Sobinger

Hasstiraden auf Facebook – Armutszeugnis für die Gesellschaft

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Freilassing – Eine Facebook-Userin veröffentlicht das Bild einer toten Katze. Ein Stadtrat lässt sich zu einem unpassenden Kommentar hinreißen. Der Startschuss zu einer unglaublichen Hetzjagd beginnt. Für mich persönlich auch ein absolutes Armutszeugnis unserer Gesellschaft

Das Posting eines Fotos in der Facebookgruppe „Du kommst aus Freilassing wenn,…“, war eigentlich gut gemeint. Es zeigt eine auf einer Straße liegende tote Katze, die vermutlich von einem Fahrzeug erfasst worden und gestorben ist. 

Verstorbene Katze entdeckt

Es handelt sich um das Posting „Verstorbene Katze bei Einfahrt Hammerau, rechts kommend von Freilassing entdeckt“. In der Regel sollen mit solchen Bildern die Besitzer informiert werden, dass sein Tier nicht mehr nach Hause kommt

Meist bleiben sie unkommentiert, wenn kommentiert wird, dann in der Regel mit bedauernden Worten oder tröstenden Sätzen für den Besitzer. 

Unpassender Kommentar eines Stadtrats

Der Kommentar „Gottlob eine weniger“ von Stadrat Fritz Braun war in der Tat nicht wirklich passend. Auf Rückfrage von BGLand24.de bedauert er diese Aussage, was aber eine noch größere "Hasstiraderei" nach sich zieht.

Konstruktive Kritik ja - Hasstiraden nein! 

Sogar regelrechte Drohungen landen daraufhin bei ihm im Messenger, bzw. bei der Stadt Freilassing im E-Mail Postfach. Aber ganz ehrlich – muss so etwas sein? Ist unsere Gesellschaft so tief gesunken, dass wir schon nicht mehr anders können, als bei jeder Gelegenheit eine öffentliche Hetzjagd loszutreten? Und dann noch eine Hetzjagd die mehr als nur unter die Gürtellinie geht? Keine Frage – auch ich finde solch einen Kommentar mehr als unpassend, aber deshalb gleich solche Drohungen ausstoßen? Schaut man sich die Portraits der Kommentierenden an, so finden sich hauptsächlich erwachsene User. Erwachsene mitten im (Berufs-)leben und viele vermutlich Eltern von Kindern, die ebenfalls Zugang zu den sozialen Medien haben. 

Ob sich Erwachsene, die öffentlich in den sozialen Medien jemanden als A… loch titulieren, ihrer Vorbildfunktion vor den (eigenen) Kindern bewusst sind? Ob sie sich bewusst sind, dass auch bei unseren Kindern in Whats App & Co schon so viele Mobbereien und Hasstiraden tagtäglich abgehen? Häufig mit schlimmen seelischen und teilweise dauerhaften Folgen für die Kinder

Ob sich diese Erwachsenen bewusst sind, dass Kinder zwar erst ab 14 Jahren strafmündig sind, aber strafrechtliche Dinge & Co die vorher geschehen, trotzdem in einer Art Akte gesammelt werden und dann ab dem 14. Lebensjahr immer mal wieder zur Sprache kommen könnten? Und diese später als Erwachsene auch selber für genau diese Drohungen belangt werden können? 

Wo bleibt die Vorbildfunktion?

Wollen wir solche Vorbilder unseren Kindern sein? Nein! Ich zumindest nicht. Und ich betone hiermit – bevor die nächste Hetzjagd losgeht – auch ich finde den Kommentar mehr als nur unpassend – aber eine Hetzjagd, Beleidigungen und Drohungen über Facebook & Co sind genauso unpassend und ein absolutes Armutszeugnis für unsere Gesellschaft!

Verfasst von Petra Sobinger (petra.sobinger@ovb24.de)

Dieser Kommentar muss nicht die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

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