Kommentar von OVB24.de-Reporterin Marina Birkhof

Baden mit Hunden - Warum nicht? 

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Baden mit Hund 
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Die Gemeinde Halfing entschloss sich gegen die Errichtung eines Hundebadeplatzes am ehemaligen Baggersee. Trotz der Diskussion um Pro und Contra - einen Versuch wäre es doch wert gewesen, meint OVB24.de-Reporterin Marina Birkhof. 

Sonnen auf der Liegewiese, Plantschen mit den Kindern am Uferrand, sportlich eine Runde durch den See - wer nicht in den Urlaub oder ans Meer fährt, belagert im Sommer die heimischen Seen. Hand aufs Herz: Würde Sie ein schwimmender Hund, der vergnügt das Stöckerl im See apportiert wirklich stören? 

Gerade weil sich viele Gemeinden, wie jüngst Halfing, gegen einen Hundebadeplatz an Seen entscheiden, stelle ich mir die Frage, warum die Vierbeiner eigentlich nicht willkommen sind?  

Hunde bieseln im Gegensatz zu Menschen nicht ins Wasser 

Freilich, bei so einer Entscheidung im Rat kommen zahlreiche Argumente auf den Tisch: Die Kinder erschrecken, wenn Hunde ins Wasser springen, der Sonnenbadende bekommt kalte Tropfen ab, wenn sich der Hund neben ihm schüttelt und natürlich liegen überall tierische Hinterlassenschaften. 

Doch tatsächlich liegt es mitunter an Herrchen und Frauchen, ihre Lieblinge im Griff zu haben. Dass Hundehaufen wegräumen keinen Spaß macht, steht außen vor, gehört aber nun mal zu den Pflichten eines Hundebesitzers. Schwarze Schafe gibt es leider immer. Und ganz nebenbei: Pferdeäpfel auf der Straße nach dem Ausritt oder Hinterlassenschaften von Enten und Gänsen am See - wer räumt das weg? 

Dass Hunde den See verdrecken, dieses Argument halte ich persönlich für aus der Luft gegriffen. Denn unsere bellenden Freunde kacken und bieseln nicht ins Wasser. Diese Tatsache kann die Tierpsychologin, Verhaltenstherapeutin und Hundetrainerin Irene Hoffmann aus der Nähe von München bestätigen: "Im Normalfall markieren oder verrichten Hunde ihr Geschäft nicht in Gewässern."

Da soll sich lieber mal so mancher Schwimmer an die Nase fassen, denn in dem Fall stellt sich mir dann doch die Frage, wer hier den See verdreckt. Ganz zu schweigen von dem Dreck und Müll, den die Badegäste mit Vorliebe am Ufer hinterlassen. 

Was spricht gegen einen gehorsamen Hund? 

OVB24.de-Reporterin Marina Birkhof mit ihrem Hund Toni. 

Ich habe selbst einen Labrador-Australian-Sheperd-Mischling und könnte mir gut vorstellen, mit ihm gemeinsam schwimmen zu gehen - als Zuckerl quasi zur täglichen Gassirunde und Abkühlung im Sommer. In dem Zusammenhang frage ich mich allerdings, wo ich überhaupt schwimmen dürfte mit Hund im Gepäck? An vielen Seen in der Region befindet sich am Ufer ein Schild, das einen Hund radikal durchstreicht oder mindestens vorgibt, den Vierbeiner zwingend an der Leine zu führen. In Eiselfing beispielsweise wurde erst vor Kurzem Leinenpflicht für Hunde am Naturlehrpfad erlassen. 

Typisch für das Paragraphen-Land Deutschland: Alles ist verboten und durch Vorgaben geregelt. Dass aber wir Hundebesitzer auch brav Steuern für unser Tier zahlen und im Gegenzug trotzdem nichts erlaubt ist, diese Tatsache bleibt für mich unverständlich und ärgert wohl nicht nur mich als Hundehalterin. Und was spricht gegen einen gehorsamen Hund, der aufs Wort hört? 

Hundestrände könnte es durchaus mehr geben ... 

Zurück zum Baden mit Hunden: Ich hatte gehofft, Halfing würde sich zumindest auf eine Testphase einlassen. Doch die Mehrheit im Gemeinderat stimmte gegen den Antrag. Schade! Baden mit Hund - in meinen Augen wäre es einen Versuch wert gewesen. 

Gott sei Dank gibt es für die Hunde aber noch gewisse Stellen wie beispielsweise die Prien bei Aschau im Chiemgau, Bäche in Bad Feilnbach oder freie Badeplätze am Chiemsee wie in Bernau oder Übersee. Hier können die Vierbeiner noch ohne schlechtes Gewissen plantschen. Aktuell arbeiten wir außerdem an einem Sammelartikel, der "Hundestrände" in der Region aufzeigt. 

Verfasst von Marina Birkhof (marina.birkhof@ovb24.de)

Dieser Kommentar muss nicht die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

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