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Kommentar zu massiver Kritik wegen Verbot des Regenbogen-Arena-Plans

Wirre Diskussion: UEFA kämpft um Glaubwürdigkeit - Befürwortern der Aktion fehlt es am Verständnis

Der offizielle Twitter-Account der UEFA änderte im Zuge der Debatte nun sein Profilbild in Regenbogenfarben und gab ein kurzes Statement ab.
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Der offizielle Twitter-Account der UEFA änderte im Zuge der Debatte nun sein Profilbild in Regenbogenfarben und gab ein kurzes Statement ab.

Menschenrechte sind unser höchstes Gut. Sie zu schützen und auch öffentlich zu feiern ist wichtig. Für viele ist das Verbot der UEFA, die Allianz Arena in Regenbogenfarben zu hüllen, ein Angriff auf die Erhaltung der Grundrechte in der EU. Diese Haltung an dem Verbot festzumachen ist sehr kurz gegriffen und nicht richtig. Ein Kommentar von Online-Volontär Max Darga.

München - Um die Debatte zu verstehen, ist es wichtig, zu wissen, was vor dem Verbot der UEFA passiert ist. Der deutsche Nationaltorwart, Manuel Neuer, trug bei einem Spiel eine Armbinde mit Regenbogenfarben. Eigentlich ein No-Go, da die Kapitänsbinde ein symbolträchtiges Ausrüstungsstück der UEFA ist.

Der DFB gab kurz darauf bekannt, dass diese Aktion durch die UEFA überprüft werde. Innerhalb kürzester Zeit gab es Entwarnung: Die Binde werde „als Zeichen der Mannschaft für Vielfalt und damit für ‚good cause‘ bewertet“. Soweit so gut. Doch das Thema der Regenbogenfarben sollte nochmals in Erscheinung treten und eine noch größere Debatte starten.

Gegen diesen politischen Bezug der Regebogenbeleuchtung positionierte sich die UEFA und sprach das umstrittene Verbot aus. Als Grund wird angeführt, dass es sich um eine politische Botschaft handle und diese nicht durch die UEFA unterstützt werde. Nun hagelt es Kritik. Der Eindruck entstand, dass willkürlich LGBTQ unterstützt werde und dann wieder nicht. Auf kurze Sicht ist dieser Eindruck gut nachzuvollziehen, startete aber die hitzige und teils wirre Diskussion, die nun eine empfundene Gerechtigkeit und die Richtlinien der UEFA ohne klare Linie verschwimmen lässt.

Was in der Diskussion untergeht

Dass Manuel Neuer eine Regenbogenbinde trägt, ist also ein „good cause“ und die Arena bunt zu beleuchten nicht? Formuliert man die Frage so kurz, entsteht tatsächlich der Eindruck, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Betrachtet man jedoch die Umstände, werden die Unterschiede klar.

Neuers Aktion nahm keinen Bezug auf jedwede politische Entscheidung und ist eine allgemeine Positionierung für Menschenrechte. Das stimmte mit der Haltung der UEFA überein, welche sich auch am Mittwochmittag des Spiels gegen Ungarn (23. Juni) erneut als Befürworter der Botschaft, für welche die Regenbogenfarben stehen, auf Twitter positionierte und ein Statement abgab.

Was der Antrag des Münchener Stadtrats fordert, ist bereits an der Formulierung eindeutig und unmissverständlich als politisches Signal mit klar festgelegtem Ziel zu verstehen. Die bunte Beleuchtung sollte ein politisches Signal gegen die Entscheidung der ungarischen Regierung sein.

Der offizielle Twitter-Account der UEFA änderte sein Profilbild in das Logo der UEFA vor den Farben des Regenbogens. Es wird in betont, dass „der Antrag selbst politisch ist und Bezug auf die Anwesenheit des ungarischen Teams im Stadion“ am Mittwochabend nimmt. Das Verbot sei deshalb kein politisches Verbot, sondern ein Verbot der Zurschaustellung einer politischen Botschaft. Diese Argumentation ist nachvollziehbar.

UEFA ist sicher keine fehlerfreie Wohlfahrtsorganisation, agiert hier aber nach klaren Richtlinien

Was die UEFA hier getan hat: Sie hat eine Grenze gezogen. Man hätte sich schon bei Neuers Aktion positionieren können und diese verbieten oder sanktionieren können. Das hat man aber nicht, da der eindeutig politische Bezug fehlte. Insofern war die Entscheidung des Verbands hierbei nachvollziehbar und entgegenkommend. Wenn aber schon im Antrag der klare politische Bezug gegeben ist, braucht man sich nicht über das Verbot wundern.

Man kann der UEFA vieles vorhalten, was im Konflikt mit dem nach außen getragenen Bild des weltoffenen und am Wohlergehen aller Menschen interessierten Verbands steht. Sei es die Kooperation mit dem Sponsor Qatar Airways, der in Kritik steht, selbst gegen Menschenrechte zu agieren. Oder sei es das Bestreben, trotz der noch immer gefährlichen Corona-Lage, möglichst volle Stadien bei den EM-Spielen durchzuboxen. Kritikpunkte gibt es zur Genüge. Für die breite Masse waren diese aber bislang offenbar nicht brisant genug.

Nun allein aufgrund der begründeten Entscheidung, die Regenbogenbeleuchtung der Allianz Arena beim Spiel gegen Ungarn zu verbieten, der UEFA Doppelmoral oder gar Menschenfeindlichkeit zu unterstellen ist nicht nur falsch, sondern auch ein Beweis dafür, dass man sich nicht ausreichend mit der Thematik auseinandergesetzt hat. Schließlich handelt es sich nicht um ein generelles Verbot von Regenbogenfarben.

In der Rechtspflegeordnung der UEFA ist klar formuliert, dass die „Verbreitung provokativer, einer Sportveranstaltung unangemessener Botschaften aller Art, insbesondere solcher politischen, ideologischen, religiösen oder beleidigenden Inhalts, durch Geste, Bild, Wort oder andere Mittel“ nicht im Sinne der UEFA ist.

Was die UEFA tut und welche Positionen sie vertritt, lässt sich leicht und nachvollziehbar kritisieren. Man kann ihr sicherlich Doppelmoral unterstellen, wenn es um die Verteidigung und Durchsetzung von Menschenrechten geht. Jedoch ist das nun vorgenommene Verbot der UEFA nicht verwunderlich und entspricht den Richtlinien des Verbands.

mda

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