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Meinung

Putins Lügen zu Butscha: Propaganda und Verantwortung

Marcus Mäckler online rahmen
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Marcus Mäckler

Wer nach Butscha nicht sehen will, wie verlogen das Kreml-Regime ist, der macht sich mitschuldig.

Die Verbrechen in Butscha haben diesen Krieg verändert. Aus dem Eroberungs- ist ein Vernichtungsfeldzug geworden, es ist jetzt nicht mehr allein ein Angriff auf den ukrainischen Staat, sondern auf die ukrainische Identität. Dafür, dass es russische Truppen waren, die in dem Kiewer Vorort Zivilisten hinrichteten, gibt es erdrückende Beweise: Die vielen Berichte von Augenzeugen, die Satellitenbilder – und nun auch die Telefon-Mitschnitte des BND. All das belegt: Die bestialischen Morde waren geplant.

Dass die Kreml-Propaganda auf allen Ebenen seit Tagen das kaltblütige Märchen von einer Inszenierung streut, ist zweifellos niederträchtig. Überraschend ist es nicht. Putins Desinformationsmaschine war schon in der Vergangenheit, etwa bei der Krim-Annexion oder auch in Syrien, ein wichtiges Werkzeug der Kriegsführung nach innen wie nach außen. Dass die „Alternativ“-Versionen zum Geschehen in Butscha sich widersprechen, dass sie auf absurdeste Weise versuchen, Zusammenhänge zu verschleiern, ist dabei völlig egal. Hauptsache, das Geraune ist so laut und verwirrend, dass die Wahrheit hinter ihm verschwindet.

Dabei stellt sich zunehmend die Frage nach der Verantwortung derer, die dem durchschaubaren Kreml-Narrativ Glauben schenken. Nicht alle Informationen sind gleich viel wert, nur weil sie in der Welt sind. Nach dem Krieg wird man die Frage stellen, wie viel auch die Menschen in Russland wissen konnten und wie viel sie bewusst ausblendeten. Wer nach Butscha nicht sehen will, wie verlogen das Kreml-Regime ist, der macht sich mitschuldig.

Marcus.Maeckler@ovb.net