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Kommentar über wachsende Gleichgültigkeit bei Corona-Impfung

Ausfallquote bei Impfungen steigt: Wir verspielen unsere Chancen auf Normalität

Wir haben als Gesellschaft die Chance, dem Virus das Leben schwer zu machen.
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Wir haben als Gesellschaft die Chance, dem Virus das Leben schwer zu machen.

Sinkende Inzidenzen wo man hinschaut. Corona ist vorbei - so ist zumindest das Gefühl. Doch während die Lage ruhig ist, halten Leichtsinnigkeit und Bequemlichkeit Einzug. Zu viele halten die Impfung nicht mehr für notwendig. Ein Kommentar von Online-Volontär Max Darga.

Rosenheim - Ja, es ist verlockend, sich zurückzulehnen und so zu tun, als wäre das alles vorbei. Der ganze Corona-Wahnsinn hängt auch mir gehörig zum Hals raus. Wie schön wäre es, einen Haken dran zu machen und sich auf schönere Dinge zu konzentrieren. Sollen doch Spahn, Drosten und wie sie nicht alle heißen warnen vor „der nächsten Welle“. Was geht mich das an, ich bin schließlich geimpft und alle anderen können sich - so sie denn möchten - doch auch impfen lassen. Wo liegt das Problem? Das Problem wird sichtbar, wenn man sich nicht von Lockerungen und dem „griabigen“ Biergartentreiben einlullen lässt. Die momentane Entspannung, die wir alle dringend brauchen, in allen Ehren.

Es hat seinen Grund, warum Fachleute mehrheitlich vor der Delta-Variante warnen. Es ist vieles noch nicht ganz klar: Wie gefährlich diese ist, ist noch nicht vollständig geklärt, ansteckender ist sie aber wohl definitiv. Wann, wie und ob Kinder flächendeckend durchgeimpft werden können ist ebenfalls noch nicht klar. Eine allgemeine Empfehlung der STIKO für die Impfung von Kindern und Jugendlichen steht noch aus.

Nach dem aktuellen Stand ist die Ausgangssituation aber nicht unbedingt schlecht. Es gibt für die erwachsene Bevölkerung einigermaßen ausreichend Impfstoffe verschiedener Hersteller und für diese stimmen die Belege der Wirksamkeit sehr optimistisch.

Corona ist doch eh vorbei?

Doch so weit scheinen zu viele deutsche Bürgerinnen und Bürger nicht zu denken. Immer öfter scheint die Haltung vertreten zu sein, man müsse sich doch eh nicht mehr impfen lassen. Im Wechsel zwischen „Corona ist doch eh vorbei“ und „Die anderen lassen sich doch impfen, da brauch ich nicht auch noch“, sehen viele nicht ein, sich das Nädelchen in den Arm stecken zu lassen. Das ist ein großes Problem.

Man möchte meinen, dass bei den medienwirksamen Rufen nach dem Schutz des Wohlergehens der Kinder dieser banale Schritt zur Immunisierung und damit zum Schutz eben dieser Kinder nur logisch sei. So logisch scheint dieser Schritt aber für manche nicht. Anstatt eine Debatte über eine weitreichende Impfung für Kinder durch Verweigerung immer dringender zu machen, könnte man sich als Erwachsener schlicht selbst impfen lassen und zur Bewegung hin zur Herdenimmunität beitragen.

Kein gesteigertes Interesse an Impfungen - Ausfallquote steigt

Doch die Impfzahlen steigern sich nicht und bleiben auch nicht gleich. Sie gehen sogar stark zurück und die Bereitschaft nimmt stark ab. Auf Anfrage bestätigt die Stadt Rosenheim sogar eine 50-prozentige Zunahme von Absagen bei Impfterminen im Landkreis und ist damit deutschlandweit leider nicht alleine. Vermutlich auch deswegen kommt es jetzt zu Diskussionen über Belohnungs- und Bestrafungssysteme, um den Impfverdruss zu bekämpfen. Dass ein Belohnungssystem für Impfwillige ein Mittelfinger in Richtung derer ist, die sich so schnell wie möglich haben impfen lassen, braucht man wohl nicht besonders hervorheben. 

Wie Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes in Rosenheim im letzten Wochenbericht für Stadt und Landkreis (vom 2. Juli) mitteilte: „Diese Impfung ist gerade nicht nur eine persönliche Angelegenheit, sondern wir alle haben eine Verantwortung für die ganze Gesellschaft.“ Wir haben als Gesellschaft die Chance, dem Virus das Leben schwer zu machen. Wir müssen sie aber auch kollektiv nutzen und dürfen sie nicht mit Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit verspielen - wir müssen diese Chance wie verantwortungsvolle Erwachsene nutzen. Nicht erst unter Androhung von Strafe oder Versprechen von Belohnung nutzen.

mda

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