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Kommentar zur Debatte um 3G-Regel

Tests auch für Geimpfte wichtig: Zwischen Falschaussagen und Gekränktheit geht das Offensichtliche unter

Wenn es darum geht, ob sich Geimpfte auch testen müssen, gibt es hitzige Diskussionen.
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Wenn es darum geht, ob sich Geimpfte auch testen müssen, gibt es hitzige Diskussionen.

Während sich die Fronten im Streit um die Sinnhaftigkeit der 3G-Regel weiter verhärten, übersieht die Politik einen wichtigen Punkt, den selbst das RKI anbringt. Auch Geimpfte sollten getestet werden. Ein Kommentar von Online-Volontär Max Partelly.

Verwunderlich ist der Streit nicht, der sich in den sozialen Medien sowie auch im realen Leben derzeit überall finden lässt. Sobald nicht mehr für alle dieselben Regeln gelten, hat man schnell das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden.

Was aber in den Emotionen der Debatte nahezu verschwindet ist ein Punkt, dem sich bislang offenbar auch der Gesetzgeber verweigert. Zwischen pseudo-entlarvenden Erzählungen, die Impfung wäre gefährlicher als eine Corona-Infektion und Horrorgeschichten vom baldigen Tod aller Geimpften (oder auch erst in einem Monat oder fünf bis zehn Jahren, da legt sich niemand fest), findet sich immer wieder ein Argument, das Anlass zum Nachdenken geben sollte.

Anders als die beiden vorangegangenen Beispiele, welche immer wieder seit Beginn der Impfkampagne widerlegt wurden, steht die Aussage, dass auch Geimpfte sich infizieren können und das Virus auch weitergeben können, nicht im Widerspruch mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Mehr noch, sie wird sogar von verschiedenen Stellen, wie unter anderem dem RKI, betont.

Natürlich ist das Risiko, zu erkranken, für einen Geimpften niedriger, aber nicht gleich Null. Das war recht früh klar und den Anspruch teilt auch kein glaubwürdiger Wissenschaftler. Die Evidenz spricht für sich. Impfdurchbrüche finden statt und auch Geimpfte tragen infektiöse Viren in sich.

Dass es nun auf der einen Seite dieses Wissen gibt und auf der anderen Seite wie selbstverständlich eine Testpflicht für alle inklusive der Geimpften trotz steigender Inzidenzen nicht ansteht, ist traurig und fahrlässig. Jetzt zu sagen, dass man als Geimpfter seinen Teil beigetragen hat und wieder alle Freiheiten nutzen können sollte, ist ebenso egoistisch, wie es egoistisch ist, sich noch immer ohne ernstzunehmenden Grund nicht impfen zu lassen.

Wir sind als Gesellschaft in diese Pandemie geschlittert und müssen sie auch als solche bewältigen. Und wenn vonseiten der Experten die deutliche Empfehlung kommt, dass Tests auch für Geimpfte notwendig sind, dann darf nicht ein herbeigezaubertes Belohnungssystem vorgeschoben werden. Es muss getan werden, was sinnvoll ist und nicht was bequem ist. Auch wenn mittlerweile wohl wirklich jeder restlos genervt ist.

mda

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