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Internationaler Frauentag

Männer, emanzipiert euch!

Carmen Krippl, Redaktionsleiterin der OVB-Heimatzeitungen
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Carmen Krippl, Redaktionsleiterin der OVB-Heimatzeitungen

111 – seit so vielen Jahren gibt es den (Welt-)Frauentag. Ja, es hat sich schon viel bewegt. Aber nein, wirkliche Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern gibt es noch nicht. 

Und zwar nicht, weil sich die Frauen nicht genug emanzipiert haben, sondern weil es eben die Männer noch nicht getan haben. Seit über 100 Jahren sind wir Frauen im Wesentlichen damit beschäftigt, die neuen, die besseren Männer zu werden. Das Ergebnis? Ausbaufähig bis traurig! Denn heute haben wir Frauenbilder, die sich bekämpfen statt als frei gewählter Lebensentwurf von Männern und Frauen einfach akzeptiert zu werden. Die Haus- gegen die Karrierefrau. Die Löwenmutter gegen die bewusst Kinderlose. Die enkel-versorgende Oma gegen die den Lebensabend genießende Seniorin. In diesem Widerstreit sind leider – das gehört zur Wahrheit dazu – gerade Frauen oft der Frauen schlimmster Feind. Die Männer stehen eher am Rand und schauen sich das Spektakel an.

Wie konnten sich diese gegensätzlichen Rollenbilder nur als neues Korsett für Frauen etablieren? Ich meine, weil wir den falschen Lösungsansatz gewählt haben. Statt zu versuchen, die Welt der Männer zu erobern, sollten wir besser daran arbeiten, die Welt insgesamt frauenfreundlich zu machen. Aber ohne die Männer geht das nicht. Um reale oder gefühlte Grenzen für Frauen zu öffnen, braucht es emanzipierte Männer. Also mehr solche, die zum Beispiel mehrmals Elternzeit zur Kinderbetreuung nehmen und nicht nur zwei Monate beim ersten Kind und damit eigentlich ein Sabbatical meinen. Es braucht auch mehr Männer, die bei Jobentscheidungen nicht nur ihre persönliche Agenda sehen, sondern die Auswirkungen dieses Schritts ganzheitlich für die Familie betrachten. Die auch mal Teilzeit mit Verweis auf die Familie beantragen.

Es braucht mehr Arbeitgeber, die Jobs an die Bedürfnisse von Frauen anpassen und das dann natürlich auch auf die männlichen Mitarbeiter ausrollen. Es braucht mehr Lebenspartner, die mit ihren Frauen auf Augenhöhe im Team arbeiten, um Leben und/oder Familie gemeinsam zu managen. Und es braucht bei allem viel mehr Frauen, die Männern diese Form der Emanzipation auch zugestehen und sich nicht in ihrer Rolle bedroht fühlen.

Also liebe Männer, über Blumen und Pralinen freuen wir uns natürlich nach wie vor, wir können sie uns aber auch selbst kaufen. Was wir Frauen wirklich brauchen, ist eure Emanzipation. Es ist zu eurem Vorteil. Denn wie heißt es so schön: happy Wife, happy Life!