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Alternative Heizmethoden in der Gaskrise

Wärmepumpe - Lohnt sich eine teure Umrüstung?

Wärmepumpe vor einem Wohnhaus
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Die Lüftungsanlage einer Wärmepumpe steht vor einem Wohnhaus. (Montage)

Steigende Heizkosten sind eine unmittelbar spürbare Folge des Krieges in der Ukraine. Verbraucher und Hausbesitzer machen sich Gedanken, welche Alternativen zu Öl- und Gasheizung für sie interessant und machbar wären. Dabei wird auch das Prinzip der Wärmepumpe debattiert. Doch wie funktioniert sie eigentlich und für wen stellt sie eine lohnende Alternative dar?

Im Prinzip funktioniert eine Wärmepumpe ähnlich wie ein Kühlschrank. Nur andersherum: Wo der Kühlschrank seinem Innenraum die Wärme entzieht und nach außen abgibt, holt die Wärmepumpe sich die Wärme aus der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser und gibt sie als Heizenergie an das Haus ab.

In der Anlage zirkuliert mit Frostschutzmittel versetztes Wasser. Die Flüssigkeit nimmt die Wärme aus der Umwelt auf und transportiert sie zur Wärmepumpe. Alternativ saugen Ventilatoren die Außenluft an und führen sie der Wärmepumpe zu.

Im zweiten Schritt trifft die Umweltenergie auf ein Kältemittel, das dadurch verdampft und im dritten Schritt an den Heizkreis abgegeben wird. Im Wärmeverteil- und Speichersystem des zu beheizenden Gebäudes zirkuliert Wasser als Heizmedium, welches die Wärme aufnimmt und weiterleitet oder zwischenspeichert.

Das Funktionsprinzip einer Wärmepumpe

Die Vorteile einer Wärmepumpe

  • Niedrige Emissionswerte: Wärmepumpen nutzen die gespeicherte Umweltwärme, um diese auf das gewünschte Temperaturniveau zu bringen. Effiziente Geräte gewinnen drei Viertel der Wärme aus Luft, Grundwasser oder Boden und müssen lediglich für das letzte Viertel noch Strom einsetzen - zum Betreiben der Pumpe. Zu Emissionen kommt es durch die Wärmepumpe selber nicht. Nur die Kraftwerke, welche den Strom für den Betrieb der Pumpe liefern, setzen Kohlendioxid frei.
  • Effizienz und niedrige Kosten: Die Anschaffung einer Wärmepumpe ist zwar teuer, der Betrieb selbst ist dafür höchst sparsam: Aus einem Teil Strom werden vier Teile Wärme, gewonnen aus unbeschränkt verfügbarer, kostenloser Primärenergie.
  • Flexibilität: Die meisten Wärmepumpen eignen sich nicht nur in der kalten Jahreszeit zum Heizen, sondern im Sommer auch zum Kühlen. Sie sind außerdem in der Lage, Warmwasser bereitzustellen und energiesparend zu lüften.
  • Platzsparend mit geringem Wartungsaufwand: Ein Lagerraum für Brennstoffe wie Pellets ist nicht nötig. Da es keine Emissionen gibt, ist auch kein regelmäßiger Besuch des Kaminkehrers nötig. Ein Verschleiß der Gebrauchsteile hält sich in Grenzen, ein Wirkungsgradverlust kann ausgeschlossen werden.
  • Wertsteigerung: Der Wiederverkaufswert einer Immobilie steigt, da der Käufer nicht mit kurzfristigen Investitionen in eine neue Heizung rechnen muss.

Die Nachteile einer Wärmepumpe

  • Schwankende Betriebskosten: Da die Temperatur der Wärmequellen Schwankungen unterliegt, steigt an kühlen Tagen der Stromverbrauch.
  • Wirkungsgrad: Das Verhältnis der eingesetzten Strommenge zur bereitgestellten Wärmemenge, also die sogenannte Jahresarbeitszahl, muss bei mindestens Vier liegen, um tatsächlich effizient und wirtschaftlich zu sein. Dies wird in der Praxis nur selten erreicht.
  • Anforderungen an das Gebäude: Nicht jeder Bestandsbau kommt für eine Wärmepumpe infrage. Eine gute Dämmung und die Vorlauftemperatur der Heizung sind entscheidend. Eine Wärmepumpe in einem unsanierten Haus mit hohem Wärmebedarf führt also zu höheren Energiekosten.

„Im Neubaubereich haben Wärmepumpenheizungen bereits einen Anteil von über 50 Prozent“, sagt Stefan Materne vom Team
Energieberatung der Verbraucherzentrale. Aber auch für Bestandsbauten können sie infrage kommen, wenn die Dämmung stimmt und das Modell zum entsprechenden Gebäude passt. Entscheidend ist die Vorlauftemperatur der Heizung, also die Temperatur, die das Wasser im Heizungssystem hat, unabhängig von Einstellungen, die am Heizkörper vorgenommen werden.

35 bis 40 Grad im Dauerbetrieb sind ideal. Doch selbst, wenn an besonders kalten Tagen kurzzeitig 70 Grad Vorlauftemperaturen herrschen, kommen moderne Wärmepumpen damit zurecht. Ein Wechsel kann sich also auch im Altbau auszahlen, wobei aber weitere Kosten und Installationen anfallen können - sei es durch den Austausch der Heizkörper oder das Dämmen von Wänden und Decken. Ob das eigene Zuhause geeignet ist, berechnen Euch Handwerker und Ingenieure.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Wärmepumpen wird eine tragende Rolle bei der Energiewende zugeschrieben. Entsprechend gut werden sie gefördert, was die Anschaffung in Höhe von rund 15.000 bis 35.000 Euro zuzüglich der entstehenden Kosten durch Umbauten am Haus ein wenig abfangen kann.

Eine Grundförderung von 25 Prozent der Kosten übernimmt der Staat, wenn eine Wärmepumpe in einem Bestandsgebäude installiert werden soll. Dieser Anteil kann auf 35 Prozent steigen, wenn eine funktionsfähige Gasheizung mit über 20 Jahren Betriebszeit oder eine Ölheizung ersetzt werden soll. Nochmal fünf Prozent sind dann verfügbar, wenn die Wärmequelle ihre Energie aus Erde, Wasser oder Abwasser zieht.

Bis zu 40 Prozent Förderung sind dementsprechend möglich, jedoch gedeckelt mit 60.000 Euro pro Wohneinheit. Es können jedoch noch regionale Fördertöpfe dazu kommen. Einen Förderrechner bietet der Bundesverband Wärmepumpe an.

fl/ dpa

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