Discounter setzt voll auf Plastikflaschen

„Skandal“: Aldi wirft nach Testphase Mehrwegflaschen aus dem Sortiment - und sorgt für Empörung

Ein Schild mit dem neuen Logo des Discounters Aldi Süd steht vor einer Filiale in Schwetzingen (Baden-Württemberg).
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Kaum ein halbes Jahr testete Aldi Süd Mehrwegflaschen in seinem Sortiment, nun setzt der Discounter wieder auf Einweg.

In rund 50 Aldi-Filialen gab es seit Februar Bier und Wasser in Mehrweg-Glasflaschen kaufen. Damit ist nun Schluss.

  • Im Februar dieses Jahres startete Aldi Süd an ausgewählten Standorten ein Mehrweg-Experiment - Glas statt Plastik hieß das Motto.
  • Nach rund einem halben Jahr ist der Testlauf für den Discounter beendet.
  • Aldi Süd setzt nun wieder voll auf Plastikflaschen. Umweltschützer zeigen sich entsetzt von diesem Schritt.

Der Discounter Aldi* Süd hat sich Nachhaltigkeit groß auf die Fahnen geschrieben. Klima, Umwelt, Lieferketten - überall dort engagiere man sich, wirbt der Lebensmittelhändler unter anderem auf der eigenen Internetseite. Doch nun hat Aldi Süd* eine Entscheidung getroffen, die Umweltschützer empört.

Erst im Februar startete der Discounter einen Mehrwegflaschen-Test, wie die „Lebensmittelzeitung“ damals zuerst berichtete. In rund 50 Aldi-Filialen* in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wurden Bier und Wasser in Glasflaschen ins Sortiment aufgenommen. Mehrweg statt Wegwerf-Plastik. Doch nun, nur rund ein halbes Jahr später, verabschiedet sich der Discounter einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge schon wieder von diesem Konzept.

Das Glas verschwindet, stattdessen ziehen bei Aldi Süd* wieder ausschließlich Einwegflaschen ein. Immerhin habe sich die Ökobilanz der Einwegflaschen inzwischen deutlich verbessert, argumentiert der Discounter.

Deutsche Umwelthilfe nennt Entscheidung von Aldi Süd einen „Skandal“

Umweltschützer empört diese Entscheidung. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) spricht gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ von einem „Skandal“ und kritisiert scharf, dass Aldi - ebenso wie Konkurrent Lidl* - nun wieder vollständig auf Einwegflaschen setzt.

Hinzu kommt, dass die Mehrwegquote dem Umweltbundesamt (Uba) zufolge inzwischen bei Getränken ohnehin auf einen historischen Tiefststand - bei 41,2 Prozent (Stand 2018) - liege. Schuld daran sind nach Auffassung des Uba auch die Discounter*.

Aldi Süd will erneute Mehrweg-Systeme in Zukunft nicht ausschließen

Gegenüber dem „Spiegel“ bestätigte Aldi Süd noch einmal seine Entscheidung, vorerst nicht mehr auf Mehrweg setzen zu wollen: „Nach der Testphase haben wir entschieden, dieses Konzept zunächst nicht weiterzuverfolgen“, heißt es in einem Statement des Discounters.

Dennoch wolle sich Aldi vorbehalten, in Zukunft erneut zu prüfen, ob Mehrweg-Systeme eine Option seien. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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